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Leichtathletik wird eins: Kreise Waldeck und Frankenberg gehen 2023 zusammen

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Dieter Wolf
Längst gemeinsam unterwegs: Die Volksläufer in Waldeck-Frankenberg rennen seit bald 30 Jahren zusammen unterm Laufcup-Dach. Bald folgen die Kreise. © Hamel

Die heimische Leichtathletik sorgt für einen Paukenschlag: Zum 1. Januar 2023 wollen sich die beiden selbstständigen Leichtathletikkreise Waldeck und Frankenberg zu einem Großkreis zusammenschließen.

Korbach/Frankenberg – Das Thema stand in den 49 Jahren, seit die politischen Altkreise zu einem Landkreis vereinigt worden sind, immer mal wieder auf der Tagesordnung. Die Fronten verliefen dabei spiegelverkehrt zu den Fusionsdebatten, wie sie etwa um einen einheitlichen Sport- oder Fußballkreis geführt wurden: Die Waldecker wollten lieber solo bleiben. Allerdings arbeiten beide Kreise recht eng zusammen, ihre Kreismeisterschaften richten sie schon seit Jahren gemeinsam aus.

„Wir haben die Notwendigkeit für einen Zusammenschluss nicht gesehen, die Zusammenarbeit klappte ja auch so gut“, bestätigt Iris Lückel, die seit vergangenen Oktober den Waldecker Kreisverband führt. Den Anstoß zum Sinneswandel gab auch und vor allem eine Personalie: Dieter Wolf aus Battenberg will den Vorsitz des Leichtathletikkreises Frankenberg beim kommenden Kreistag seines Verbands nach dann 33 Jahren im Amt abgeben.

Iris Lückel
Iris Lückel, Vorsitzende in Waldeck © Hamel

Einen Nachfolger haben die Vereine im Süden nicht finden können – und deshalb wandte sich Wolf an die Kollegen im Norden. Der Kreis Frankenberg sei „mit der Bitte um Prüfung eines möglichen Zusammenschlusses an uns herangetreten“, so Iris Lückel.

Iris Lückel will für Vorsitz des Gesamtkreisverbands kandidieren.

Sie und ihre Kollegen im Kreisvorstand hätten sich daraufhin erneut mit der Thematik auseinandergesetzt. Ergebnis: „Es bestand Einigkeit, dass wir mit dem Kreis Frankenberg über einen Zusammenschluss ins Gespräch gehen“, sagt sie. Man habe sich letztlich in der Pflicht gesehen zu unterstützen: „Ohne Vorstand wäre der Kreis Frankenberg nicht handlungsfähig.“

Dieses Gespräch fand am 29. April in Allendorf (Eder) statt; „in einer guten und konstruktiven Atmosphäre“, wie Iris Lückel erläutert. Auf der einen Seite saß fast der gesamte Waldecker Vorstand, auf der anderen Seite saßen Dieter Wolf, Schriftführer Ulrich Theunißen, Jugendwartin Isabel Cramer und der stellvertretende Kassierer Thorsten Kramer.

Dieter Wolf
Dieter Wolf, scheidender Vorsitzender © WH/Archiv

Die Runde vereinbarte einen Fahrplan zur Fusion: „Wir haben uns darauf verständigt, dass auf den jeweiligen Kreistagen im Juni über den Zusammenschluss abgestimmt werden soll, mit dem Ziel, dass sich beide Kreise zum 31. Dezember 2022 auflösen und zum 1. Januar 2023 ein Leichtathletikkreis Waldeck-Frankenberg aus der Taufe gehoben wird“, fasst Waldecks Vorsitzende die Verabredungen zusammen.

Dieter Wolf rechne damit, dass die Fusion gelingt. „Die Entwicklung des möglichen Zusammenschlusses sehe ich sehr positiv. Ich bin überzeugt, das wird endlich funktionieren“, sagt er. „Es musste allerdings erst meine Krankheit den richtigen Anstoß zu dem gemeinsamen Weg geben. Wofür doch eine Krankheit noch positive Akzente setzen kann; das finde ich gut und bestärkt mich in meinem Handeln.“ 

Vor dem Jahresende soll ein erster gemeinsamer Kreistag mit Wahlen stattfinden. Es sei geplant, dass der Waldecker Kreisvorstand um Personen aus Frankenberg erweitert werde – so hätten sich bereits Isabel Cramer und Thorsten Kramer zur Mitarbeit bereit erklärt. Iris Lückel selbst will für den Vorsitz kandidieren. „Sofern die jeweiligen Kreistage zustimmen, wovon ich ausgehe, steht dem Zusammenschluss nichts mehr im Wege“, sagt sie. Der Hessische Leichtathletik-Verband dürfte die Fusion begrüßen. Das Präsidium hat zuletzt Zusammenschlüsse analog der bestehenden politischen Kreise favorisiert. Hinweis: Die Stellungnahme von Dieter Wolf haben wir ergänzt. (mah/mn)

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