Das neue Führungsduo im Leichtathletikkreis

Iris Lückel und Jutta Mogk sehen sich als Teamplayerinnen

Porträtfotos zweier Frauen nebeneinander
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Seit ein paar Tagen ein Tandem: Vorsitzende Iris Lückel (links) und ihre Stellvertreterin Jutta Mogk nach der Wahl beim Kreisleichtathletiktag.

Iris Lückel bildet gemeinsam mit Jutta Mogk die erste weibliche Doppelspitze im Leichtathletikkreis Waldeck. Die beiden Frauen haben manches gemeinsam, auch die Vorstellung von der Vorstandsarbeit.

Korbach - Als vor zwei Jahren Dieter Schröder vom Vorsitz des Leichtathletikkreises Waldeck zurücktrat, war für Iris Lückel sonnenklar: „Da muss man die Verantwortung übernehmen.“ Sie war ja die Stellvertreterin. Die Sache mit der Übernahme aber zog sich. Am vergangenen Samstag erst kam die 65-Jährige aus Wirmighausen beim verschobenen Kreisleichtathletiktag in Rhena formal mit Wahl ins Spitzenamt des Fachverbands. Fast zwei Jahre hatte sie es übergangsweise besetzen müssen. Corona, was sonst.

Die Stellvertreterin ist jetzt Jutta Mogk. Für Iris Lückel lag diese Wahl nahe. „Wir haben sie als sehr interessiert und engagiert wahrgenommen“, erzählt sie. Die Bad Wildungerin führt seit einigen Jahren die Leichtathletiksparte des TV Friedrichstein, einer der großen Vereine in Waldeck. Als sie gefragt wurde, ob sie das Amt übernehmen wolle, sagte Mogk rasch zu. In ihrer Begründung für diese schnelle Entscheidung liegt ein wichtiger Charakterzug der 50-Jährigen. „Da fehlte einfach jemand, dann mache ich das.“

Bei Lückels ist die Leichtathletik ein Familiending

Beide Frauen haben trotz des Altersunterschieds von einer halben Generation manches gemeinsam. Für beide war die Leichtathletik der Lieblingssport in jungen Jahren, die Kinder – die ältere hat zwei Söhne und eine Tochter, die jungere zwei Töchter und einen Sohn – sind zumindest teilweise in den Spuren der Mütter unterwegs.

Bei den Lückels ist die Leichtathletik gleich ein ganzes Familiending. Wilhelm Lückel ist Kassierer der LG Diemelsee und bildet gemeinsam mit den Söhnen, ausgebildete Kampfrichter, häufig das Wettkampfbüro bei Kreismeisterschaften.

„Wir sind alle Leichtathletik-affin geblieben“, sagt Iris Lückel. Sie selbst kam als elterliche Wettkampfbegleitung der Kinder in Kontakt mit der Leichtathletik-Organisation, ließ sich zur Kampfrichterin ausbilden und dann 2013 in den Vorstand wählen. Zweite Vorsitzende, das habe sie sich gut vorstellen können.

Zu den Personen

Iris Lückel (65) kam als Kind zur Leichtathletik, „weil ich die Disziplinen toll fand“. Deshalb trat sie als Benkhäuserin in den TSV Wirmighausen ein; der Verein und der Ort sind ihr seit Jahrzehnten Heimat. Über das Kampfrichterwesen kam sie 2013 in den Vorstand des Leichtathletikkreises. Tätig ist sie als Sozialarbeiterin beim Landkreis, geht aber im Januar 2022 in Ruhestand. Vielleicht habe sie dann ja mehr Zeit fürs Ehrenamt, sagt sie.

Jutta Mogk (50) mag die Leichtathletik, weil sie so vielseitig ist. Sie selbst war in jungen Jahren mehr die Springerin Ihre Töchter Sarah und Charlotte hat sie von der Leichtathletik überzeugt, Sohn Franz spielt lieber Fußball. Sie leitet die Leichtathletiksparte des TV Friedrichstein, arbeitet als Pharmazeutisch-technische Assistentin in einer Apotheke, leitet einen Reiterhof und ist Mitglied im Schul-, Kreis- und Landeselternbeirat. Unter Mitstreitern gilt Jutta Mogk als Macherin, die gern anpackt.

Die Arbeit im Vorstand habe Spaß gemacht. „Es war immer ganz harmonisch“, sagt sie. Das Stichwort fällt bei ihr wiederholt. Sich im gemeinsamen Tun wohlfühlen, einvernehmlich unterwegs sein – Iris Lückel ist bekennende Mannschaftsspielerin . „Es ist wichtig, dass man im Team arbeitet und sich nicht als Einzelkämpferin abstrampelt.“

Kehren die Aktiven nach der Pandemie zurück?

Jutta Mogk denkt da ganz ähnlich. Die Frage, ob sich die Vorstandsarbeit deshalb verändern werde, weil erstmals zwei Frauen an der Spitze stehen, beantwortet sie so: Das habe nichts mit Mann und Frau zu tun, sondern mit einer guten Teamarbeit – „und ich glaube, wir sind ein gutes Team“.

Die allererste Aufgabe ist eine direkte Folge der Pandemie: Der Vorstand muss die Leichtathletik wieder ins Rollen bringen Nach zwei Sommersaisons mit allenfalls sporadischen Wettkämpfen soll 2022 die Rückkehr zum Gewohnten markieren. „Ich hoffe, dass das kommende Jahr uns wieder einen normalen Wettkampf-Verlauf ermöglicht“, sagt Iris Lückel.

Sache des Kreises ist es vor allem, das komplette Meisterschafts-Programm und die Kinder-Leichtathletik zusammen mit den Ausrichter-Vereinen zu planen und dann zu organisieren. Der nächste Post-Corona-Termin steht im November an, in Wirmighausen finden die Titelkämpfe im Crosslauf statt.

Iris Lückel wird gespannt auf die Meldezahlen blicken. „Ich hoffe, dass wir nicht zu viele Aktive verloren haben.“ Zwar meldeten die Vereine steigende Mitgliedszahlen, über die Entwicklung bei den Aktiven sagen die noch nichts.

Mogk: Die Kommunikation muss stimmen

Jutta Mogk betont die Zusammenarbeit mit den Vereinen als das A und O. „Die Kommunikation muss stimmen, wer eine Frage stellt, sollte auch stets eine Antwort bekommen. Wir müssen uns gut um die Vereine kümmern, besonders um die kleineren“, sagt sie.

Mit den Vereinen im Gespräch bleiben empfindet auch Iris Lückel als eine wesentliche Aufgaben. Dazu die Kommunikation mit dem Landesverband, mit den Vertretern der Region, mit dem Nachbarn Frankenberg. „Es ist immer gut, mit allen zu kooperieren.“

Großkreis? Lückel bleibt skeptisch

Beim Hessischen Leichtathletik-Verband gibt es Überlegungen, die Leichtatletikkreise den politischen Kreisen anzugleichen. „Das ist ein Thema“, sagt die Waldecker Vorsitzende Iris Lückel. „Ich glaube aber nicht, dass man da einen Zwang ausüben kann oder sollte.“

Eine Fusion der beiden Kreise Waldeck und Frankenberg wird seit Jahren immer mal wieder debattiert. Während der Süden dafür ist, herrscht im Norden tiefe Skepsis gegenüber einem Zusammenschluss. Iris Lückel teilt diese Haltung. Zum jetzigen Zeitpunkt stehe ein Großkreis nicht zur Diskussion, sagt sie. Sie hält ein solches Gebilde wegen der schieren Größe für ein Problem. „Und die beiden Kreise arbeiten auch ganz unterschiedlich.“

Gemeinsame Sache machen sie bei den Kreismeisterschaften, und zwar seit Jahren. „Die Zusammenarbeit klappt“, stellt Iris Lückel fest, „da sind wir immer gut im Gespräch.“ Reinhard Schmidt/Gerhard Menkel

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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