1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Kümmerin und Lotsin: Marina Hackbarth leitet die neue Servicestelle des Sportkreises

Erstellt:

Von: Gerhard Menkel

Kommentare

Will für die Vereine da sein: Marina Hackbarth mit Sportkreis-Vorsitzendem Uwe Steuber vor dem Sportzentrum des TSV Korbach, wo sich ihr Büro befindet.
Will für die Vereine da sein: Marina Hackbarth mit Sportkreis-Vorsitzendem Uwe Steuber vor dem Sportzentrum des TSV Korbach, wo sich ihr Büro befindet. © Artur Worobiow

„Es macht mir wirklich Spaß“, sagt Marina Hackbarth. Seit Anfang September ist im Landkreis erste Ansprechpartnerin für Vereine und Fachverbände.

Korbach – Das Büro, in dem Marina Hackbarth seit ein paar Wochen sitzt, ist ein eher kleiner Raum. Die Einrichtung spartanisch-zweckmäßig; man kann sagen, dass der Sportkreis Waldeck-Frankenberg lieber in Köpfe als in Räumlichkeiten investiert, was ja nicht das schlechteste ist. Marina Hackbarth ist eine dieser Köpfe, die Neue, die sich seit Anfang September in die Aufgaben als Leiterin der Servicestelle des Sportkreises einarbeitet.

Das Büro, das der Sportkreis angemietet hat, befindet sich im Sportzentrum des TSV Korbach auf der Hauer. Erstmals seit ungefähr 50 Jahren sind Sportkreis und Fachdienst Sport des Landkreises räumlich getrennt. Platzgründe. „Das Sportzentrum als Anlaufstelle für die Vereine passt gut“, sagt Marina Hackbarth pragmatisch.

Die 31-Jährige will Anlaufpunkt sein. Die Idee, dass der Sportkreis ein Dienstleister für die mehr als 300 Sportvereine in Waldeck-Frankenberg ist, hat sie sich zu eigen gemacht. Damit ist viel Bürokram verbunden, klar. „Aber die Aufgabe gestaltet sich vielfältiger als gedacht“, sagt sie.

Die Bandbreite ist groß; sie nennt zwei Beispiele. Gern würde sie mehr Kooperationen von Schulen und Vereinen herstellen. Und: Den Klubs möchte sie helfen, die vielfältigen Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. „Daran hapert es noch immer.“ Dann natürlich: das Großthema Corona und die Folgen. „Wir müssen die Wichtigkeit von Sport und Bewegung für die Gesundheit und das soziale Leben noch mehr herausstellen.“

Marina Hackbarth: „Nebenbei“ noch bei Eintracht Frankfurt

Wir, das umfasst die Kollegen im Sportkreisvorstand, vor allem jene, mit denen Marina Hackbarth normalerweise Schreibtisch an Schreibtisch sitzen würde: Kerstin Mühlhausen, ihre Vorgängerin, Fachdienstleiter Matthias Schäfer oder „Förderpapst“ Carsten Habermann. Und natürlich den Vorsitzenden Uwe Steuber.

Steuber hat sie für diesen Minijob in Sportkreisdiensten gewonnen, sechs bis acht Wochenstunden umfasst er zurzeit. Marina Hackbarth, zuhause in Mühlhausen, muss nicht allein davon leben, sie hat noch eine zweite Teilzeitstelle: im Marketing des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Der Weg führte sie nicht zufällig zur Profiabteilung. Sie hat in Mainz Sport und Sportwissenschaft studiert; ihr hätten Studieninhalte wie Sportmanagement, -marketing, -organisation von Beginn an mehr gelegen als Trainingslehre oder Sportpädagogik, erzählt sie.
Praktisch bot ihr erst eine Kooperation des Fachbereichs mit dem FSV Mainz 05, bei der die Studierenden etwa Leistungsdaten der Profis auswerteten, die Möglichkeit sich auszuprobieren, dann das Pflichtpraktikum am Skiinternat in Oberstdorf. „Vorgeschrieben waren ein paar Wochen, ich war ein halbes Jahr da“, sagt sie. Zu ihren Aufgaben zählten etwa, Wettkämpfe und Trainingszeiten zu koordinieren oder die Ansprache und Betreuung von Sponsoren. Da der Allgäuer Skiverband einer ihrer Auftraggeber war, lernte sie auch Verbandsstrukturen und -interna kennen.

2013 kam die Mühlhäuserin zur Frankfurter Eintracht – sie hatte sich auf eine ehrenamtliche Volunteer-Stelle beworben. „Da ich später auch einen Beruf im Bereich des Sports anstrebe, ist das Volunteering für mich eine ideale Möglichkeit Erfahrungen zu sammeln und Neues zu lernen“, sagte sie im Eintracht-Steckbrief, den man nach wie vor im Netz findet.

Im neuen Jahr steht das Projekt „Auf!leben“ im Fokus

Aus dem Freiwilligen-Job wurde nach dem Studium eine Teilzeitstelle im Marketing der Eintracht. Marina Hackbarth ist zum Beispiel in die Organisation von Bundesliga-Heimspielen und Veranstaltungen eingebunden, auch auf den Feldern Sponsoring und Werbung arbeitet sie.

So gradlinig, wie sich das liest, verlief ihr Weg nicht – die Pflege ihrer Mutter band Marina Hackbarth, die Fußball spielt und gerne lange läuft, für Jahre an ihren Heimatort. Der Sportkreis gibt ihr die Möglichkeit, beruflich in der Region Fuß zu fassen.

Man habe ihr den Start leichtgemacht, sagt sie. „Alle waren von Anfang supernett.“ Im neuen Jahr steht das Projekt „Auf!leben“ ganz oben auf ihrer To-do-Liste. Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung hat es gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium aufgelegt, um Coronafolgen abzufedern. „Da ist viel Geld drin“, sagt Hackbarth. Gemeinsam mit Gerhard Gottmann von der Sportkreisjugend will sie dafür sorgen, dass etwas davon auch in den Sportkreis fließt. (Gerhard Menkel)

Kontakt

Telefon: 05631/5064488; E-Mail: sportwafkb@live.de

Auch interessant

Kommentare