1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Laufcup-Neustart mit viel Hoffnung

Erstellt:

Von: Gerhard Menkel

Kommentare

Frauen und Männer kurz nach dem Fünf-Kilometer-Start im Jahr 2019 am Vöhler Sportplatz.
Das war vor Corona: Frauen und Männer kurz nach dem Fünf-Kilometer-Start im Jahr 2019 am Vöhler Sportplatz. Hier wird am Samstag die neue Saison eröffnet. © Hans-Friedrich Kubat

Er beginnt später als gewohnt und macht seltener Station als in all den anderen Jahren: Am Samstag startet der Laufcup Waldeck-Frankenberg in Vöhl in seine offiziell 29. Saison. Dazu Fragen und Antworten.

Vöhl - Nach zwei fast komplett verlorenen Corona-Jahren zählt vor allem, dass die Serie wieder auf die Beine kommt. Zum Gradmesser wird der 27. Abendlauf des TSV Vöhl - hier zeigt sich schon, ob die Lauffamilie zu ihrer Serie zurückkehrt. Gesprochen haben wir mit Steffen Kaiser (59), einer der Laufcup-Statistiker und Abteilungsleiter Leichtathletik des TSV Vöhl.

2020 lag der Laufcup völlig brach, im vergangenen Jahr fanden Rennen nur in Bergheim und am Twistesee statt; ansonsten gab es nur virtuelle Läufe. Nun also wieder ein Programm mit zwölf Läufen: Wie groß ist die Vorfreude?

„Riesig“, sagt Steffen Kaiser, „wir freuen uns echt darauf.“ Die zwölf Veranstaltervereine hoffen, dass die Aktiven nach zwei Jahren mit überwiegend virtuellen Rennen und mehr oder weniger einsamen Trainings wieder Lust aufs Wettkampflaufen in der Gemeinschaft bekommen haben. Man hoffe aber nicht nur auf die Rückkehr der Stammläufer (und -walker), sondern auch auf Teilnehmende, die neu einsteigen wollten, sagt Kaiser – unabhängig davon, ob sie nun auch für die Serie melden würden oder nicht.

Gibt es noch Einschränkungen wegen Corona?

Kaum, die sogenannte „Coronavirus-Basisschutzmaßnahmenverordnung“ (heißt wirklich so) des Landes Hessen setzt auf Eigenverantwortung. Den Sportvereinen und -organisationen stehe es frei, „Hygiene- und Abstandskonzepte sowie Regelungen zum Tragen einer Maske (..) sowie zur Belüftung in Innenräumen umzusetzen bzw. weiterzuentwickeln“, schreibt dazu der Landessportbund Hessen. Die Vöhler planen ihre Veranstaltung am Sportplatz ohne weitere Auflagen, es sei ja eine Freiluftveranstaltung, sagt Steffen Kaiser. „Wir werden aber versuchen, die Läufer im Start-Ziel-Bereich so zu sortieren, dass sie nicht zu eng stehen.“ Das ganze Anmeldeprozedere soll in einem Zeltvorbau am Vereinsheim stattfinden. „Das Wetter soll ja gut werden, deshalb denken wir, dass wir alles draußen ordnungsgemäß durchführen können“, sagt Kaiser. Die nahe Henkelhalle steht nicht zur Verfügung.

Steffen Kaiser: Halb so viele Starter wie vor drei Jahren wäre gutes Signal

Wie viele Läufer und Läuferinnen erwartet der TSV?

Schwierige Frage. Da der Verein auf Voranmeldungen verzichtet (auch weil Helfer im Urlaub waren), lässt sich noch keine Tendenz erkennen. Steffen Kaiser skizziert zwei Szenarien. Die negative: wenig Teilnehmende in Vöhl, weil die Coronasorgen noch überwiegen oder viele ihren Trainingsstand noch als ungenügend empfinden. Im schlechtesten Fall gäbe es bei den Kosten für den Verein einen „Draufleger“.

Und das positive Szenario?

Weil es endlich wieder ein Angebot gibt, ist die Szene „heiß“ und es kommen auch Läufer und Läuferinnen von weiter weg. Vor drei Jahren zählte der TSV 250 Teilnehmende, neuer Rekord. Diesmal wären Kaiser und Kollegen schon zufrieden, wenn halb so viele kämen. „Man würde dann sehen, dass die Leute laufen wollen, und es wäre auch ein schönes Zeichen für die anderen Vereine“, sagt Kaiser.

Bambini machen in Vöhl wie gehabt den Anfang

Den ersten Start auf dem Sportplatz in Vöhl machen die Bambini um 17.30 Uhr, den Abschluss des Abendlaufs bilden ab 19 Uhr die Hauptrennen über 5,0 und 10,0 Kilometer. Im Angebot sind zudem Läufe für Kinder und Jugendliche sowie Nor-dic Walking. Strecken und Starts sind auf der Homepage des TSV (tsv-voehl.de) veröffentlicht. Anmeldungen sind bis 30 Minuten vor dem jeweiligen Start möglich. Die Anmeldung für die Laufcup-Wertung ist auf laufcup-waldeck-frankenberg.de freigeschaltet. (mha)

Ein Wort zur Cupwertung: Gelten die gleichen Regeln wie bisher?

Erst mal ja, sagt Steffen Kaiser. So müssen zum Beispiel Erwachsene, die über zehn Kilometer für die Serie melden, sechs der zwölf angebotenen Läufe absolvieren. Beim Halbmarathon oder beim Walking sind es entsprechend weniger, da nicht alle Vereine diese Disziplinen anbieten. Jugendliche, Kinder und Bambini müssen jeweils fünf Starts nachweisen. Sollten einzelne Veranstaltungen, zum Beispiel wegen steigender Infektionszahlen, abgesagt werden müssen, rechnet Kaiser damit, dass die Zahl der Pflichtläufe angepasst wird. Auf jeden Fall wünschen sich die Cup-Vereine zum Abschluss im Herbst wieder eine Siegerehrung in Präsenz wie zuletzt 2019. Wer sie ausrichtet, ist noch offen. Im Vorjahr wurden die Urkunden digital ausgestellt.

Porträt Steffen Kaiser
Steffen Kaiser, Abteilungsleiter beim TSV Vöhl und Laufcup-Statistiker. © Manfred Hamel

Sechs Veranstalter fehlen in diesem Jahr: Ist die Pandemie der Grund?

Im Prinzip ja, sagt Steffen Kaiser. Zwar fielen die meisten Auflagen durch die Politik Anfang April weg, die Inzidenzzahlen waren aber lange sehr hoch. Und eine Ansteckungsgefahr ist nach wie vor gegeben. Eine Rolle könne auch gespielt haben, dass einzelne Vereine nach zwei Jahren Corona nicht mehr genügend Helfer gefunden hätten, um eine solche Veranstaltung aufzuziehen, sagt Steffen Kaiser. Umso mehr freue er sich, dass der TSV Vöhl nun den Startschuss geben könne. „Wir hoffen natürlich, dass es keine Infektionen gibt.“

Wie geht’s weiter?

Das sind die folgenden Termine: 15 Mai Berndorf; 6. Juni Usseln; 18. Juni Gellershausen; 2. Juli Korbach; 10. Juli Dodenau, 5. August Hemfurth; 20. August Schmillinghausen; 10. September Herzhausen; 17. September Bergheim; 3. Oktober Marienhagen; 16. Oktober Twistesee.

Auch interessant

Kommentare