1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Fünf Monate USA: Chayenne Tarhanis hat nicht nur die Hürden lieb gewonnen

Erstellt:

Kommentare

Sport, Sightseeing und viele neue Freunde: Die Korbacher Leichtathletin Chayenne Tarhanis ist seit vier Monaten in den USA. Hier entdeckt sie die Ruby-Wasserfälle in Tennessee.
Sport, Sightseeing und viele neue Freunde: Die Korbacher Leichtathletin Chayenne Tarhanis ist seit vier Monaten in den USA. Hier entdeckt sie gerade die Ruby-Wasserfälle in Tennessee. © pr

Wie lebt es sich in den Vereinigten Staaten von Amerika und wie funktioniert dort Schule und Leichtathletik? Antworten auf diese und andere Fragen sucht seit Dezember Chayenne Tarhanis aus Usseln.

Die Leichtathletin vom TSV Korbach verschlug es nach Lawrenceburg, eine Stadt im Bundesstaat Tennessee. Ihre Gasteltern haben vier Kinder, die alle jünger sind als Chayenne. „Wir verbringen eine tolle Zeit miteinander, in der viel gelacht wird. Außerdem gehen wir als Familie jeden Mittwoch und Sonntag in die Kirche“, erzählt Chayenne.

Die Sprachumstellung bereitet ihr keine Probleme. „Nach zwei, drei Wochen habe ich gar nicht mehr bemerkt, dass ich mich in einer anderen Sprache verständige.“ Ein weiteres Ziel ihres halbjährigen US-Aufenthalts war mit der Leichtathletik verbunden. Sie wollte neue Erfahrungen sammeln, wie trainieren die Amerikaner und wie bereiten sie sich auf den Wettkampf vor.

Chayenne Tarhanis: Lange Schulstunden und neue Bestleistungen

Leider kam ihr auch in Übersee Corona in die Quere. Es sei ihr schon schwergefallen, nach einer längeren Pause wieder in den Trainingsrhythmus zu finden, erzählte die 15-Jährige, die in ihrer Altersklasse amtierende Vize-Hessenmeisterin im Mehrkampf ist. „Anfangs lief es auch nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte, dann wurde es aber kontinuierlich besser.“ Mittlerweile hat sie vier Wettkämpfe bestritten, in denen sie sogar neue Bestleistungen aufgestellt hat, unter anderem im Weitsprung. „Damit hatte ich gar nicht gerechnet, denn unsere Schule hat keine Tartanbahn.“

Außerdem hat die Usselnerin eine neue Disziplin für sich entdeckt, die sie in ihrer Karriere wohl auch nicht mehr loslassen wird. „Ich bin erstmals die 300-m-Hürden gelaufen und habe mich in diese Disziplin verliebt.“ Wenn sie am 25. Mai zurückkehrt, möchte sie diese Hürden auch in Deutschland überqueren. auf jeden Fall weiter machen.

Sie erinnert sich vor allem gern an den 12. April zurück. An diesem Tag hatte sie erstmals das Gefühl, dass sie in ihrem Leichtathletik-Schulteam angekommen ist. „Ich habe hier auch viele Freunde gefunden.“

Fünf Fächer stehen in ihrer Schule auf dem Stundenplan. Eine Unterrichtsstunde dauert hier 75 Minuten. „Ich finde es total interessant, dass man hier in jedem Fach unterschiedliche Mitschüler hat. Somit lerne ich viel mehr Menschen kennen.“

Nicht nur zum Faulenzen da: Chayenne Tarhanis (Mitte) vor dem Start über 800 Meter. Vier Wettkämpfe hat die Korbacherin in den USA bereits bestritten.
Nicht nur zum Faulenzen da: Chayenne Tarhanis (Mitte) vor dem Start über 800 Meter. Vier Wettkämpfe hat die Korbacherin in den USA bereits bestritten. © pr

Ein Schultag beginnt um 8 Uhr und endet um 15 Uhr; dreimal in der Woche hat sie Leichtathletik-Training. Das läuft über die Schule, Vereinsleben gebe es hier nicht. Auch für andere Sportarten gibt es Schulmannschaften. „Wir haben uns gemeinsam Basketball- und Footballspiele angeschaut. „Es ist toll, wie die Schule ihre Teams unterstützt.“ Auch mit den anderen Austauschschülern finden Treffen statt. Ende April besuchte die Gruppe die Stadt Chattanoga und die Ruby Falls Tennessee, das sind unterirdische Wasserfälle. Dort wartete auch eine Sportart auf Chayenne: Klettern.

Sie freut sich auf ein Wiedersehen mit ihren Freundinnen und Freunden in Korbach und Umgebung. Doch eigentlich war die Chayenne für sie nie so ganz weg: „Sie haben mich über das Internet immer unterstützt und sind so bei mir geblieben.“ Außerdem dankt sie schon jetzt ihren Eltern: „Sie haben mir die Chance gegeben, dieses wundervolle Abenteuer zu erleben.“  (red)

Auch interessant

Kommentare