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Gut „umgeschult“: Drei Mal Silber für Marie Keudel beim Nordcup der Biathleten

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Von: Friederike Weiler

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Schnappte sich zuhause gleich drei Mal Rang zwei: Biathletin Marie Keudel vom Ski-Club Willingen.
Schnappte sich zuhause gleich drei Mal Rang zwei: Biathletin Marie Keudel vom Ski-Club Willingen. © Jan Simon Schäfer/pr

Was für ein Saisonauftakt für Nachwuchsbiathletin Marie Keudel vom Ski-Club Willingen. Beim Nordcup sicherte sich die 15-Jährige drei Mal den zweiten Platz, der auch insgesamt heraussprang.

Der Nordcup ist ein deutschlandweiter Herbstvergleich; der Ski-Club Willingen richtete ihn vergangenes Wochenende in der EWF-Biathlon-Arena für den DSV aus

Im Sprint am Freitag über sechs Kilometer blieb Marie Keudel im Stehendanschlag fehlerfrei, nach dem Stehendanschlag musste sie zwei Mal in die Strafrunde abbiegen. Nach 20:33,1 Minuten überquerte sie als Zweite der Jugend I/AK 16 die Ziellinie, lediglich 11,1 Sekunden trennten sie von Siegerin Hanna Beck (Ulm; 20:22; 3 Fehler).

Marie Keudel: „Vorher sehr nervös gewesen“

„Ich bin vor meinem Heimrennen sehr nervös gewesen, beim Wettkampf selbst ging es dann“, sagte Marie Keudel, die bis zur vergangenen Saison noch mit den Langläufern trainierte und bei Mario Rummel schoss. Seit diesem Jahr gehört sie zur Trainingsgruppe von Susen Fischer und hat sich ganz für Biathlon entschieden, denn bisher lief sie im Schülercup sowohl bei den Langläufern als auch bei den Biathleten mit und erzielte super Erfolge.

Am Samstag auf Turnschuhen startete die 15-Jährige als Erste in den Cross-Sprint über 4,5 Kilometer, beim Liegendanschlag verfehlte sie zwei Scheiben, stehend blieben weitere drei schwarz, somit musste die Willingerin fünf Mal in die Strafrunde abbiegen – die Bedingungen am Schießstand mit Regen und Windböen waren aber auch nicht einfach. Trotzdem hatte Marie nach 24:45,4 Minuten wieder den zweiten Rang sicher. „Durch das super Ergebnis von Freitag ist sie etwas entspannter in das Rennen am Samstag gegangen“, sagte ihre Mama Anke Keudel. Den Sieg schnappte sich Hanah Trinkwalder (Oberteisendorf; 23:49,5; 3 Fehler).

Nordcup: Erst auf Turnschuhen, dann viel bergauf

Beim Berglauf auf Rollski mussten dann am Sonntag in klassischer Technik 8,5 Kilometer von Stormbruch bis auf die Höhe zwischen Rattlar und Usseln überwunden werden – und nach 37:39,2 Minuten war Marie wieder der zweite Platz sicher. Lediglich Hanna Beck (Ulm, 35:04,3) war schneller unterwegs. Die 15-Jährige war nach allen drei Wettkämpfen auch auf dem ersten Platz der Nordcup-Gesamtwertung (82 Punkte) zu finden, bei der Marie Keudel direkt als Zweite des 32-köpfigen Feldes mit 78 Zählern folgte.

„Für Marie ist es das erste Jahr bei der Jugend und der Einstieg hätte nicht besser laufen können“, sagte ihre Trainerin Susen Fischer und ergänzte: „Sie hat vor allem eine sehr gute Laufleistung gezeigt, selbst bei den älteren Jahrgängen ist sie damit konkurrenzfähig. Einfach super Ergebnisse, zumal es am Freitag auch ihr erster Wettkampf mit der Waffe auf dem Rücken war.“

Sechster beim Berglauf: Ansgar Klein.
Sechster beim Berglauf: Ansgar Klein. © Jan Simon Schäfer/pr

Ansgar Klein, der seit drei Jahren das Willinger Sportinternat besucht, aber weiterhin für seinen Heimatverein VfL Bad Berleburg startet, lief bei der Jugend II/AK 18/19 am Freitag im Sprint über 7,5 Kilometer nach 23:19,6 Minuten auf Rang 22. Fünf Mal musste er in die Strafrunde und am Ende fehlten ihm 3:14,8 Minuten auf Sieger Adrian Franz (Buntenbock; 20:04,8; 0 Fehler). Teamkollege Ole-Einar Saure verfehlte insgesamt sieben Scheiben und lief nach 27:02,6 Minuten als 36. ins Ziel.

Am Samstag beendete Ansgar nach 43:34,5 Minuten als 13. das Rennen. Acht Scheiben ließ er stehen und kassierte dafür sechs Strafminuten, denn für die älteren Sportler wurde der Wettkampf als Einzel ausgtragen. Ole-Einar Saure ließ ebenfalls acht von 20 Scheiben stehen und wurde in 45:18,2 Minuten 24. des 35-köpfigen Feldes. Es gewann Yanis Jolly (Oberwiesenthal; 37:13,7/3).

250 Zuschauer und 100 Helfer

Am Sonntag im Berglauf war Ansgar in 30:40,8 Minuten Achter. Ole-Einar Saure kam nach 34:20,2 Minuten auf Platz 30. Ganz oben auf dem Podest stand Tim Nechwatal (Schömberg; 29:45,3).

„Bei Ansgar ist eine Leistungsentwicklung erkennbar, er hat einen Schub gemacht, auch wenn er das an den ersten beiden Wettkampftagen nicht ganz bestätigen konnte. Der Sonntag lief dafür umso besser“, sagte Susen Fischer und fügte an: „Ole-Einar war nach dem Ergebnis vom Freitag sehr enttäuscht, obwohl er im Training zuvor sehr gut war. Wir arbeiten jetzt weiterhin an der Grundlage für den Winter und schauen dann, was möglich ist.“

Bei der JugendI/AK 17 waren am Sonntag auch die Langläuferinnen Rika und Lena Schulze vom SCW an den Start gegangen. Rika lief nach 40:13,4 Minuten auf den sechsten Rang, Lena wurde nach 44:31,6 Minuten 15. Es siegte Lena Siegmund (Großbreitenbach; 37:15,8). Ole Frank landete bei den gleichaltrigen Jungs nach 37:56,3 Minuten auf Rang 18. Der Sieg ging an Finn Zurnieder (Kirchzarten; 31:04,8).

Gut 250 Zuschauer feuerten die Sportler täglich an der Strecke an und rund 100 Free Willis waren im Einsatz, damit die Rennen reibungslos verliefen. Der Wettkampf im Upland fließt übrigens komplett in die Wertung der Deutschlandpokal-Serie mit ein, die im Dezember auf Schnee in Ruhpolding fortgesetzt wird. (Friederike Weiler)

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