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Punktlandung als Vorletzter: Vöhler Tischtennisspielerinnen mit Hinrundenleistung zufrieden

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Tischtennisspielerin bei der Angabe
Auf Spielerinnensuche: Anne Maier und ihr Vöhler Team können in der Tischtennis Verbandsliga sportlich mithalten, aber sie müssen immer mal wieder Punkte kampflos abgeben, weil die vierte Spielerin ausfällt - die Personaldecke ist zu klein. © Spitzkopf

Niemand möchte gern Vorletzter werden. Doch für die Vöhler Tischtennisfrauen war dieser eine Platz vor dem Letzten sogar ein Hinrundenziel für ihre Saison in der Verbandsliga.

Vöhl – Die Hinrunde ist nun gespielt und das Quartett um Anne Maier hat eine Punktlandung hingelegt: Vorletzter mit drei Zählern vor dem noch punktlosen TTV Gottstreu. Es sind auch nur sieben statt elf Teams in dieser Liga. „Kein Ahnung, wo die vier Mannschaften geblieben sind“, erzählt Maier und vermutet, dass Corona sie möglicherweise ausgebremst habe.

Die Vöhler Vier mit Anne Maier, Marina Morozov, Lara Saha-Lottenburger und Lena Jahn haben das Pech, dass sie in diesen Pandemiezeiten nur selten ein Ligaspiel zu viert absolvieren. Es fehlt die fünfte, sechste Frau.

Das war immer schon ein Problem für die seit Jahren beste Tischtennisfrauenmannschaft im Waldecker Raum. „Wir suchen schon nach dieser Spielerin, aber es ist schwer, sie hier im Umkreis zu finden“, sagt Maier und vermutlich werde Morozov die komplette Rückrunde nicht zur Verfügung stehen.

Kein Absteiger in dieser Saison

Die Quartett hat das Glück, dass in dieser Saison niemand absteigt. Wie gut könnte diese Mannschaft sein, wenn sie gemeinsam und intensiver trainieren würde. Die Spielerinnen wohnen in Korbach, Itter, Waldeck und Bad Wildungen. Sind sie wirklich schon zu weit verstreut, um sich zumindest einmal die Woche zu treffen?

„Ja“, meint Maier und weist auch noch auf einige andere private Aufgaben hin, warum jede Spielerin in Sachen Trainingsfleiß als Einzelkämpferin agiert.

Und Maier, zweifellos die beste Tischtennisspielerin von ihnen, trainiert sehr selten. Es braucht aber schon ein geübtes Trainerauge, um das bei Anne Maier und ihrem Spiel zu sehen. Sie ist auch in der Verbandsliga-Rangliste die viertbeste Spielerin (9:3 Siege). Und das zu wenig an Training gleicht sie möglicherweise mit ihren 46 Jahren mit immer noch genug Motivation aus: „Die drei, die da in der Rangliste vor mir liegen, würden ich in der Rückrunde nur zu gern wegfegen.“ Aber so recht glaubt sie nicht daran, dass auch die Rückrunde der momentan mächtigen Corona-Welle standhalten wird.

Vöhler noch keine Tischtennis-Fans

Neider sagen ihr bisweilen diesen Satz nach: „Du bist doch nur so gut, weil du mit Noppen spielst.“ Das sieht sie natürlich anders. Mit einem Noppenbelag auf dem Schläger kann man den Schnitt des Balles herausnehmen, das heißt für die Gegnerin, der Ball kommt ohne Schnitt zurück. „Sie kann dann nicht mehr mit dem Topspin angreifen. Mit den Noppen mache ich im Prinzip das Spiel der Gegnerin kaputt.“

Maier selbst sieht ihre Stärken im Spiel auch darin, dass sie mental gut und im Spiel immer die Ruhe selbst sei. Sie findet es schade, dass die Vöhler trotz dieser Frauen-Power im Ort immer noch keine Tischtennis-Fans geworden. Es klingt schon ein wenig putzig, wenn Maier die drei Zuschauer beim Namen nennt, die bei den Heimspielen fast immer da sind: Reinhold Sorger und Siggi Schäfer von der Tischtennisabteilung und ab und zu Günter Eisenmann vom Sportverein. Ansonsten ist da keiner.“

Nach einem Blick auf die Uhr muss Maier das Gespräch beendetn, denn sie muss ihre elfjährige Tochter zum Training fahren. Sie spielt beim TTV Korbach. „Ihre Trainer wollen es hinkriegen dass sie in drei bis fünf Jahren besser spielt als ich.“ Das könnte für die Mutter noch mal ein Ansporn sein. Vielleicht steht sie eines Tages mit ihrer Tochter in einer Mannschaft - immer noch Verbandsliga. Das wär’s! (rsm)

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