Olympia im Fokus, zweite Impfung vor Augen

Carolin Schäfer: „Ich will es der Welt und mir zeigen“

Ihr Fokus liegt auf Olympia: Siebenkämpferin Carolin Schäfer, hier bei der Mehrkampf-DM im August.
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Ihr Fokus liegt auf Olympia: Siebenkämpferin Carolin Schäfer, hier bei der Mehrkampf-DM im August.

Für Carolin Schäfer hat es sich angefühlt, als würde sie „Gold gespritzt bekommen“. An Ostern ist die Siebenkämpferin von Eintracht Frankfurt das erste Mal mit dem Vakzin von Biontec gegen das Coronavirus geimpft worden.

Frankfurt/Bad Wildungen – In eineinhalb Wochen steht der zweite Impftermin an. „Das gibt mir Sicherheit, ist eine Erleichterung und ein Privileg“, sagte die 29-Jährige am Mittwoch bei einer Pressekonferenz der Deutschen Sportlotterie. Als Polizeikommissarin hat sie die Möglichkeit ihres Arbeitgebers, sich impfen zu lassen, sehr gerne wahrgenommen. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele, die in 98 Tagen beginnen, wird Schäfer etwas entspannter durch das Olympische Dorf gehen können als womöglich viele andere Athletinnen und Athleten.

In den vergangenen Wochen und Monaten hat die Vize-Weltmeisterin von 2017 ihre Kontakte stark reduziert, ist nicht mehr mit der Bahn gefahren, um nicht in eine 14-tägige Quarantäne zu müssen. „Das wäre der absolute Worst Case, dann hätte ich sieben, acht Monate Training in den Sand gesetzt“, sagt die gebürtige Bad Wil-dungerin. Nach ihrer verletzungsbedingten WM-Absage trainiert sie seit November 2019 wie berichtet in der Gruppe von Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul. „Die Trainingsmethoden sind absolut hart und der Knaller“, sagt Schäfer, die zuvor von Jürgen Sammert trainiert wurde.

Carolin Schäfer: „Ideelle Werte Olympias kommen zu kurz“

„Wir haben einen besonderen Fokus auf die Schnelligkeit gelegt“, berichtet die EM-Dritte von 2018. Aber auch im technischen Bereich seien einige Elemente dazugekommen. Im Kugelstoßen ist sie von der Drehstoß- wieder zurück auf die Wechselstoßtechnik gewechselt. Safety first ist das Motto, nachdem sie 2018 bei einem Meeting in Götzis drei Fehlversuche produziert hatte und um die EM-Qualifikation bangen musste.

Die Olympia-Norm von 6420 Punkten hat die frühere Jugend-Weltmeisterin schon 2019 geknackt. Eine Medaille zu gewinnen, ist das klare Ziel von Schäfer, deren persönliche Bestleistung von 6836 Punkten aus dem Jahr 2017 stammt. Bei den Spielen in Rio wurde sie Fünfte.

Die ideellen Werte würden bei den um ein Jahr verschobenen Spielen in Tokio sicher zu kurz kommen, glaubt Schäfer. Das sei aber bei tausenden Athleten aus der ganzen Welt in Zeiten einer Pandemie verständlich. „Wer jetzt körperlich und mental mit den Bedingungen am besten zurechtkommt, wird auch im Sommer die besten Chancen haben“, ist sie überzeugt. Sie hat bereits ein Handbuch mit Verhaltensregeln zugeschickt bekommen. So darf sie erst fünf Tage vor ihrem Wettkampf anreisen und muss 48 Stunden später wieder abreisen.

Doch ein Start in Götzis

Eine besondere Motivation braucht die amtierende deutsche Meisterin nicht. „Ich habe mir eineinhalb Jahre den Arsch aufgerissen. Ich will der Welt und mir zeigen: Ich kann es.“ In den kommenden Wochen wird Schäfer in die ersten Wettkämpfe in Einzeldisziplinen einsteigen. Das Mehrkampf-Meeting am 29./ 30. Mai im österreichischen Götzis soll „die erste Standortbestimmung“ werden.

Bei den Spielen in Tokio, die „wohl ihre letzten sein werden“, will sie Edelmetall in der Hand halten und „vor Ort die beste Leistung bringen“. Angesichts der anhaltenden Pandemie wird in Japan allerdings erneut über eine Absage diskutiert. (Timur Tinc)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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