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Sechste bei der EM: „Achterbahnfahrt“ und viele „Gänsehautmomente“ für Siebenkämpferin Carolin Schäfer

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Siebenkämpferin Carolin Schäfer landet in der Weitsprunggrube. Der Sand spritzt
Nicht ganz sechs Meter schaffte Carolin Schäfer im Weitsprung. Während es im Speerwurf bestens lief, holte sie in den anderen technischen Disziplinen zu wenige Punkte, um weiter vorn zu landen als auf EM-Platz sechs. © imago/VEGARD GRoTT

Wie schön war das 2018 in Berlin: EM-Medaille im eigenen Land, beste Stimmung. Und 2022? Stimmung wieder bestens, nur die Athletin nicht ganz in Topform. Caro Schäfer hat´s dennoch genossen.

Siebenkämpferin Carolin Schäfer ist bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München auf Rang sechs gelandet und hat damit ihr persönliches Ziel erreicht. Die 30-jährige Frankfurterin hatte eine Platzierung unter den besten sechs Athletinnen als Ziel ausgegeben. Vor vier Jahren in Berlin war Schäfer Dritte geworden, 2017 war sie sogar WM-Zweite. Für die WM im Juli hatte sie wegen Trainingsrückstandes abgesagt.

Nach dem abschließenden 800-Meter-Lauf am Donnerstag kam Schäfer auf 6223 Punkte. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Nafissatou Thiam aus Belgien gewann mit 6628 Punkten ihren nächsten Titel. Silber holte die Polin Adrianna Sulek, Bronze ging an die Schweizerin Annik Kälin.

Carolin Schäfer: „Highlight meiner Karriere“

Insgesamt lief es nicht in allen Disziplinen nach Wunsch: Mit 5,83 Meter blieb Schäfer zu Beginn des zweiten Wettkampftages unter der Sechs-Meter-Marke , die sie oft drauf hat. Das Speerwerfen am Mittag als Paradedisziplin sollte darüber entscheiden, ob sie noch Medaillenchance am Abend haben würde: 50,18 Meter, die anvisierte 5 vorne, zweitbeste Weite im Feld. Sehr gut, aber ein paar Meter zu wenig im Vergleich mit der Konkurrenz.

Am späten Donnerstagabend hätte die für Frankfurt startende Wildungerin mehr als 13 Sekunden aufholen müssen auf Sulek, die den Lauf gewann, und Kälin, die knapp vor ihr lag. Für Schäfer eher mittelmäßigen 2:17,55 Minuten wurden für sie als Neunte, gestoppt; sie war auch schon drei Minuten schneller unterwegs und hatte sich aufgrund ihres speziellen Krafttrainings in den letzten Wochen Hoffnung auf eine Superzeit gemacht.

Am ARD-Mikrofon stufte Schäfer den Wettkampf vor dem begeisterten Publikum, das binnen weniger Minuten einmal Gold und zweimal Silber für Deutschland bejubelte, gleichwohl als Highlight ihrer Karriere ein. „Es war eine Achterbahn der Gefühle an den zwei Tagen. Aber es gab viele Gänsehautmoment, die ich nie vergesse“, sagte Schäfer.

Die zweite deutsche Starterin Sophie Weißenberg war am Donnerstag auf dem fünften Platz liegend nach dem Speerwerfen ausgestiegen. Die schon am ersten Tag angeschlagene 24-Jährige von Bayer Leverkusen litt nach Angaben des Deutschen Leichtathletik-Verbandes unter Erkältungs- und Erschöpfungssymptomen. (schä/dpa)

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