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Siegen geht vor Siegprämie: E-Soccer-Finale steigt am Wochenende

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zwei Mannschaften
Diese beiden Teams greifen nach dem Cup: Die Mannschaften der SG Adorf/Vasbeck (links) und des TSV Gemünden. © pr

Korbach – Die Finalteilnehmer fühlen sich schon ein wenig wie Profikicker. Der Sieger des Endspiels um den E-Soccer-Cup gewinnt nicht nur ein Turnier, sondern auch 800 Euro.

Es wird ein deutsch-englisches Endspiel, das am Sonntag ab 16 Uhr startet: Wolverhampton Wanderers gegen den 1. FC Köln oder SG Adorf/Vasbeck gegen den TSV Gemünden, drei Spieler auf jeder Seite nach dem Modus „jeder gegen jeden“.

Das Schöne an den beiden Finalteilnehmern ist, dass sie den Blick nur aus den Augenwinkeln auf das Geld richten und ihnen der sportliche Sieg wichtiger ist. „Wir sind noch Schüler und für uns sind schon die 600 Euro für den zweiten Platz unglaublich viel Geld“, erzählt Marek Ullrich, Kapitän des TSV Gemünden, der mit Max Winter, Ole Brück und Finn Grosch ein Quartett bildet.

Das sieht Julian Kesting ähnlich. „Die Titelverteidigung ist uns wichtiger als 800 oder 600 Euro“, sagt der Kapitän der SG Adorf/Vasbeck. Er und seine Teamkollegen Justin Gerold, Bastian Scholz und Justin Thiel hatten im vergangenen Jahr einen Teil der Siegprämie von ebenfalls 800 Euro für einen Satz Trikots für ihre eigene Fußball-Mannschaft ausgegeben.

Gemünden die Favoritenrolle übergeben

Obwohl seine Mannschaft der Titelverteidiger ist, schiebt Kesting dem TSV Gemünden die Favoritenrolle zu. „Sie haben mit Max Winter einen E-Soccer-Profi in ihren Reihen, der für Mainz in der Bundesliga spielt und nur schwer zu schlagen sein wird.“ Allerdings kann auch ein Max Winter nur drei von neun Punkten für sein Team holen.

In einem Punkt sieht Ullrich die SG vorn: „Sie haben Endspielerfahrung, das könnte ein kleiner Vorteil für sie sein, denn wir wissen nicht, wie aufgeregt wir in die Spiele gehen werden. Die Nervosität wird noch zusätzlich steigen, wenn man das erste Spiel verliert.“

Gegner studieren bringt nicht viel

In der Vorbereitung auf dieses Finale gehen beide Mannschaften gegenüber den echten Fußballern einen unterschiedlichen Weg. Der Gegner und wie man ihn stören kann, spielt bei ihnen kaum eine Rolle. Wer sein Spiel gut durchbringe, gewinne meistens auch, betonen beide Kapitäne. Allerdings hat jeder ein paar taktische Varianten in seinem Spiel.

„Ich habe vier verschiedene taktische Varianten, anfangs etwas defensiver, wenn man richtig im Spiel ist etwas offensiver und am Ende des Spiels agiert man je nach Spielstand.“

Was bedeutet es, wenn ein E-Soccer-Spieler sagt, ich spiele am Anfang etwas defensiver, stellt er dann mehr Verteidiger hinten rein oder schaltet er einfach langsamer in die Offensive um?

Das sei eine Frage der Einstellung, erklärt der Gemündener Kapitän. Es gebe fünf verschiedene Defensivverhalten. Und bei Ballverlust könne man auch einstellen, ob die Mannschaft dann ins Pressing gehe oder sich zurückfallen lasse. Aber diese Einstellung könne man ständig ändern.

Die Endspiele um den E-Soccer-Cup können Zuschauer über Handy oder Computer verfolgen. Die Plattform Twitch überträgt jeweils drei der neun Spiele. Mehr geht leider nicht, weil immer drei Spiele zeitgleich ausgetragen werden.

Das Finale: Sonntag ab 16 Uhr, Twitch-Name: TSV Gemünden

Spiel um Platz 3: am heutigen Freitag, ab 17 Uhr, Twitch-Name: claunaldo95

Umschalten auf Dreierkette per Knopfdruck

Und jeder Fußballtrainer wird nun neidisch auf die E-Kicker blicken, denn die Umstellung von der Dreier- auf die Vierer- oder Fünferkette funktioniert einfach per Knopfdruck.

Und wie geht das Finale nun aus? „Wenn wir gewinnen würden, wäre das natürlich ein Traum“, sagt Ullrich. „Aber realistisch gesehen – die Adorfer haben Rosenthal deutlich geschlagen – rechne ich mit einem knappen Ausgang und am Ende werden die Kleinigkeiten entscheiden.“

Natürlich hat auch die Mannschaft von der SG-Adorf/Vasbeck das Zeug für einen erneuten Sieg. „Ich denke, wir sind viel selbstbewusster als im Vorjahr“, betont Kesting. Es sei aber auch keine Tiefstapelei, wenn sie Gemünden die Favoritenrolle zuweisen würden. „Aber ein bisschen ärgern wollen wir sie schon.“

Ohne Druck aufspielen 

Der Anreiz, im Spiel um Platz drei noch einmal alles reinzuwerfen, könnte schon das Geld sein. Ein Hunderter mehr in der Kasse oder nicht könnte eine Antriebsfeder sein für die Teams vom TSV Strothe und des TSV Rosenthal. 400 oder 300 Euro.

„Der dritte Platz hört sich auch viel schöner an als der vierte “, sagt der Strother Kapitän Lee Hartmann. Das sieht Paul Hoffmann, Kapitän der Rosenthaler, nicht anders. Beide Mannschaften haben schon eine Weile am Halfinal-Aus zu knabbern gehabt, aber jetzt können sie befreit ausspielen.

„Der ganz große Druck ist im Spiel um Platz drei nicht mehr drin“ sagt Hartmann. Aber vielleicht wird es gerade deshalb eine interessante Begegnung. (rsm)

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