FRAGEN & ANTWORTEN zum erneuten Skispringen an diesem Wochenende

Continental-Cup in Willingen: Wellinger führt das Feld an

Gehört zu den prominenten Springern beim Continentalcup in Willingen: Richard Freitag, hier beim Weltcup 2020 in Willingen.
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Gehört zu den prominenten Springern beim Continentalcup in Willingen: Richard Freitag, hier beim Weltcup 2020 in Willingen.

Schon wieder Skispringen in Willingen. Von Freitag bis Sonntag geht es auf der Mühlenkopfschanze um Punkte im Continental-Cup. Die 70 Athleten haben ein strammes Programm vor sich.

Nach dem Skisprung-Weltcup 2020 zierte die große Zuschauertribüne das ganze Jahr über das Strycktal am Fuß der Mühlenkopfschanze. Wer hätte sie auch brauchen sollen in einem Corona-Jahr ohne Großveranstaltungen? Auch diesmal ist einiges stehen geblieben, als der Tross der weltbesten Springer nach dem Weltcup das Upland verlassen hat.

Denn auch die zweitbesten Springer der Welt tragen noch Wettkämpfe in Willingen aus: Beim Continental-Cup von Freitag bis Sonntag, für den der Ski-Club nach 2016 wieder einmal Gastgeber ist, gibt es gleich vier Entscheidungen. Warum so viele? Diese und mehr Fragen samt Antworten.

Talente und Altstars beim Continental-Cup in Willingen

Ob man ihn nun Conti-Cup, COC oder Continental-Cup nennt – was ist das für ein Wettbewerb?
Mit Reifen hat er jedenfalls nichts zu tun. Der Skisprung-Continental-Cup, abgekürzt COC, früher auch Interkontinentalcup, ist eine seit 1991 jährlich von der Fis ausgerichtete Wettkampfserie. Sie folgte auf den Europacup und ist die die zweithöchste Wettkampfklasse, direkt nach dem Weltcup.

Wer darf bzw. muss teilnehmen?
Startberechtigt im Continental Cup sind grundsätzlich Springer, die bereits Weltcup-, Grand Prix- oder Continental Cup Punkte erzielt haben; außerdem Athleten, die beim Fis-Cup (Wettkampfserie unterhalb des COC) in der vergangenen oder der laufenden Saison mindestens einen Fis-Cup-Punkt erreicht haben.

Die meisten Nationen nominieren für den COC die Springer ihres B-Kaders, zumal Startplätze im Weltcup für jede Nation begrenzt sind. Formschwache Athleten des A-Kaders werden häufig in den COC „versetzt“, um auf niedrigerem Niveau wieder in form zu kommen und Selbstvertrauen zu sammeln. Gleiches gilt für Rekonvaleszenten nach langwierigen Verletzungspausen. So trifft man neben vielen Talenten und Springern aus schwächeren Skisprung-Nationen oft auch Olympia-Sieger und andere „Altstars“.

Zeitplanänderung für Freitag

Einige Springer wechseln auch mehrfach in einer Saison zwischen COC und Weltcup hin und her, sodass es oftmals zu keiner kontinuierlichen Teilnahme am Continental Cup kommt, weshalb dessen Gesamtsieger nicht zwangsläufig auch der beste Springer sein muss.

Wieso wird gleich viermal ein Einzelwettkampf gesprungen?
Weil die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Saison um einige Wettkämpfe ausgedünnt hat. An einigen Orten fielen die COC-Springen aus, schon lange vorher abgesagt wurden unter anderem die beiden Springen am 23. und 24. Januar in Garmisch-Partenkirchen:; die Willinger erklärten sich bereit, als Ersatz einzuspringen. So wird eben am Samstag gleich zweimal gesprungen.

Schon vor dem offiziellen Beginn hat sich der Programmablauf im übrigen geändert. Bereits an diesem Freitag finden zwei Einzelkonkurrenzen auf der Mühlenkopfschanze statt. Bereits um 11.30 Uhr startet das offizielle Training. Um 14.30 Uhr findet der erste Wettkampf statt, um 18 Uhr zur ursprünglichen geplanten Zeit schließt sich ein weiteres Einzelspringen an.

Grund sind die ungünstigen Wetterprognosen für das Upland; vor allem für die Zeit von Samstag auf Sonntag. Neben Schneefall ist wieder recht stürmischer Süd-Ost-Wind vorhergesagt, der schon beim Weltcup vorigen Sonntag den Ablauf extrem erschwerte. Täglich wird dann morgens entschieden, wie es am Folgetag weitergeht.

Hensel: „Wir werden auch das stemmen“

Was bedeutet der COC organisatorisch für den Ski-Club Willingen?
In vielerlei Hinsicht eine Kopie der Arbeit vom vorigen Wochenende. Denn auch auf dem Papier schwächere Springer brauchen Hotel, Fahrdienst, eine bestens präparierte Schanze, einen fairen Wettkampf usw.

Jürgen Hensel geht davon aus, „dass wir den Continental Cup genauso machen wie den Weltcup“. Der Leiter des Organisations-Komitees erklärt, warum das Handling einfacher wird: „Wir brauchen nur die LED-Banden abzubauen und den TV-Compound. Der Rest bleibt stehen. Wir werden das genauso durchziehen mit dem gesamten Hygienekonzept. Der Vorteil ist, dass wir jetzt genau wissen, was wir machen müssen und was nicht. Ich bin positiv gestimmt, dass wir auch das stemmen.“

Sind diesmal Zuschauer zugelassen?
Nein. Auch dieses Event findet ohne Zuschauer statt. Auf Grundlage des Hygienekonzepts, das auch für den Weltcup galt, bestehen insgesamt diverse Einschränkungen; auch wieder für die aktiven Springer, Trainer, Funktionäre und die „Free Willis“.

Erinnerungen an den letzten COC in Willingen: 2016 gab es am Samstag viel Schnee und Sturm, am Sonntag drei deutsche Podestplätze.

Wie viele Helfer werden gebraucht?
Rund 350 „Free Willies“ sorgten für einen reibungslosen Weltcup, beim COC sind es nicht viel weniger. „Im Pressebereich werden zwar weniger Helfer benötigt“, erklärt Hensel“, aber bei Kontrollen, im Schanzenteam und beim Team Anlauf sind es genauso viele wie bei Weltcup. Je nachdem, wie das Wetter wird, müssten oben an der Schanze sogar mehr Helfer als zuletzt Dienst verrichten, so Hensel: „Es könnte schneien, dann müssten wir mit den Blasegeräten ran.“

Welche Athleten sind beim COC am Start?
Rund 70 Skispringer aus 18 Nationen werden beim Continental-Cup in Willingen an den Start gehen. Das Feld ist wie so oft eine Mischung aus Talenten und formschwachen, prominenten „Altstars“.
Hinzu kommen eine Reihe schwächere Skisprung-Nationen, die man im Weltcup selten oder gar nicht sieht. So sind beispielsweise jeweils vier Athleten aus Rumänien und der Türkei am Start.

Deutsches Team mit 13 Springern - auch Freitag dabei

Gleich 13 Athleten (sechs über die nationale Gruppe) schickt Deutschland ins Rennen; darunter bekannte Namen wie die Olympiasieger Andreas Wellinger und Marinus Kraus, Teamweltmeister Richard Freitag und der lange verletzte David Siegel, der 2016 beim Willinger COC zweimal Zweiter wurde.

Noch immer nicht in Weltcup-Form: Andreas Wellinger.

Freitag – mit 119 Punkten auf Platz 19 derzeit bester DSV-Adler im Ranking – kämpft ganz besonders für ein Comeback im Weltcup, das für Wellinger derzeit weit entfernt scheint. Aber vielleicht wachsen ihm ja gerade in Willingen wieder Flügel, wo er 2017 den Weltcup gewann.

Der Österreicher Stefan Rainer (303 Punkte) kommt als Führender in der Gesamtwertung ins Waldecker Upland. Russland hat mit Ewgenji Klimow mit sogar einen Weltcupsieger gemeldet, bei den Japaner ist der derzeit völlig außer Form befindliche Junshiro Kobayashi der Bekannteste.

Nicht auf der Meldeliste: Der Österreicher Gregor Schlierenzauer, der auch beim Weltcup nicht dabei war, und Sprung-Opa Noriaki Kasai. der 49-Jährige hatte auf einen Start in Willingen gehofft, erweist sich auch in der zweiten Liga in diesem Winter als nicht konkurrenzfähig. Weitere bekannte Starter, die bei Weltcups schon im Upland flogen, sind zum Beispiel Stefan Hula und Macjei Kot (beide Polen) und der Slowene Cene Prevc. (schä)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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