Bauarbeiten am Skisprung-Stützpunkt

Zurück im Team: Stephan Leyhe und Co. müssen auf der 70-Meter-Schanze üben

„Endlich wieder beim Team“, vermeldete Stephan Leyhe mit diesem Foto von den ersten Sommersprüngen auf Facebook.
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„Endlich wieder beim Team“, vermeldete Stephan Leyhe mit diesem Foto von den ersten Sommersprüngen auf Facebook.

Auch wenn die Schanze derzeit nur halb so groß wie die heimische am Mühlenkopf ist: Die deutschen Skispringer trainieren wieder – und Stephan Leyhe gehört wieder zum Team.

Willingen/Hinterzarten – Bundestrainer Stefan Horngacher hat einen Teil der Skisprung-Nationalmannschaft zum ersten Trainingslehrgang ins Bundesleistungszentrum Herzogenhorn und nach Hinterzarten eingeladen, wo derzeit allerdings nur die 70 Meter-Schanze bereit steht.

Für Skiflug-Weltmeister Karl Geiger eher ein Hügel, als eine Schanze. Bestenfalls geht es 70 m weit statt der 200-Meter-Marke in Planica. Auch König Karl , der lange als Kleinschanzen-Karle verschrien war, dann aber zum Flieger wurde, „tritt“ derzeit noch kürzer.

Der 51-Jährige, aus Tirol stammende Horngacher, der mit seiner Familie im Schwarzwald lebt, wäre mit seinen Schützlingen gern auch schon auf der großen Rothausschanze gesprungen, deren Umbau nach fatalen Fehlern bei der Umsetzung der Plandaten in Beton einfach nicht fertig werden will. Schon im Winter mussten deswegen sogar Veranstaltungen abgesagt werden.

Leyhe: „Skispringen ist Arbeit“

 „Ist jetzt mal so, geht schon“, wird der Coach in der Lokalzeitung zitiert, „wir haben jetzt halt nur die K-70“. Und die passe für den ersten Trainingslehrgang allemal. Für Horngachers Springer geht es zunächst ums „wieder rein finden in die Luftfahrt“.  

„Skispringen ist Arbeit“, sagt Upland-Adler Stephan Leyhe, der in Hinterzarten lebt und beinahe Familienanschluss zu den Horngachers hat. Horngachers Ehefrau Nicole war lange Physiotherapeutin DSV-Adler zu Hannawalds Zeiten und half auch gelegentlich bei Leyhe aus, der sich in seiner Wahlheimat bestens aufgehoben fühlt.

 Nach seinem ersten Weltcup-Triumph im Februar 2020, noch dazu in seiner Willinger Heimat, war er wenige Tage später bei der kurz darauf abgebrochenen Raw-Air-Tour im norwegischen Trondheim nach einem 141 m- Satz schwer gestürzt. Diagnose: Kreuzbandriss im linken Knie. Hessens „Sportler des Jahres“ kämpft seitdem im Schwarzwald um seine Rückkehr auf die Schanzen, wagte im März nach langer Reha wieder erste Sprünge auf Schnee.

„Die K-70 ist im Moment sogar ideal für mich“, sagt der 29-Jährige, und freut sich sichtbar: „Die Sprünge laufen gut und besser als gedacht“. Das lädierte Knie sei verheilt, der schwere Sturz ist fast vergessen, „ich hab’ keine Schmerzen, keine Beschwerden mehr“, so Leyhe.

Der Bundestrainer beobachtet das Comeback des fleißigen Skispringers, der 2018 in Pyeongchang mit dem Team olympisches Silber gewann und ein Jahr später Team-Weltmeister und mit seinen Kameraden zur „Mannschaft des Jahres“ in Baden-Baden gekürt wurde, mit Wohlwollen und großer Zuversicht. „Es geht ja wieder um Olympia“, blickt Horngacher schon in Richtung Peking. „Da könnte der Stephan wieder dabei sein“. So wie auch Olympiasieger Andreas Wellinger, dessen Comeback im vergangenen Winter misslang. Lange waren „Welle“ und Leyhe gute Kumpels Zimmergenossen. Jetzt geht es für beide um die Rückkehr in den Weltcup-Zirkus. (be)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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