Skispringen: Zwei Doppelsiege zum Auftakt - Freitag Siebter

Continental-Cup in Willingen: Österreicher das Maß der Dinge

45,1 Punkte. So groß war – beide Wettkämpfe zusammen genommen – der stolze Vorsprung von Ulrich Wohlgenannt an der Spitze der 66 Springer beim Continental-Cup in Willingen.

Überragender Springer des ersten Tages: Doppelsieger Ulrich Wohlgenannt aus Österreich.

Willingen – Bei guten und fairen Bedingungen ist am Freitag der erste Tag beim COC auf der Mühlenkopfschanze über die Bühne gegangen. Sportlich war es vor allem für Team Austria ein Auftakt nach Maß. Nicht nur wegen Ulrich Wohlgenannt, der einen Sahnetag erwischte.

„Heute hat alles zusammengepasst: meine Form, die Schanze. Auch Samstag will ich wieder große Weiten springen, das ist der Plan“, erklärte der Doppelsieger nach der Siegerehrung“. Der 26-jährige Österreicher war der überragende Athlet. Und sein Landsmann Markus Schiffner war nach zwei ebenso starken Auftritten der würdige „Kronprinz“ als jeweils Zweitplatzierter.

Und aus deutscher Sicht? Lief es noch nicht rund. Während Olympiasieger Andreas Wellinger im Upland etwas überraschend nicht am Start war, hatte sich Paul Winter vom SC Willingen auf sein Heimspiel gefreut. Die Hoffnung auf ein Ergebnis, das Selbstvertrauen gibt, erfüllte sich aber nicht: 48. war Winter beim ersten Springen (113,5m), am Abend wurde er mit 118,5 Metern 45.

Im Training hatte Winter 120,5 und 128,5 Meter erzielt. „Es ist unheimlich schwer in diesem Winter, weil man so wenige Wettkampfsprünge hat“, sagte der Lokalmatador, der aber zufrieden war, dass sich wenigstens sein Wunsch von einem Wettkampf auf der Heimschanze erfüllte.

So lief das erste Springen

Als einziger überquerte Wohlgenannt im ersten von zwei Einzelspringen die 140-Meter-Marke und holte sich nach 144 und 142,5 Metern (281,3 Punkte) hochüberlegen den Sieg vor Landsmann Schiffner (138/132/249,7). Dahinter lagen drei Weltcup-erprobte Athleten: die beiden Slowenen Cene Prevc (138/129/237,2) und Anze Semenic (135,5/130/231,6) auf den Rängen drei und fünf sowie der ältere der Kobayashi-Brüder, Junshiro (132/137,5/232) aus Japan als Vierter.

Pech hatte der bereits vor einer Woche in Willingen aktive Norweger Anders Haare , der zunächst als Vierter geführt war, aber von Jörg Stremme bei der Materialkontrolle im Auslauf disqualifiziert wurde.

Die deutschen Springer erwischten bei leichtem Nebel und mäßigen Windbedingungen keine guten Start. Nur drei von 13 DSV-Springern erreichten das Finale der besten 30. Richard Freitag war als Siebter der Beste, nach 129,5 und 137 Metern betrug sein Rückstand auf Wohlgenannt allerdings mehr als 50 Punkte. Ansonsten waren unter den Top 30 nur noch Kilian Märkl (15./213,4 Pkt) und Philipp Raimund (24./205,5) zu finden.

2. Springen: Wohlgenannt erneut zweimal über 140 Meter

Am Abend, als der Nebel wegzog und bei sehr wenig Wind ein faires zweites Springen über die Bühne ging, ließ die Jury die Springer aus Gate 19 (zuvor 15) losfahren. Und irgendwie war klar, dass Ulrich Wohlgenannt da noch einen drauflegen würde. Erst bei 149 Metern landete der Österreicher, es folgten noch einmal 140,5. Das bedeutete: Auf den ersten COC-Sieg seit 2017 folgte gleich der zweite.

Und wieder folgte Markus Schiffner auf Platz zwei, der mit 141,5 Metern in Durchgang zwei als einziger einmal weiter sprang als Wohlgenannt. Der lag mit 306,5 Punkten erneut um einiges vor Schiffner (292,9), der Rest war noch weiter zurück.

Noch immer nicht auf Weltcup-Niveau, aber zum Auftakt eindeutig bester Deutscher: Richard Freitag

Diesmal kam Norwegens Sondre Ringen (282,5/142+137m) als Dritter aufs Podest, vor Polens Aleksander Zniszczol (281,2/ 142+137) und Japans Junshiro Kobayashi (277,6/136,5+140,5), die beide ebenso wie der Sechstplatzierte Maximilian Steiner (271,9/140+134) 140 Meter und weiter gesprungen sind.

Den DSV-Adlern blieb angesichts dieser Topweiten erneut nur das Staunen. Für Richard Freitag (253,6/133+128,5) reichte es zu Platz 15, in die Punkteränge kamen außer dem um seine Form ringenden Team-Weltmeister aus Sachsen nur noch Philipp Raimund (18.) und David Siegel (27.).

Überraschend erreichte der die Gesamtwertung anführende Österreicher Stefan Rainer (37.) nicht das Finale der besten 30 und ging punktemäßig leer aus. Er führt dennoch weiter die Gesamtwertung mit 318 Zählern an.

Zeitplanänderung auch am zweiten Tag

Die vielen Sprünge über 140 bzw. 130 Meter im Training und Wettkampf unterstrichen, dass Schanzenchef Andi Rohn trotz Regen in den letzten Tagen Topqualität abgeliefert hat und die Mühlenkopfschanze noch immer in „Weltcupform“ ist.

An diesem Samstag, dem zweiten Tag, hat sich der Zeitplan für den COC erneut geändert. Bereits um 9 Uhr findet das dritte Einzelspringen statt, um 12 Uhr soll ein weiterer Wettkampf gesprungen werden. Können beide Springen über die Bühne gehen, findet am Sonntag kein Springen in Willingen mehr statt.  (schä)

Rubriklistenbild: © Artur Worobiow

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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