Vorsitzender strebt LSBH-Amt an

Sportkreistag: Hundert Prozent Unterstützung für Uwe Steuber und Team

Der neue Vorstand des Sportkreises Waldeck-Frankenberg steht auf Zuschauerbänken in der Kreissporthalle Korbach
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Etwas jünger, etwa weiblicher: Der neue Sportkreisvorstand mit (vorn v. links) Uwe Steuber, Kerstin Mühlhausen, Bernhard Seitz, Gerhard Gottmann; mittlere Reihe: Yasmine Huthwelker, Gerhard Menkel, Marianne Becker, Sylvia Kuhnhenn, Verena Gottmann, Wolfgang Kratzert, Benedict Geise; hintere Reihe: Matthias Schäfer, Jan-Martin Speer, Till Vollmar, Christoph Neugebauer, Gerhard Schmitt, Carsten Habermann, Theo Schätte. Es fehlen Patrick Vogel und Nicole Rohde.

Korbach – Hundert Prozent für Uwe Steuber: Der Vorsitzende des Sportkreises Waldeck-Frankenberg weiß nach dem vielleicht ungewöhnlichsten Sportkreistag aller Zeiten die Vereine hinter sich. Auch sein Vorstandsteam mit vier Neuen erhielt am Donnerstagabend in der Korbacher Kreissporthalle alle Delegiertenstimmen.

„Das ist eine Anerkennung und Wertschätzung deiner Arbeit“, gratulierte als erster Rolf Müller dem wiedergewählten Steuber. Der scheidende Präsident des Landessportbunds Hessen (LSBH) hatte die Wahl geleitet, Steuber nach neun Jahren auf dem Chefposten die Verdienstnadel des LSBH überreicht – und gleich mal höhere Ambitionen des 59 Jahre alten Korbachers öffentlich gemacht.

Er werde Steubers Arbeit kritisch begleiten, wenn er im Präsidium des LSBH sitze, sagte Müller. Der heimische Sportkreischef strebt neben diesem Amt den Job des Vizepräsidenten für Schule, Bildung und Personalentwicklung beim LSBH an. Der aktuelle Amtsinhaber Heinz Zielinski kandidiert beim Sportbundtag am 7. Mai 2022 um die Müller-Nachfolge.

Gut ein Sechstel aller Vereine vertreten

Präsent waren am Donnerstag Delegierte aus 55 Vereinen und sieben Fachverbänden – rund ein Sechstel der im Sportkreis organisierten 315 Klubs mit ihren 67 500 Mitgliedern und halb so viele wie vor drei Jahren in der Stadthalle. Die Corona-Bedingungen. Steuber nannte die Beteiligung angesichts der Umstände bemerkenswert.

Überhaupt die Pandemie: Sie dimmte das Programm des Sportkreistags weitgehend auf die sogenannten Regularien herunter und dominierte thematisch auch die Gastbeiträge (Artikel unten). Steuber kündigte Ersatz an: Im Jahr 2022 will der Sportkreis eine „inhaltliche Veranstaltung“ anbieten und zum Beispiel die Auswirkungen und Möglichkeiten der Sportentwicklungsplanung für Waldeck-Frankenberg diskutieren. „Dann werden wir mit Ihnen wieder ins Gespräch kommen“, versprach Steuber den Frauen und Männern aus den Vereinen.

Mehr Kontakte versprechen die Vereinsberatungen, die der Sportkreis nach der Corona-Pause abermals zum Schwerpunkt macht. Steuber selbst ist bereits als Berater ausgebildet, die nötige Schulung durchläuft zudem das neue Vorstandsmitglied Verena Gottmann.

Steuber will die Beratungen „nahezu kostenlos“ anbieten. „Ich hoffe, Sie werden das in Anspruch nehmen“, sagte er. Verstärkung sucht der Sportkreis im Hauptamt, weil Kassenwartin Kerstin Mühlhausen ihre Arbeit in der Servicestelle reduzieren wird. „Wir suchen einen jungen Mitarbeiter oder eine junge Mitarbeiterin, die ins Team passen.“

Kasse wegen Corona zu gut gefült

Alarmiert zeigte sich Steuber nach einem Gespräch mit der Geschäftsführerin des Großvereins TSV Korbach, Angela König, die sich Sorgen um die Rückkehr speziell der 12- bis 15 Jahre alten Jugendlichen zum Sport nach dem langen Lockdown mache. „Wir müssen gemeinsam Ideen entwickeln, dass wir sie wiederholen“, sagte er. Einen Beitrag bei der Bekämpfung der Pandemiefolgen forderte er auch vom Schulsport.

Sportförderung, Aus- und Weiterbildung stehen ebenfalls prominent auf der Aufgabenliste des Sportkreises. Geld ist da. Kassenwartin Mühlhausen berichtete von einem Kassenstand so hoch wie nie – eine Corona-Folge: Der Sportkreis konnte viele Mittel, die vom LSBH und dem Landkreis fließen, nicht wie geplant ausgeben.

Auf Lücke gesetzt: Das Publikum beim Sportkreistag vom Redner aus gesehen.

Als Beispiel nannte Mühlhausen das im Vorjahr gestartete Förderprogramm zum Ausbau von Angeboten zum Gesundheits- und Rehabilitationsport. Vereinen, die Mitglieder auf diesem Sektor zu Assistenten- und Lizenzausbildungen schicken, zahlt der Sportkreis 50 Prozent der Kosten. 45 Anträge waren nach kurzer Zeit gestellt, 15 000 Euro lagen bereit – bisher seien aber nur zehn Maßnahmen möglich gewesen, so Kerstin Mühlhausen.

„Wir halten die Förderung weiter aufrecht“, kündigte sie an. Gute Sportangebote seien nun mal „der Schlüssel zur Mitgliedergewinnung“. Auch Kooperationsprojekte von Schulen und Vereinen, die beim Schulamt aus dem Raster fallen, will der Sportkreis weiter finanzieren.

Der neue Sportkreis-Vorstand

Präsident Rolf Müller nannte Waldeck-Frankenberg einen der „herausragenden Sportkreise“ im Landessportbund. Das geht runter wie Öl, und der Vorsitzende Uwe Steuber wusste, dass sein Sportkreis auch wegen seines Teams so dasteht. „Ein sehr guter Vorstand“, sagte er. Neu dabei sind die Berndorferin Verena Gottman, die Kindeswohlbeauftragte Sylvia Kuhnhenn, Beisitzer Patrick Vogel und Jugendwart Dominic Geise. Ausgeschieden sind die Beisitzer Uli Rehbein und Cordula Glöde sowie Sportwart Willi Cippitelli. Sie sollen bei nächster Gelegenheit gebührend verabschiedet werden.

Posten und Namen. Vorsitzender Uwe Steuber (Korbach); 1. Stellvertreter: Bernhard Seitz (Bottendorf); 2. Stellvertreter, Archivwart: Gerhard Gottman (Helsen): Kassenwartin, Sportabzeichen-Beauftragte: Kerstin Mühlhausen (Nieder-Schleidern); Schriftführerin: Yasmine Huthwelker (Altenlotheim); stellv. Schriftführer: Wolfgang Kratzert (Laisa); Beauftragter f. Schule und Verein: Theo Schätte (Schreufa); Bildungsbeauftragter: Matthias Schäfer (Goddelsheim); Beauftragter für Sportförderung und -stätten: Carsten Habermann (Waldeck); Pressewart: Gerhard Menkel (Landau); Beauftragter f. Schulsport: Jan-Martin Speer (Wirmighausen); Beauftragte f. Gesundheitssport: Marianne Becker (Adorf); Vereinsberaterin: Verena Gottmann (Berndorf); Kindeswohlbeauftragte: Sylvia Kuhnhenn (Hatzfeld); Inklusionsbeauftragter: Christoph Neugebauer (Bad Arolsen); Jugendwarte: Dominic Geise (Dodenhausen), Nicole Rohde (Korbach); Beisitzer: Gerhard Schmitt, Till Vollmar (beide Frankenberg), Patrick Vogel (Usseln); Ehrenvorsitzender: Dieter Feurich (Mengeringhausen). mn

Geld steht laut Mühlhausen auch etwa für Software zur Abwicklung des Sportabzeichens bereit (sie ist Referentin für dieses Breitensport-Angebot). Außerdem hat der Sportkreis seinen Zeltepool mit einem Stern- und einem Pagodenzelt erneuert. Die Vereine können sie bei Jubliäumsfeiern kostengünstig ausleihen. Ohne Debatte einstimmig verabschiedet wurde die neue Satzung des Sportkreises.

Müller für „eine Art Marshallplan“

Vor allem um Corona drehten sich am Donnerstag die Gastbeiträge. LSBH-Präsident Rolf Müller brachte dabei „so etwas wie einen Marshallplan für den Sport nach der Pandemie.“ Auch wen das Wort vielleicht ein bisschen groß gewählt sei.

Dabei dürfe es keineswegs allein ums Geld gehen, sagte Müller und erzählte von Anrufen tief frustrierter und demotivierter Vereinsmitarbeiter während des Lockdowns. „Wir brauchen auch Unterstützung, dass wir das, was wir jetzt verloren haben, sowohl bei Mitgliedern als auch bei der Motvation und beim sozialen Engagement aufholen können“, folgerte der nach 24 Jahren aus dem Amt scheidende Gelnhäuser.

Abschiedsvorstellung: LSBH-Präsident Rolf Müller (links) mit Uwe Steuber.

Müller befand gleichwohl, die Vereine hätten sich in der Zeit der erzwungenen Untätigkeit „als sehr robust, sehr innovativ und sehr anpassungsfähig“ erwiesen. Als positive Folge der Pandemie nannte er auch ein neues Bewusstsein dafür, was der Sportverein über das reine Sportausüben bedeute. Zudem habe sich bezahlt gemacht, dass der Sport auf allen Ebenen den Kontakt zur Politik gehalten habe. Das habe sich etwa in den Corona-Förderprogrammen niedergeschlagen. Ganz aktuell will die Landesregierung Klubs unterstützen, die hohe Mitgliederverluste verzeichnen.

Landrat wirbt für Impfen und Klimaschutz

Einen weiten Bogen spannte Landrat Reinhard Kubat. Ersprach von schwierigen Corona-Entscheidungen und warb um Verständnis für geschlossene Hallen und Sportanlagen ohne Ausnahme. „Die Gestaltungsspielräume waren äußerst gering“, sagte er. Umso mehr begeisterte sich Kubat für die frischen Landkreis-Aktionen für Kinder und Jugendliche nach dem Lockdown: freier Eintritt in Freibädern und ein Sonderzug nach Frankfurt.

Der Landrat warb ausdrücklich fürs Impfen auch von Jugendlichen. „Die Impfquote wird darüber entscheiden, ob wir die vierte Welle erleben oder nicht.“ Und er erinnerte an die Klimakrise. Sie zu bekämpfen, stehe auch der Sport in der Pflicht.

„Es ist gut, dass es wieder losgeht. Das nimmt Dampf aus dem Kessel“, sagte der Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst als Vertreter der Städte und Gemeinden. Wesentliche Aufgabe der Vereine sei es nun, „die Jugendlichen ein Stück weit in den Alltag zurückführen“. Ausdrücklich lobte er die stärkere politische Ausrichtung des Sportkreises. Dörte Fabry, Vorsitzende des Turngaus Waldeck, dankte dem Sportkreis für den Sportkreistag in Präsenz. „Der Abend gibt Mut und Kraft, wieder Veranstaltungen vor Ort durchzuführen.“

Vorbildlich engagiert: die beim Sportkreistag geehrten neun jungen Leute. Das Foto zeigt sie mit der stellvertretenden Kreistags-Vorsitzenden Iris Ruhwedel (vorn rechts): vorn von links: Stefan und Dominik Imöhl; mittlere Reihe: Anna Bieding, Marie-Kathrin Rampelt, Zoe Lache, Waldemar Maier; hintere Reihe: Lucas Kunz, Marleen Krummel, Fabian Waid. Es fehlen Lukas Blaschke, Gwendolin Küthe, Saskia Mann und Chris Mvemba.

Bühne für das Junge Ehrenamt

Die Pandemie hat manche Idee ans Licht befördert, eine davon war die Aktion Junges Ehrenamt, zu der sich Sport- und Landkreis Waldeck-Frankenberg sowie die beiden heimischen Tageszeitungen zusammengetan hatten. Das Quartett suchte nach einem Ersatz für die wegen Corona abgesagte jährliche Sportlerehrung. Und entschied sich dafür, zehn im Vereins- oder Verbandssport besonders engagierte junge Leute zu finden, vorzustellen und für ihr Tun auszuzeichnen.

„Eine Idee, die unbedingt fortgesetzt werden muss“, fand Matthias Schäfer, der Leiter des Landkreis-Fachdiensts Sport, beim Sportkreistag. Aus den ursprünglich zehn wurden dreizehn, weil es Kreis eben sehr viele junge Engagiert gebe, die viel bewegten. Sie bekamen als Dankeschön von Sportkreis-Chef Uwe Steuber und der stellvertretenden Kreistagsvorsitzenden Iris Ruhwedel Gutschein und Urkunde überreicht.

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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