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Springreiter Richard Friedrich Fünfter bei DM der Amateure in Münster

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Richard Friedrich und seine Stute Cyppy über einem Hindernis.
Der Amateur unter den Amateuren: Richard Friedrich und seine Stute Cyppy konnten sportlich bei der deutschen Meisterschaft mithalten, materiell manchmal nicht. © bb

MünsterHandorf war für drei Tage Schauplatz der Deutschen Meisterschaften der Amateure im Springreiten. Mit dabei: Richard Friedrich und seine Stute Cyppy. Es hat sich gelohnt,

Münster - Drei Tage am Stück war das Paar für den Reitsport noch nie unterwegs. Doch wer bei den „Deutschen“ dabei sein will, muss bleiben, das Pferd darf zwischendurch nicht nach Hause. So blieben er und sie in Handorf.

Friedrich suchte sich eine Bleibe und Cyppy schlief mit anderen Pferden in einem Zeltstall. „Ich wusste nicht, wie sie damit umgehen wird“, sagt der Reiter vom RuFV Sachsenhausen. Sein Pferd sei es nicht gewohnt irgendwo über Nacht zu bleiben, es stand da auf drei mal drei Metern mit vielen fremden Pferden.

Doch die elfjährige Stute meisterte diese Auswärtsaufgabe sehr gut, sodass sich beide auf das Sportliche konzentrieren konnten. Drei Springprüfungen der M-Klasse (Sprunghöhe bis 135 Zentimeter) lautete die Aufgabe. 41 Reiterinnen und Reiter waren dafür qualifiziert.

Amateur ist, wer ein Pferd in der Saison reitet

Sie hatten bei Turnieren von Oktober 2021 bis zum 14. August 2022 Ranglistenpunkte gesammelt, die über die Vergabe der Startplätze in den jeweiligen Landesverbänden entschieden. In Hessen lagen Friedrich und die spätere DM-Gewinnerin Lisa Oppermann (Gückingen) vorn und vertraten den Verband bei diesen Titelkämpfen der Amateure im Springreiten.

Wo hört eigentlich der Amateur im Reitsport auf? „Amateure sind all die, die mit dem Reiten oder mit dem Pferdverkauf kein Geld verdienen. Wer zwei verschiedene Pferde während einer Turniersaison reitet, gilt schon nicht mehr als Amateur“, erzählt Friedrich. Bei dieser Meisterschaft ist also nur das Einzelpferd zugelassen. Das spricht für ein besonderes Mensch-Tier-Verhältnis.

Auch Friedrich führt mit seiner Stute Cyppy eine innige Beziehung, aber was die beiden in Münster auf dem Turniergelände teilweise beobachtet haben, geht in Richtung Hätschelpferd.

„Ich habe mich manchmal wie der Amateur unter den Amateuren gefühlt“, erzählt der 56-Jährige Hufschmied. „Wir fahren mit Auto und Hänger zu den Turnieren und waren damit in Münster eher die Ausnahme, manche fuhren da mit Transportern vor, wo man denkt, den fahren nur Profis. Dann hatten einige noch ihren Pferdepfleger und sogar den eigenen Trainer dabei,“ erzählt Friedrich. Er vermutetet, dass der Reitsport in manchen Gegenden Deutschlands auch vom Geld her noch mal eine ganz andere Nummer ist als in Nordhessen oder dem angrenzenden Westfalen.

Zwei fehlerfreie Ritte in den ersten beiden Wertungsprüfungen

Friedrich fand es interessant, zumindest mal einen kleinen Einblick in die Pferdsportszene anderer Bundesländer zu bekommen. Sportlich mussten er und Cyppy sich hinter niemanden verstecken. Das Duo schrammte bei diesem Amateur-Championat knapp am Podium vorbei und belegte nach den drei Springprüfungen in der Gesamtwertung Rang fünf. Da seine Teamkollegin Lisa Oppermann die Meisterschaft gewann, war Hessen das erfolgreichste Bundesland.

In der ersten M*-Prüfung gelang Friedrich und Cyppy ein fehlerfreier Ritt in 67,17 Sekunden. Das reichte für den achten Platz. Das Paar steigerte sich in der zweiten Wertungsprüfung der gleichen Kategorie. Cyppy berührte erneut keine Stange im Parcours, ihre 62,53 Sekunden bedeuteten diesmal Rang vier unter den 41 Startern.

Friedrich ging als Gesamtdritter in das Finale der besten 30 Reiterinnen und Reiter am Sonntag antreten. Nun war der Schwierigkeitsgrad etwas höher, denn es war eine Prüfung der Klasse M**. Abermals schien es so, als ob Cyppy und Friedrich fehlerlos durchkommen würden. Nur noch ein Hindernis, dann wäre es geschafft. Es kam aber anders, beim letzten Sprung fiel eine Stange und dadurch rutschten die beiden gleich auf den 19. Rang ab.

Ein Abwurf am letzten Hindernis ärgert Reiter besonders. Da war Friedrich keine Ausnahme, aber sein Ärger darüber ist mittlerweile der Zufriedenheit gewichen: „Wir sind immerhin die fünfbesten Amateure in Deutschland.“ (bb/rsm)

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