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Stephan Leyhe: Der erste Olympia-Sprung ist gemacht

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Von: Dirk Schäfer

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Stephan Leyhe im Trikot mit den Ringen: So wie hier 2018 Pyeongchang gehört Stefan Leyhe in Peking zum „Team D“. Im ersten Training wurde er gestern 26.
Stephan Leyhe im Trikot mit den Ringen: So wie hier 2018 Pyeongchang gehört Stefan Leyhe in Peking zum „Team D“. Im ersten Training wurde er gestern 26. © imago/Sven Simon

Ein Gefühlsmoment jagt derzeit den anderen im Leben von Stephan Leyhe: Heimspringen in Titisee und Willingen, einen Tag nach dem Weltcup im Upland in den Flieger nach Peking.

Und nach gut zwei Tagen einziehen und einleben geht es an diesem Freitag schon das erste Mal auf die Schanze. Als Stephan Leyhe das letzte Mal eine Olympia-Schanze bestieg, war er amtierender Schanzenrekordhalter, aber wusste noch nicht so genau, ob er zum Einsatz kommt. 2018 war das in Pyeongchang. Im Jahr zuvor hatte Leyhe dort 139,5 Meter beim Weltcup erzielt und war Fünfter geworden.

Diesmal ist alles anders. Weiten wie jene sind ab heute erst einmal nicht zu erwarten, da der Auftakt traditionell auf der kleinen oder der Normalschanze gemacht wird. 104,5 Meter sprang dort gestern Halvor Egner Granerud – der Norweger war nach Punkten zweitbester im ersten Training der Männer in Zhangjiaku hinter dem Russen Evgeniy Klimov. Es waren die ersten Sprünge der Weltelite auf der Olympiaschanze, da die geplanten Weltcups coronabedingt ausfielen. Nur ein Continentalcup fand dort zu Saisonbeginn statt.

Leyhe: 93,5 Meter und Platz 26 im ersten Training

Stephan Leyhe begann, wie man es kennt: verhalten, um Platz 20 herum. 93,5 Meter, Platz 26 nach dem ersten Trainingssprung, der meist nicht der beste ist. Der Schwalefelder tastet sich meist Tag für Tag voran. Im Gegensatz zu 2018 ist er diesmal die klare Nummer drei im Team und nicht der fünfte Mann mit geringer Hoffnung auf einen Einsatz. Zudem ist sein Stil als beim Absprung starker Athlet sehr gut geeignet für die Normalschanze.

Gleichwohl: Die Favoriten sind andere, Teamkollege Karl Geiger beispielsweise, der ebenfalls ein absprungstarker Athlet ist. Wer nach Edelmetall greift, hängt auch in Peking vom Testlabor ab. Eventuellen Prognosen verbieten sich beinahe, wenn man sieht, dass täglich irgendein Mitfavorit in einer Sportart wegen eines positiven Coronatests zumindest vorübergehend ausfällt. Prominenteste Springer aktuell: die Norweger Tande und Forfang. Auch Leyhes Fans in der Heimat werden also die Daumen erst einmal drücken, dass ihr Upland-Adler überhaupt auf dem Balken sitzt.

Früh aufstehen müssen die Fans für die Qualifikation, die nach hiesiger Zeit am Samstag um 7.2o Uhr beginnt. Die Entscheidungen fallen dann jeweils zur Mittagszeit, wobei freilich noch nicht feststeht, ob Leyhe beim Mixed-Wettbewerb am Montag einer von zwei DSV-Männern sein wird.

Aber: Sollte es tags zuvor wie damals in Korea Platz fünf beim ersten Mal auf der Olympiaschanze werden; Leyhe hätte nichts dagegen. (schä)

Leyhes Olympia-Fahrplan, Teil 1

Startzeiten und Übertragungen der ersten Wettkampftage
Fr., 4. Februar: 7 Uhr: 2. Training Normalschanze
Sa., 5. Februar: 6.15 Uhr: Probedurchgang; 7.20 Uhr Qualifikation (Übertragung: ARD)
So., 6. Februar: 12 Uhr: Einzel, 1. Durchg.; 13 Uhr: Finale (ZDF)

ARD und ZDF (im Wechsel) sowie Eurosport übertragen täglich aus Peking. In jedem Live können die Wettbewerbe im Internet auf sportschau.de und sportstudio.de verfolgt werden. Auf Eurosport gibt es täglich ab 17 Uhr die Highlights des Tages. Auf dem laufenden bleiben Sie natürlich auch auf wlz-online.de

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