„Mädchen eine Perspektive bieten“

Erstmals ein Frauenfußballteam in Buchenberg

Viele Fußballmädchen gibt es schon länger bei der JSG Edersee; hier die D-Juniorinnen beim Pokalfinale 2018. Nächste Saison gibt es unter dem Namen des SV Buchenberg auch ein Frauenteam.
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Viele Fußballmädchen gibt es schon länger bei der JSG Edersee; hier die D-Juniorinnen beim Pokalfinale 2018. Nächste Saison gibt es unter dem Namen des SV Buchenberg auch ein Frauenteam.

Es gibt einen neuen Punkt auf der Landkarte des heimischen Frauenfußballs: In Buchenberg sind nun auch „große Mädchen“ am Ball.

Buchenberg – Der SVB meldet im Verbund mit dem SG-Partner eine Mannschaft der FSG Buchenberg/Ederbringhausen zur neuen Saison in der Kreisliga A Frauen (Kassel) – keine schlechten Nachrichten im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums in Buchenberg mit all den abgespeckten Programmpunkten.

Die Meldung kommt etwas überraschend in Zeiten, in denen eher Mannschaftsschwund herrscht. Aber so überraschend ist sie dann nicht, wenn man bedenkt, dass in und um Buchenberg seit Jahren eine Reihe Mädchen in den Jugendteams der JSG Edersee zu finden sind. Die B-Juniorinnen der JSG Edersee zum Beispiel waren beim Abbruch der „Corona-Saison“ 2019/20 Erste in der A-Liga Region (Kassel). Bei den jüngeren Jahrgängen hat die JSG im Waldecker Pokal und in der Halle in der Regel reine Mädchenteams gemeldet.

Die meisten im Kader waren zuvor nicht aktiv

Das Zukunftspotenzial ist also da. Tatsächlich kommt das Gerüst der neuen Mannschaft aber nicht aus den Reihen des eigenen Nachwuchses. Von den B-Mädchen sind viele nicht mehr oder woandes aktiv, nur drei davon spielen im neuen Frauenteam. „90 Prozent des Kaders besteht aus vorher nicht aktiven Frauen“, berichtet Björn Hasecke.

Der 39-Jährige hat schon länger Freude an der Arbeit mit Mädchen- und Frauenteams und hat im Laufe dieses Jahres viel die Werbetrommel gerührt für ein Buchenberger Frauenteam. Nicht zuletzt ließ er auch Drähte zu früheren Spielerinnen glühen. Inzwischen haben ihm 14 Frauen ihr „Ja-Wort“ gegeben, wenn man so will, sodass die neue Mannschaft gemeldet wurde.

SV Buchenberg hofft auf „langfristige Perspektive“

Hasecke, der eigentlich eine Pause einlegen wollte, hat wieder „richtig Lust“ und übernimmt das Traineramt. „Dieses am Spielfeldrand stehen und ein Team zu unterstützen, hat dann doch gefehlt.“ Zu den 14 Spielerinnen sollen eventuell „Aushilfen“ aus der Jugend hinzu kommen. Das soll reichen, um die Saison auch zahlenmäßig zu überstehen, zumal der SVB wahrscheinlich fürs Kleinfeld melden wird.

Ist das erste Jahr geschafft, könnte es gesicherter weitergehen, wie der Blick nach vorn zeigt. In Buchenberg und beim FSG-Partner in Ederbringhausen gebe es einige Juniorinnen, die ab Sommer 2022 bei den Damen spielen dürften, so Hasecke. Das kommt nicht von ungefähr: Die Mütter einiger Nachwuchsspielerinnen haben selbst mal gespielt – als die Sportfreunde Ederbringhausen für einige Jahre eine Damenmannschaft hatten.

Das zehnte Team im Fußballkreis

Der SV Buchenberg wird im Fußballkreis Waldeck das aktuell zehnte Frauenteam im laufenden Betrieb. In Waldeck-Frankenberg gibt es dann insgesamt elf Vereine, bei denen Frauenteams im Ligabetrieb spielen. Buchenberg ist die erste neu gemeldete Mannschaft seit 2013 (TSV Odershausen und SSG Ense/Nordenbeck).

Im Vorstand des SV Buchenberg unterstützt man gerne den Versuch, ein Frauenteam aufzubauen. „Björn Hasecke macht eine sehr gute Grundlagenarbeit, um den vielen Mädchen eine Perspektive zu geben, auch nach der Juniorinnenzeit zu Hause weiter spielen zu können. Soviel Engagement wollen wir nicht ausbremsen“, sagt Vorsitzender Bernd Backhaus. Auch für die Eltern der Mädchen sei dies ein positives Signal.

Hasecke wie Backhaus wissen, das Ziel der neuen Mannschaft hat nichts mit einem bestimmten Tabellenplatz zu tun. „Es geht darum, ein perspektivisches Team aufzubauen und bei der Stange zu bleiben“, sagt Backhaus. Und Hasecke formuliert es ähnlich: „Wir wollen etwas Langfristiges aufbauen.“ Als Juniorin weiß man in Buchenberg: Mit 17 musst du woanders hin, weiter weg, um weiter kicken zu können. Dem wolle man entgegen wirken, so Hasecke.

Um langfristig bestehen zu könne, wünscht er sich Unterstützer an seiner Seite und sucht deshalb noch einen Co-Trainer. Freilich sind auch weitere Spielerinnen willkommen beim SVB. Der wird seinen Platz in der Kreisliga A Kassel finden und ist dort neben dem SV Ittertal der zweite Waldecker Vertreter. (schä)

Lesen Sie auch: Die ersten Jahre des Frauenfußballs in Waldeck

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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