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„Der Spaß ist wieder da“: Axel Bumke auf dem Weg zur Nummer eins in Adorf

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Von: Dirk Schäfer

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Den Ball im Blick – die Hoffnung auf ein erfolgreiches Hinrundenende im Hinterkopf: Axel Bumke vom VfL Adorf hat in elf Einzeln erst fünf Sätze verloren.
Den Ball im Blick – die Hoffnung auf ein erfolgreiches Hinrundenende im Hinterkopf: Axel Bumke vom VfL Adorf hat in elf Einzeln erst fünf Sätze verloren. © Artur Worobiow

Er ist, wenn man so will, der Kopf der Saison für die Tischtennismannschaft des VfL Adorf in der Bezirksliga; Axel Bumke. Für uns ist er der Kopf der Woche.

Wenn die Diemelseer, für die der 56-Jährige seit den 1980er Jahren am Tisch steht, an diesem Wochenende die schwere Doppelaufgabe in Schröck und gegen Bromskirchen angehen, spielt ihr aktuell Bester auf Position vier. Axel Bumke ist nominell die Nummer fünf beim VfL, der gut damit fährt, in dieser Saison mit sieben festen Spielern die Runde anzugehen. Das Motto: „Einer fehlt immer“ hat sich bis jetzt beinahe wöchentlich bewahrheitet. Und so rutscht Bumke meist auf Position vier ins mittlere Paarkreuz. Schadet ihm aber nicht, seiner Erfolgsserie auch nicht.

Es läuft irgendwie gerade. Bumke hat in den ersten sieben Begegnungen der Adorfer alle seine elf Einzel gewonnen und auch im Doppel erst einmal verloren. „Es läuft das ganze Jahr schon gut“, blickt der bisherige Punktegarant zurück auf 2022 und ist trotz regelmäßigen Trainings überrascht, wie gut es läuft. Der Kreismeister der Herren A und B holte als Dritter auch bei der Bezirksmeisterschaft (Herren B) ein sehr gutes Ergebnis. Am Ende der vorigen Saison wurde Bumke Neunter bei der Hessenmeisterschaft.

Ich spiele lieber Turniere als Liga

Axel Bumke

„Ich spiele lieber Turniere als Liga“, bekennt Bumke und gehört damit eher zu einer Tischtennis-Randgruppe, wenn man auf die Meldezahlen blickt. Mit ein paar Adorfer zusammen unterwegs zu sein, bereite ihm Freude – wie etwa der Doppeleinsatz mit Heiko Grebe bei den „Hessischen“, die sie als Fünfter abschlossen.

Was die bisherige Topbilanz mit beeinflusst: „„Ich habe wieder richtig Spaß.“ Damit meint Axel Bumke, der gern im Urlaub auch mal auf 2000 Höhenmetern wandert, nicht nur die sportlichen Erlebnisse an sich, sondern auch seine Entscheidung, durch berufliche Veränderung deutlich mehr Platz fürs Hobby freigeschaufelt zu haben.

Axel Bumke schätzt den Adorfer Teamgeist

Mal eben 800 Kilometer aus Hamburg zum „Heimspiel“ fahren – die Zeiten sind vorbei für den Bankkaufmann aus Adorf, dem in dieser Saison in den ersten sieben Mannschaftsspielen noch keiner beikommen konnte. Nur fünf Sätze hat Bumke in der Bezirksliga abgegeben, in der er Adorf gut aufgehoben fühlt. Aufstiegsdruck verspürt er wie seine Teamkollegen keinen.

„Wir sind nicht abgestiegen, weil wir die schlechtesten waren. Aber in der Bezirksoberliga hat man es schwer, wenn immer Spieler ausfallen“, so der passionierte Tischtennisspieler, dessen Teamkollegen die Leidenschaft teilen und unabhängig von der Liga bei der Stange bleiben. „Wir spielen schon so lange zusammen. An Weggehen denkt hier keiner.“ Gebraucht werden sie sicher noch eine Weile, auch Bumke mit Mitte 50, auch wenn er zugibt, am liebsten nur Turniere spielen zu wollen, weil man sie sich zeitlich besser einteilen könne. „Nachwuchs gibt es beim VfL leider nicht“, führt Bumke einen bundesweiten Trend an.

Bumkes Zeit des Gewinnens bald vorbei?

Wie sich sein Trend weiterentwickelt, da ist Bumke selbst gespannt drauf. Sein Blick geht einerseits auf die drei Knallerspiele zum Ende der Vorrunde – nach Schröck und Bromskirchen wartet noch der unbesiegte Tabellenführer Stadtallendorf III auf die Adorfer. „Danach wird man sehen, wie gut wir dieses Saison sind.“ Gleich fügt er aber an: „Ich fürchte die Null hält nicht bis ins neue Jahr, wenn ich noch gegen Harry Schulze spielen muss.“

Der spielt für Stadtallendorf im hinteren Paarkreuz, Bumke würde ihm womöglich aber aus dem Weg gehen, wenn er selbst wieder ins mittlere Kreuz aufrücken muss. „Das ist schon ein Unterschied, ob du zuerst als Nummer fünf gegen die Sechs des Gegners spielst oder als Nummer vier zuerst gegen die Drei“, skizziert Bumke die sportliche Herausforderung, die er bisher aber gemeistert hat.

Bumkes Blick geht aber auch schon nach 2023. Dann ist Rückrunde, und der Adorfer ist wahrscheinlich die neue Nummer eins des VfL, da er derzeit die meisten Leistungspunkte hat. „Dann ist die Zeit des Gewinnens vorbei“, sagt Bumke, der die neue Rolle aber nicht scheut: „Wenn man Ehrgeiz hat, freut man sich, das man gefordert wird. Eine ausgeglichene Bilanz traut sich Bumke zu. „So viele Überflieger sind da auch nicht dabei.“

Nachtrag: Beim Adorfer 9:2 in Schröck und dem 8:8 gegen Bromskirchen hat die Serie von Axel Bumke gehalten; er ist jetzt 14 Spiele unbesiegt. Jetzt wartet Harry Schulze... (Dirk Schäfer)

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