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Tischtennis: Korbacher „Ikone“ Peter Debus muss den Schläger in die Ecke legen

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Von: Dirk Schäfer

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Peter Debus heute: Nach fünf Siegen und drei Niederlagen in der Bezirksoberliga ist Schluss für den langjährigen Spitzen-Paarkreuz-Spieler des TTV Korbach.
Peter Debus heute: Nach fünf Siegen und drei Niederlagen in der Bezirksoberliga ist Schluss für den langjährigen Spitzen-Paarkreuz-Spieler des TTV Korbach. © Artur Worobiow

Aufhören, wenn es am schönsten ist – nicht alle Sportler schaffen das. Peter Debus hätte gerne noch ein Weilchen gespielt. Doch er nimmt Rücksicht auf seine Gesundheit.

Wenn der TTV Korbach Ende kommender Woche die Saison in der Tischtennis-Bezirksoberliga fortsetzt, wird der Name Debus fehlen, der gut 40 Jahre auf den Spielberichtsbögen stand. „Es gibt kein Zurück. Ich muss auch mal an mich denken“, sagt der 56-Jährige, der seit der Jugend mit dem Zelluloidball auf Punktejagd geht. „Mit ihm endet eine Ära im Korbacher Tischtennis“, sagt Andreas Boltner, Mitspieler und Vorsitzender des TSV Korbach. „Peter war fast 30 Jahre der Spitzenspieler von Korbach und einer der besten des Kreises.“

Es ist das Sprunggelenk, das über das Wohl und Wehe bestimmt. Und das eigentlich schon seit zwölf Jahren. „Ende 2010 war dort erstmals eine Verletzung aufgetreten“, blickt Debus zurück, der in den letzten Jahren mit zwei Bandagen spielte. Denn die Arthrose ist inzwischen eine schwere und forderte nun ihren Tribut, nachdem beim wichtigen Spiel der Korbacher in Biedenkopf, das mit Pech verloren ging, die Verletzung am Sprunggelenk erneut aufbrach – „ausgerechnet im entscheidenden Schlussdoppel“.

Peter Debus 2007 – im Kreise seiner Teamkollegen nach dem Pokalsieg der Ü40: Von links: Gerhard Behle, Peter Debus, Herbert Nagel und Bernd Hetzler. Archiv
Peter Debus 2007 – im Kreise seiner Teamkollegen nach dem Pokalsieg der Ü40: Von links: Gerhard Behle, Peter Debus, Herbert Nagel und Bernd Hetzler. © Archivfoto: Worobiow

Den Weg des Korbacher Tischtennis hat kaum jemand so sehr mit erlebt und mit gestaltet wie Debus: den Zusammenschluss von TTC und Blau-Gelb zum TTV (1994), den steten sportlichen Abstieg, aber vor allem auch die goldenen Jahre, in denen der damalige TTC Korbach auf Hessenebene den Kreis vertrat. „Als ich jünger war, gab es oft Angebote von Kasseler Vereinen, aber ich bin Korbach immer treu geblieben“, so die Nummer zwei des TTV der aktuellen Saison – bis auf eine Saison hat Debus seine gesamte Karriere lang im vorderen Paarkreuz gespielt, auch im gesetzteren Alter.

Als Jungspund spielte er sogar in der 1. und 2. Verbandsliga. Die Korbacher Aufstiege in die zweithöchste hessische Liga zählten zu den Glanzlichtern im heimischen Tischtennissport. Jürgen Vossler, Bernd Todt, Jörg Mathieu, Uwe Liedtke, Bernd und Klaus-Peter Hetzler beispielsweise hießen Debus‘ Teamkollegen beim Aufstieg 1990. Die Hetzlers und Todt sind noch aktiv, in der dritten und vierten TTV-Mannschaft.

Was für Peter Debus „das Highlight hoch zwölf“ war

An manches packende Match erinnert sich Debus noch, zum Beispiel an de geglückten Wiederaufstieg mit einem Erfolg bei Phönix Kassel. „Das ist fast 30 Jahre her. Damit hatten wir damals gar nicht gerechnet“, so Debus, der sich auch einen Weißrussen erinnert, der beim Homberger TS spielte; Mitte der Neunziger Jahre. „Ich war der einzige in der Liga, der ihn besiegt hat. 3:2 nach Sätzen, die ja damals noch bis 21 gingen. Das Highlight hoch zwölf.“

Auch im Waldecker Land gibt es freilich zahlreiche Akteure, die sich an dieses oder jenes Match gegen Peter Debus erinnern – zumal es nicht einfach war gegen diesen Korbacher mit seinem gefürchteten harten Endschlag. Gegen defensive Gegner wie etwa den langjährigen Kreiswart Karl-Friedrich Meyerhöfer habe er auch deshalb meist gut gespielt. „Den kriegen die meisten nicht gut zurück.“

Peter Debus 1989/90 – Stütze Korbacher Verbandsligateam. Repro: WLZ/db
Peter Debus 1989/90 – als Stütze im Korbacher Verbandsligateam. © Repro: WLZ/db

Auch bei Kreis- und Bezirksmeisterschaft stand Debus immer mal in den Siegerlisten. Oder bei den Ranglistenspielen, die er zum Beispiel 1988 knapp mit besserem Satzverhältnis gegen Axel Bumke vom VfL Adorf gewann. Glück hatte Debus seinerzeit, wie die WLZ berichtete, dass die einzige Niederlage gegen Vereinskamerad Vossler nicht zählte – der musste später verletzt aufgeben, sodass seine Ergebnisse annuliert wurden.

Damals übrigens ebenfalls in den Schlagzeilen: Regina Meier vom TSV Wetterburg, die bei der Jugend dominierte und Vierte der Damen wurde. Meier hilft ab und an bei ihrem Heimatverein noch aus. Dazu wird es bei Peter Debus nicht kommen. Er will vernünftig sein und nicht durch ein Kurz-Comeback größere gesundheitlichen Einschränkungen riskieren. „Ich möchte mir ein Stück Lebensqualität erhalten.“ (Dirk Schäfer)

ZUR PERSON

Peter Debus (56) spielt seit rund 40 Jahren aktiv Tischtennis in seiner Heimatstadt Korbach. Der frühere Verbandsligaspieler, der bei der Korbacher Agentur für Arbeit beschäftigt ist, war früher auch als Fußballer aktiv. Debus kickte unter anderem für den TSV und den TV Korbach sowie in Immighausen.

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