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Tischtennis: Sorgenfalten beim TTV Korbach und in Wetterburg - Vöhler Frauen sind guten Mutes

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Von: Dirk Schäfer

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Der kleine Ball fliegt wieder: Stefan Ost rutscht im Korbacher Team um einen Platz hoch und spielt nun auf Position fünf.
Der kleine Ball fliegt wieder: Stefan Ost rutscht im Korbacher Team um einen Platz hoch und spielt nun auf Position fünf. © Paulus

Eines vereint alle Aktiven vor dem Start in die Tischtennis-Ligen: Der Wunsch nach einer normalen Saison und die Angst vor kalten Duschen oder gar verschlossenen Hallen.

Waldeck-Frankenberg – Wenige Spielerwechsel, kaum Auf- und Absteiger: Die meisten Vereine aus dem Landkreis werden wieder unterhalb der Bezirksebene aufschlagen in der neuen Tischtennis-Saison, bei der die ersten Matches in den Jugendklassen bereits ausgetragen sind, die für das Gros aber an den beiden kommenden Wochenende beginnt. Fragen und Antworten zur Spielzeit 22/23, die planmäßig bis Anfang April, eine Woche vor Ostern, laufen soll.

Welche sind die ranghöchsten Mannschaften?
Die Frauen halten einmal mehr die heimische Fahne am höchsten: Hinter dem SV Rennertehausen in der Hessenliga ist der TSV Vöhl als Nummer zwei weiterhin Verbandsligist, spielt der TSV Wetterburg weiter in der Bezirksoberliga. Hingegen gibt es mit dem TTV Korbach bei den Männern nur noch ein Bezirksoberliga-Team. Und das sieht seine Tage auch schon gezählt.

An welche neuen Dinge muss man sich gewöhnen?
Alles beim alten, heißt es weitgehend. Die Kader der Mannschaften sind nahezu gleichgeblieben. Zu den größten Veränderungen gehört der Zusammenschluss von TSV Bromskirchen und TTC Ederbergland. Die Ederbergländer haben sich den Bromskirchenern angeschlossen, zusammen stellt die „Spielgemeinschaft“ jetzt acht Mannschaften von der Bezirksliga bis zur 2. Kreisklasse Süd.

Saadia Kniwel
Marina Morozov bleibt die zweite Kraft beim TSV Vöhl, der wieder in der Verbandsliga antritt. So hoch spielt kein anderes Waldecker Tischtennisteam. © Malafo

Kann der TSV Vöhl seinen Platz in der Verbandsliga der Frauen behaupten?
Die Chancen stehen gut. Denn: Alles andere als eine Eintagsfliege war trotz teils schwieriger Umstände das Abenteuer Verbandsliga für die Vöhlerinnen bisher. „Wir können auch diesmal gut mithalten“, ist sich Anne Maier sicher. Sie spielt mit Marina Morozov, Lara Saha-Lottenburger und Lena Jahn, und dieses Quartett wird von Verena Kalhöfer und Jennifer Schluckebier als Ersatzspielerinnen unterstützt. Beide trainieren und spielen auch bei den Männern mit, um für den Fall der Fälle fit zu sein.

Bei der Kreismeisterschaft hat sich die Stammmannschaft des TSV ein wenig warm gespielt. „Spannende Spiele wünschen sich alle“, berichtet Anne Maier. Ein Platz in der oberen Hälfte der acht Teams sei das Wunschziel und realistisch.

Gleich zum Saisonstart am Freitag, 23. September, kommt es übrigens für die Vöhlerinnen zu einem Wiedersehen mit ihrer früheren Spielerin Maria Lange. Die steht jetzt für den TTC Elgershausen am Tisch, der als Ligafavorit gehandelt wird, da er sich auch mit einer ehemaligen Regionalligaspielerin verstärkt hat. Ein Punktgewinn wäre ein super Auftakt, meint Maier.

Sind die Frauen des TSV Wetterburg so locker wie immer?
Ja sicher. Obwohl man ihnen eine ernstere Miene nicht verdenken könnte, denn nach vielen zumindest soliden, sorgenfreien Jahren bahnt es sich an, dass die Wetterburgerinnen diesmal in den Abstiegsstrudel geraten. „Kann sein, dass wir die Liga nicht halten können, vor allem, wenn wir wieder erst in der Rückrunde stark spielen“, sagt Saadia Kniwel, die in dieser Saison Kapitänin ist.

Hinter der Nummer eins bilden Michaela Marek-Oehl, Petra Ullrich, Isabell Vossler und Hannah Marek das TSV-Team. Aber Kniwel weiß, dass wegen der dünnen Personallage aufgrund anderer Hobbys und Verpflichtungen mancher Frauen ab und zu nur drei Spielerinnen zur Verfügung stehen könnten.

„Wir werden trotzdem immer antreten, Spaß haben und alles geben“, erklärt Kniwel. Hannah Marek, die wegen ihres Studiums nach Marburg gezogen ist, will versuchen, zu allen Spielen anzureisen.

Wetterburgs neue Kapitänin
.Saadia Kniwel ist im Frauenteam des TSV Wetterburg die neue Kapitänin © Meiser

Geht es auch für die Männer des TTV Korbach nur um den Klassenerhalt?
Ja. Ganz eindeutiges Ja, wenn man die Schilderungen von Andreas Boltner hört. „Wir sind nur in der Liga geblieben, weil Ederbergland verzichtet hat. Wenn wir erneut drin bleiben, wäre das phänomenal“, sagt Korbachs Mannschaftsführer vor der Runde in der neunköpfigen Bezirksoberliga, die am 25. September gegen Anzefahr beginnt.

Die Mannschaft rechne damit, zu den Top-Abstiegskandidaten zu gehören, sagt Boltner; obwohl mit Biedenkopf, Ginseldorf III und Söhrewald gleich drei Aufsteiger neu dabei sind. „Wir werden jeden Punkt bejubeln.“

Warum so viel Vorab-Trübsal blasen? Schon vorige Saison war der TTV nur bedingt konkurrenzfähig. Jetzt fehlt dem Team auch noch Christian Landau, der an Position drei gespielt hätte, aus gesundheitlichen Gründen komplett. „Ohne ihn wird es noch schwerer, die Klasse zu halten“, so Boltner, neben dem Hendrik Osterhold, Peter Debus, Thomas Rein und Stefan Ost das Stammteam bilden. Die Lücke füllen sollen abwechselnd Spieler der zweiten Mannschaft aus der Bezirksliga. Ein fester Nachrücker komme nicht in Frage, da auch die Zweite personell nicht aus dem Vollen schöpfen kann.

Wie viel Waldeck steckt (noch) in der Bezirksliga?
Ein Elftel sozusagen bei den Männern. Neben Aufsteiger TSV Frankenberg und den zwei Teams des neu formierten TSV Bromskirchen ist aus dem Waldecker Land nur der aus der Bezirksoberliga abgestiegene VfL Adorf im Boot.

Das Team habe aber keine großen Ambitionen, sagte VfL-Spieler Ralf Zauner. Die Nummer drei der Diemelseer hofft, dass seine Mannschaft endlich mal wieder häufiger in Bestbesetzung spielen kann. „Dann können wir außer Bromskirchen alle schlagen. Von Platz drei bis sieben ist für uns alles möglich.“

Die Bromskirchener kommen nach der Fusion mit Ederbergland nicht um die Favoritenrolle herum. „Ich denke nicht, dass die ein Spiel verlieren werden“, mutmaßt Ralf Zauner. Er könnte Recht haben: Bromskirchen hat vier Bezirksoberligaspieler hinzubekommen, sodass selbst ein sehr guter Spieler wie Christian Marschik an Position fünf gemeldet werden konnte.

In der Bezirksliga Damen sind mit dem VfL Adorf und dem TuS Helsen immerhin zwei Drittel der sechs Teams aus Waldeck.

Und wie sieht das Feld in der Bezirksklasse aus?
Ohne Absteiger Ernsthausen, aber weiter mit dem Vorjahreszweiten TTC Kellerwald, der erneut zu den Favoriten gehört. Von den Aufsteigern TSV Roda und VfL Bad Wildungen wird vor allem den Kurstädtern eine gute Rolle zugetraut.

Sie treffen zum Auftakt am Freitagabend auswärts auf den Vorjahresdritten TSV Wetterburg, der neben den beiden Mannschaften des TTV Korbach und vom TuS Helsen die Waldecker Farben vertritt. (schä)

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