Klasseneinteilung steht

Tischtennis: VfL Adorf und TTV Korbach überraschend Aufsteiger in die Bezirksoberliga

Neulingsduell alter Rivalen: Christian Landau (Korbach/rechts) und Ralf Zauner (Adorf) stehen sich in der kommenden Saison in der Bezirksoberliga gegenüber.
+
Neulingsduell alter Rivalen: Ralf Zauner und sein Adorfer Team müssen in der kommenden Saison das Duell gegen den TTV Korbach in der Bezirksoberliga austragen. 

Was so ein kleines Häkchen auf einem Meldeformular alles bewirken kann: Ruckzuck ist der Aufstieg in eine höhere Liga perfekt, der zuvor sportlich weit verfehlt wurde.

Korbach – So erging es den Tischtennisspielern des TTV Korbach und des VfL Adorf. Beide Teams spielten in der vergangenen Saison in der Bezirksliga (Ränge fünf und sechs) und finden sich in der neuen Klasseneinteilung in der Bezirksoberliga wieder. Ein Grund dafür ist der Rückzug des TTC Kellerwalds, der sein Team zurückgezogen hat, weil drei polnische Spieler den Verein verlassen haben.

Korbach und Adorf rückten nun nach, weil sie bei der Kadermeldung an den Verband bei der Schlussfrage „Sind sie aufstiegswillig?“ das Häkchen bei ja gesetzt haben.

Während die Korbacher laut ihres Spielers Christian Landau nicht mit einem Aufstieg gerechnet haben, spekulierten die Adorfer schon ein wenig darauf.

Fahrten zu den Auswärtsspielen sind viel kürzer

„Wir wussten, das einige Mannschaften nicht mehr melden wollten“, sagt VfL-Spieler Ralf Zauner und nennt einen recht kuriosen Grund, warum sein Team in der Bezirksoberliga besser aufgehoben ist. „Die Fahrten zu den Auswärtsspielen sind viel kürzer und wir können in der Bezirksoberliga eher in Bestbesetzung antreten, weil die Spiele alle samstags und nicht mehr freitags stattfinden.“

Im Adorfer Team seinen einige Schichtarbeiter und so habe man in der Bezirksliga nie mit der stärksten Formation antreten können. „Irgendeiner hat bei uns immer beruflich gefehlt, das ändert sich jetzt“, erklärte Zauner. Diese Lücken im Kader können sich die Adorfer in der Bezirksoberliga auch nicht mehr leisten.

Zauner: Werden kein Kanonenfutter

Der Leistungsunterschied zwischen beiden Liga sei enorm groß, betont Zauner. „Wir konnten in der Bezirksliga auch ersatzgeschwächt jeden Gegner schlagen und in der BOL wird für uns jedes Spiel auch in Bestbesetzung schwer.“ Auf Spielersuche können sie nicht mehr gehen, weil die Wechselfrist bereits seit Ende März beendet ist. Doch eins weiß Zauner genau: Die Adorfer Mannschaft wird in der neuen Liga nicht zum Kanonenfutter, aber sie wird gegen den Abstieg spielen.

Christian Landau war überrascht über den Aufstieg mit dem TTV Korbach .

Die sportliche Perspektive sieht Christian Landau auch für sein Team. „Auch wenn wir vermutlich in dieser Liga nur hinten mitspielen können, macht es mehr Spaß gegen stärkere Spieler zu spielen.“ Es sei für die Korbacher eine sportliche Herausforderung und „wir können uns nur selber weiterentwickeln“. Die Aufgabe Bezirksoberliga sei auch reizvoll, weil sich die Mannschaft verjüngt habe. „Gerade die Jüngeren haben Bock auf die Bezirksoberliga.“

Da die Spieler rund neun Monate kein Tischtennis spielen durften, wurde das Trainingspensum von zwei- auf dreimal erhöht. Die alten Rivalen aus Adorf und Korbach freuen sich gemeinsam über eins: Das Waldecker Derby bleibt bestehen.  rsm

Leistungsorientiertes Projekt des TTC Kellerwald vorzeitig aufgelöst

Die Tischtennisspieler des TTC Kellerwald sucht man in der neu eingeteilten Bezirksoberliga vergeblich. Die Mannschaft ist raus, obwohl sie in der vergangenen Kurz-Saison mit Rang vier gut mitgehalten hat. Die Herren aus dem Kellerwald tauchen aber auch nicht ein eine Liga tiefer wieder auf, sondern erst in der Bezirksklasse. Was ist da los? Wer sich den Spielerkader anschaut, weiß die Antwort. Vier Namen fehlen dort – die Top vier des TTV: Dawid Poloszczanski, Patryk Gamrot, Lukasz Bernacki aus Polen und Rustom Sulyman, der zum TSV Frankenberg wechselt.

Spartenleiter und Spieler Horst Küster hatte die drei polnischen Spieler verpflichtet und diese auch gesponsert. Sie waren zu den Spielen angereist. 1500 Kilometer. Küster holte sie immer vom Bahnhof in Kassel ab, brachte sie auch wieder zurück. Die Polen übernachteten bei Küster, er verpflegte das Trio und zahlte das Fahrtgeld.

Doch Küster hatte vor dieser Saison das Gefühl, dass sich im Verein etwas verändert. „Ich arbeite erfolgsorientiert, aber die anderen im Verein wollen Tischtennis nur noch so zum Spaß spielen“, sagte Küster. Da er zusätzlich auch noch gesundheitliche Probleme hatte, legte er all seine Vereinsämter nieder. „Es ging mir nicht ums Geld, sondern ich habe die Unterstützung von Vereinsseite nicht mehr gespürt.“

Für die ehrgeizigen Ziele von Küster fehle dem TTC Kellerwald einfach die Perspektive, sagt Vereinssprecher Hans-Martin Schäfer. „Wenn wir jetzt genügend und guten Nachwuchs hätten, dann wäre es die Sache wert gewesen, die Polen zu halten, aber wir haben derzeit nur einen Jugendlichen.“ Der Verein sei Küster und den drei Polen – „alles nette Jungs“ – auch sehr dankbar für ihr großes Engagement. „Wir haben einen hohen Altersdurchschnitt in der Mannschaft und es ist nur eine Frage der Zeit, wann aus unseren zwei Mannschaften nur noch eine wird.“ rsm

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.