1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Tom Barbe wird WM-Fünfter mit der deutschen Mannschaft der Schützen

Erstellt:

Von: Dirk Schäfer

Kommentare

Sportschütze Tom Barbe (SV Goddelsheim) bei der Schieß-WM in Kairo.
Konzentriert: Tom Barbe (SV Goddelsheim) bei der Schieß-WM in Kairo. Der 21-Jährige erlebte gute und schlechtere Moment bei seinem Einstand im Nationalteam der Herren. © pr

Da war er wieder, der Tom Barbe aus der WM-Qualifikation. Und da war sie plötzlich, die Chance auf die Krönung seiner ersten Weltmeisterschaft in den ersten Monaten bei den Herren.

Es fehlte aber am Wochenende bei den Titelkämpfen in Ägyptens Hauptstadt Kairo ein Stückchen zum ganz großen Wurf. 0,4 Ringe um genau zu sein. Nicht viel. Und im Sportschießen manchmal doch viel, weil auf diese Niveau die Höchstwertung von 10,9 so viele treffen und auch die so genannten „Innenzehner“ (Treffer höher als 10,2) an der Tagesordnung sind.

Tom Barbe erreichte im Teamwettkampf am Samstag ebenfalls wieder das Niveau, das er sich schon beim Auftakt am Freitag erhofft hatte, als er 66. im Luftgewehr Einzel wurde. Wie bei der Junioren-EM im März steigerte sich der Goddelsheimer als Mitglied der DSB-Mannschaft und schoss in der ersten Qualifikationsrunde bei drei Zehnerserien 314,4 Ringe – nur 14 Schützen aus den 28 Dreierteams waren besser als Barbe, der nach mäßigen zehn Schuss mit zwei Serien über 105 überzeugte.

Serbien um 0,4 Ringe vor Deutschland

„Das war echt gut und ungefähr das, was ich schießen wollte. Ich war froh, dass ich das umsetzen konnte“, berichtete ein zufriedener WM-Debütant Barbe. Maximilian Dallinger (314,9) war ebenfalls stark, David Koenders (311,7) hatte Luft nach oben.

Die besten Acht Mannschaft kamen in die Endrunde, Deutschland war als Fünfter mit dabei. Programm: Zwei weitere Zehnerserien. Und hätte Barbe in nur einer davon erneut über 105 Ringe erzielt, wäre die Freude sicher riesig gewesen. Barbe und Co. waren erneut Fünfter, Serbien auf Platz vier war aber mit insgesamt 624,8 Ringen um 0,4 besser als die Deutschen, bei denen Barbe mit 206,0 Ringen diesmal wieder kleinere Probleme hatte und schwächer war als Dallinger (210,2) und Koenders (208,2).

Tom Barbe: „Es tut mir leid fürs Team“

„Ich hatte Probleme mit dem Anschlag. Das wirkt sich meist ordentlich aus aufs Ergebnis. So ist das manchmal. Es hat mir leid getan fürs Team. Mit mehr Ringen von mir wäre das Bronzematch drin gewesen“, gab sich der Goddelsheimer ein wenig schuldbewusst, wenngleich ihm der Bundestrainer keiner einen Vorwurf machte.

Die beiden stärksten Teams waren nicht nur für das DSB-Trio unerreichbar und bestritten zurecht das Finale. China (629,4) traf auf Indien (628,5), und die Inder sorgten mit dem Sieg im „Gold-Medal-Match“ für eine kleine Überraschung. Insgesamt war das Finale aber keine Überraschung – China (bisher 16 Goldmedaillen) und Indien (5) prägen das Geschehen bei bisher 24 Entscheidungen.

Barbe zum Abschluss 18. im Mixed

Die letzte Entscheidung aus Tom Barbes Sicht fiel am Montag im Mixed-Team. In einem der beiden deutschen Duos wurde auch der Lichtenfelser von den Bundestrainern aufgestellt. Beim Sieg der chinesischen Duos über das südkoreanische reichte es für beide deutschen Mixed nicht für die Finalausscheidung der besten Acht. Während David Koenders und Anna Janssen als Elfte mit zusammen 628,3 Ringen nur 1,0 Ringe hinter Rang acht lagen, landete Barbe zusammen mit Denise Palberg aus Holzwickede mit 627,5 Ringen auf Platz 18 unter 70 teilnehmenden Zweierteams.

Der 21-Jährige Goddelsheimer (310,8 Ringe) musste dabei nach 30 Schuss der 25-jährigen Polizeikommissarin klar den Vortritt lassen, die mit Serien von 105,0, 106,4 und 105,3 (gesamt 316,7) in Topform war. „Ich habe mich nach Problemen am Anfang gesteigert, Anna hat richtig gut geschossen, aber fürs Finale hat es nicht gereicht“, so Barbe. der ein gemischtes Fazit zog: „Teilweise gut, teilweise auch nicht. Aber für das erste Mal bei den Erwachsenen war das in Ordnung.“ (Dirk Schäfer)

Auch interessant

Kommentare