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Torjäger mit Abwehrqualitäten: Andre Krouhs hat großen Anteil am Erfolg der HSG Twistetal

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Kaum zu halten: Andre Krouhs von der HSG Twistetal hat derzeit einen Lauf. Tobias Hunstock (Wanfried) muss da schon beidhändig zupacken.
Kaum zu halten: Andre Krouhs von der HSG Twistetal hat derzeit einen Lauf. Tobias Hunstock (Wanfried) muss da schon beidhändig zupacken. © Werner Spitzkopf

Er weiß, wie man Tore wirft und er weiß auch, wie man Tore verhindert. Daher ist Andre Krouhs von der HSG Twistetal ein nahezu kompletter Handballer. Und die findet ein Trainer nicht so oft.

Mühlhausen – Seine neun Tore und seine starke Defensivleistung in der Landesliga-Partie am vergangenen Wochenende beim Sieg gegen den VfL Wanfried waren nicht der alleinige Grund, ihn als unseren „Kopf der Woche“ auszuwählen, denn der Mann aus Mühlhausen meistert diese Doppelbelastung schon länger gut und vor allem konstant.

Nach sechs Spielen führt Krouhs die mannschaftsinterne Torjägerliste mit 39 Treffern an und auch in den letzten Jahren war er auf dieser Liste immer weit oben zu finden. Doch der persönliche Erfolg ist dem 24-jährigen Linkshänder gar nicht so wichtig, er stellt den mannschaftlichen Erfolg in den Vordergrund.

In ihm steckt auch viel Demut und Zurückhaltung, denn er bezeichnet seine aktuelles Leistungshoch als „einen glücklichen Lauf“. Doch nur mit Glück wirft ein Handballer keine neun Tore in einem Spiel, da gehört schon Können, Trainingsarbeit und der Wille, den entscheidenden Schritt am Gegner vorbeizugehen. Krouhs möchte sich und seine Teamkollegen „am Ende der Saison gern in der Top 5 der Liga wiederfinden“.

Die Brüder brachten ihn zum Handball

Er will alles dafür geben, und wenn er dann zum besten Spieler seines Teams gewählt würde, möchte er sich nicht dafür feiern lassen. Ihm ist es wichtig, dass er sich im Handball stetig weiterentwickelt. Dabei war anfangs solch eine sportliche Entwicklung bei ihm gar nicht abzusehen. Krouhs erinnert sich an einen eher ängstlichen sechsjährigen Jungen, der in erster Linie zu dieser Sportart gekommen war, weil seine beiden älteren Brüder auch Handball spielten.

Und es habe einige Zeit gedauert, bis er selbst Spaß an dieser harten Mannschaftssportart empfand. Als die Freude am Handball da war, mangelte es aber immer noch an der richtigen Selbsteinschätzung. Sogar vor ein bis zwei Jahren sah er sich noch eher in der zweiten Reihe seiner Mannschaft, als jemanden, der auch nicht viel zu sagen hatte.

Inzwischen wächst er nach eigenen Angaben mehr und mehr in eine führende Rolle hinein, in der er auch zunehmend Verantwortung übernimmt und seine Erfahrungen weitergeben will.

Schnelle Beinarbeit gleicht Leichtgewicht aus

Als einen Teamplayer, dessen Stimme im Mannschaftsrat einen hohen Stellenwert habe, beschreibt Trainer Steffen Fingerhut den heutigen Spieler Andre Krouhs. Der kann sich mittlerweile auch gut als Jugendtrainer vorstellen.

Nach dem Elektrotechnik-Studium an der Technischen Hochschule Mittelhessen würde Krouhs gern in der hiesigen Region bleiben und dann auch sein Engagement im Verein ausweiten.

Als Linkshänder wurde er in der Jugend als Rechtsaußen aufgestellt. „Irgendwann habe ich dann einfach mal gefragt, ob ich auf halb rechts spielen dürfte“, sagt Krouhs. Er durfte und das war eine gute Entscheidung. Die Jugendtrainer Jochen Isenberg und Frank Bitter hätten seinen sportlichen Werdegang maßgeblich geprägt.

Nicht der Typ für versteckte Fouls

Es folgten Bezirksauswahl und sogar ein Sichtungstraining für die Hessenauswahl. Doch eine Achillessehnenverletzung zerstörte Krouhs den Traum auch mal für Hessen Handball zu spielen. Als den vielleicht besten Abwehrspieler der Liga, der stets gegen die Königsposition im halblinken Rückraum des Gegners ackere, beschreibt Trainer Fingerhut Andre Krouhs in der Defensive. Der 24-Jährige hat großen Spaß daran, den Gegner an der Twistetaler Verteidigung verzweifeln zu sehen.

Dabei hilft ihm seine Größe von 1,93 Meter, aber er ist ein Leichtgewicht. Dieses Defizit mache er mit seiner Schnelligkeit und seiner guten Beinarbeit meist wieder wett. „Mir sind große und schwere Gegenspieler lieber als kleine, quirlige“, sagt er.

Und fair ist die Twistetaler Nummer sieben auch noch, denn versteckte Fouls und Provokationen sind nicht sein Ding. „Dafür bin ich nicht der Typ, auch wenn es mir manchmal Vorteile bringen würde.“

Wenn Krouhs und seine Teamkollegen die Saison so gut weiterspielen wie bisher, könnten sie die beste Landesliga-Platzierung der Vereinsgeschichte erreichen. (Heike Saure)

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