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Torlos glücklich: Waldemar Schubert hat im ZDF-Sportstudio auch hinter die Kulissen geschaut

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Eine Gruppe im ZDF-Studio .
Mit dem Zweiten schießt man nicht besser: Waldemar Schubert (2.v.r) blieb an der Torwand im ZDF-Sportstudio ohne Treffer. Das Bild zeigt ihn mit (v.r.) Moderator Sven Voss, Christian Seibert, Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster mit Helferin Livia Fleischer. © zdf

Mainz/BadWildungen – Zumindest einmal hätte der Ball doch durch dieses Loch fliegen können. Dass jetzt für ihn die Null beim Torwandschießen im ZDF-Sportstudio steht, ärgert Waldemar Schubert schon ein wenig.

Aber dieses Gefühl ist schnell wieder verflogen. denn für den Bad Wildunger war es ein rundum gelungener Ausflug auf den Mainzer Lerchenberg plus Besuch des Bundesligaspiels FSV Mainz gegen Arminia Bielefeld (4:0).

Schubert war mit Christian Seibert angereist, denn seinem Freund hatte er letztlich seinen ersten Fernsehauftritt zu verdanken. Der ehemalige SG-Torwart hatte das Video von Schuberts Seitfallzieher beim Internetportal fussball.de eingereicht. Das Tor wurde auf Platz zwei gewählt, der für Schubert die Eintrittskarte ins Sportstudio bedeutete, wo er gegen einen prominenten Sportler drei unten, drei oben an der Torwand ausschießen durfte.

Nach der Bundesligapartie, die Schubert und Seibert aus der eigenen Tasche zahlen mussten, wurden sie gegen 20 Uhr von einem Chauffeur von ihrem Hotel abgeholt, der sie zum ZDF fuhr.

Kein Zuschauer, sondern Gast

Schubert war hier Gast, nicht Zuschauer und so wurde er auch behandelt. Die Fahrt- und Übernachtungskosten übernahm der Sender und das Wildunger Duo wurde gut bewirtet. Zwischen Promi und Nichtpromi war eigentlich nur ein Unterschied zu erkennen. Moderator Sven Voss sagte seinem Torwandschützen vorher: „Wir haben nicht viel Redezeit, die heutige Sendung ist ziemlich voll.“

Und sie versprach Spannung, denn Markus Anfang war zu Gast, jener Trainer, der bei Werder Bremen entlassen worden war, weil er seinen Impfpass gefälscht hatte. Er trat erstmals wieder öffentlich auf. „Ich glaube, er war noch aufgeregte als ich“, sagt Schubert. Er tauchte in die ZDF-Welt ein, die sich dem Zuschauer immer gern sauber und aufgeräumt zeigt. Doch ein Blick hinter den Kulissen zeigte Schubert auch, wie viel Arbeit notwendig ist, damit solch ein makelloses Bild in die Wohnzimmer flimmern kann.

„Wenn die Beiträge laufen, strömen manchmal zehn Leute auf einmal auf den Moderator zu, drücken ihm neue Zettel für die Anmoderation in die Hand, die Maskenbildnerin pudert noch ein wenig nach, auf Kommando der Regie verschwinden diese Leute schnell wieder im Dunkeln und tauchen beim nächsten Beitrag erneut auf“, sagt Schubert. Und da auch nichts schief gehen darf, beginnt das Sportstudio 20 Minuten früher als es in der Programmzeitschrift steht. „Unser Torwandschießen haben wir uns schon in der Wiederholung angesehen, da war es noch gar nicht im Fernsehen gelaufen“, erzählt der Wildunger.

Schubert erzielt vier Treffer bei der Probe

Und auch sonst wird vieles beim Fernsehen geprobt, auch das Torwandschießen. Eine zweite Torwand steht in einem Raum neben dem Studio. „Hier habe ich viermal getroffen, aber während der Sendung war ich doch viel aufgeregter“, sagt Schubert. Er musste auch nicht wie vorher angekündigt gegen Trainer Markus Anfang antreten, sondern gegen die Paralympics-Siegerin Anna-Lena Forster.

Coach Anfang hatte im Interview nicht viel zu sagen, außer einer fünfmal wiederholten Entschuldigung. „Als Markus Anfang das Studio betrat, gab es auch einige Buhrufe“, erzählt Schubert. Er vermutet, dass der Sender dem Trainer eine Art Spießrutenlauf während des Torwandschießens ersparen wollte.

Zum Schmunzeln gab es aber auch etwas. So hatte Moderator Jens Voss bei der Vorstellung von Schubert stets den VfL Bad Wildungen auf den Lippen und nicht die SG. Die beiden ließen sich eine Lösung einfallen: Als Voss Schubert ankündigte, drehte dieser sich einfach um und auf Rückseite seines Shirts stand SG Bad Wildungen. Das ist Teamwork.

Nach der Sendung war keine Zeit zum Feiern, sondern nur zum Schlafen, denn Schubert musste früh aufstehen, weil er um 11 Uhr schon wieder auf dem Sportplatz in Wildungen stehen musste. Dort traf die von ihm trainierte zweite SG-Mannschaft auf den TuSpo Mengeringhausen II. Schubert erzielte das 1:0. Diesen Treffer hätte er lieber gestern erzielt. (rsm)

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