Starke Konkurrenz für gebürtigen Bad Wildunger

Trotz Bestleistung mit dem Diskus: 82 Zentimeter fehlen Karges für EM-Teilnahme

Marius Karges (Eintracht Frankfurt) .
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Näher gerückt: Auch wenn Marius Karges nicht zur EM fährt, lieferte er einen guten Wettkampf ab.

Der Diskus flog weit, aber nicht weit genug. Deshalb hat es für Marius Karges (18) beim Qualifikationswettkampf in Mannheim nicht für ein EM-Ticket der Altersklasse U20 gereicht.

Bad Wildungen/Mannheim – Dennoch ist der gebürtige Bad Wildunger zufrieden mit seiner Leistung. Er warf sehr konstant und sein bester Wurf landete bei 58,95 Meter. So weit hat Karges mit einer 1,75 Kilogramm schweren Scheibe bisher noch nie geworfen. „Ehrlich gesagt, habe ich auch nicht mit einer EM-Teilnahme gerechnet“, erzählt 18-Jährige auf Anfrage. Doch je mehr Abstand der für Eintracht Frankfurt startende Wildunger zu diesem Wettkampf bekommt, desto stärker steigt in ihm auch dieses Gefühl hoch: Ich habe eine gute Möglichkeit nicht genutzt.

Normalerweise sind die drei vor ihm liegenden Athleten Magnus Zimmermann (SV Halle/63,29 m), Steven Richter (LV Erzgebirge/62,14 m) und Mika Sosna (TSG Bergedorf, 59,76 m) ihm deutlicher überlegen, als es in Mannheim der Fall war. „Mir fehlten diesmal nur 82 Zentimeter für die Qualifikation, da ärgere ich mich schon ein wenig.“ Er habe bei seinen Konkurrenten während des Wettkampfs gesehen, dass sie sehr unter Druck gestanden hätten. „Ich dagegen, war ganz entspannt, ich hatte auch nichts zu verlieren.“

Ersatzmann bei der EM

Karges steht nun auf Abruf bereit, doch noch zur EM nach Tallinn (Estland) zu reisen, falls einer aus diesem Trio ausfallen sollte. Die leise Hoffnung, dass Steven Richter sich nur für den Kugelstoßwettkampf entscheidet, erfüllte sich auch nicht für Karges. „Er startet bei der EM in beiden Disziplinen.“

Der gebürtige Wildunger weiß, dass er mit seiner Weite vermutlich in jedem anderen europäischen Land einen Platz im EM-Team sicher hätte. „Die Konkurrenz im Diskus ist in Deutschland enorm stark, allein zehn Werfer hatten die EM-Norm von 56 Meter geschafft.“

Karges weiß aber auch, dass er gegen diese derzeit ihm überlegenen Athleten auch in Zukunft antreten muss. Er besitzt gegenüber diesem Trio einen Nachteil, den er im Training nicht aufholen kann: „Die sind alle fast einen Kopf größer als ich und haben Arme, die einige Zentimeter länger sind als meine“, erzählt der 18-Jährige.

Dadurch hätten sie längere Hebel, die beim Wurf schon bis zu zwei Meter in der Weite ausmachen würden. Diesen rein physikalischen Nachteil, versucht Karges durch eine saubere Technik, eine bessere Athletik und mit mehr Geschwindigkeit durch eine schnellere Drehung wettzumachen. „Wir sind hier auf einem guten Weg und auch meine Trainer waren mit meiner Leistung in Mannheim zufrieden“, erzählt Karges.

Weltmeisterschaft als weitere Chance

Dennoch glaubt er aber nicht an eine deutsche Goldmedaille bei den europäischen Titelkämpfen, die vom 15. bis 18. Juli stattfinden. Der erste Platz dürfte an den Litauer Mykolos Alekna gehen, der die Weltjahresbestenliste bei den U20-Athleten mit 69,77 Meter anführt. Doch Marius Karges hat in dieser Saison noch eine weitere Chance auf einen großen internationalen Wettkampf.

Die U20-WM findet Mitte August in Nairobi (Kenia) statt. „Hier dürfen aber nur zwei deutsche Diskuswerfer teilnehmen“, sagt der 18-Jährige und als Unterton hört man heraus, dass er sich auch hier nur wenig bis keine Chance ausrechnet. Damit macht er sich keineswegs kleiner als er ist und das ist von ihm auch keine falsche Bescheidenheit. Dennoch wird sich Kares bei der Quali auch an die 83 Zentimeter erinnern, die ihm für die EM gefehlt haben. Er ist nah dran. (rsm)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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