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Twistetals Handball-Frauen trotzen Schwäche beim Siebenmeter

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Handballerin in der Sprungphase mit Ball, daneben Gegenspielerin mit erhobenen Armen
Abgehoben: Die Twistetalerin Anna-Lena Reese setzt in der Flugphase zum Torwurf an. Baunatals Johanna Becker will nicht mehr eingreifen. © Werner Spitzkopf

Hanna Happe zeigte keine Nerven. Die Handballerin der HSG Twistetal ging eine Minute vor Schluss zur Siebenmeterlinie – und verwandelte im Landesliga-Spiel gegen die HSG Baunatal. Sie sicherte damit den 23:22 (11:11)-Sieg.

Mühlhausen - Die Situation ist Alltag im Handball, stimmt schon, war aber in dieser Partie besonders. Die Twistetalerinnen hatten zuvor bereits fünf von neun Siebenmeter verworfen.. Daher wollte keine Spielerin mehr die Verantwortung für den letzten Strafwurf übernehmen. „Ich habe Hanna gesagt, sie solle ihn werfen“, erzählte der Twistetaler Trainer Ufuk Kahyar

Die hohe Fehlwurfquote aus sieben Metern konnte der Coach sich nicht erklären. „Das ist auch tagesformabhängig, wer diesen Wurf nimmt, sollte auch genügend Selbstvertrauen haben.“ Trainieren könne man den Strafwurf eigentlich nicht.

Trainer Kahyar: War sehr viel Nervosität im Spiel

Die Twistetalerinnen taten vor allem in der ersten Halbzeit wenig dafür, über ihr Spiel Selbstvertrauen zu tanken. Es lief kaum etwas zusammen, und Trainer Kahyar sollte mit seiner Befürchtung recht behalten, dass man seinen Spielerinnen die lange Pause anmerken würde. „Wir waren in der Abwehr sehr langsam, hatten nicht genug Aggressivität, haben technisch zu viele Fehler gemacht und auch die vielen verworfene Siebenmeter verdeutlichen, dass bei uns sehr viel Nervosität im Spiel war.“

Die Gäste, die in der vergangenen Woche bereits Spielpraxis gesammelt hatten, hätten diese Schwächen ausgenutzt. Doch in einem Punkt war der Coach auch im ersten Durchgang mit seinem Team halbwegs zufrieden. „Wir haben einige Situationen im Angriff gut gelöst, sind deshalb mit einem Unentschieden und nicht mit einem großen Rückstand in die Halbzeit gegangen.“

Die Minuten in der Kabine nutzte Kahyar gezielt, um seine Spielerinnen auf Siegkurs zu bringen. Sie sollten sich auf ihre Stärken konzentrieren, die Außen dürften nicht so weit einschieben und mit ihrer 3-2-1-Deckung mit sporadisch eingesetzter direkter Deckung den Rückraum der Baunatalerinnen früher attackieren, vor allem Aline Petermann.

Twistetal zieht zeitweilig bis auf fünf Tore weg

Die Gastgeberinnen kamen tatsächlich verwandelt aus der Kabine. Nachdem sie in der ersten Halbzeit nur einmal in Führung gegangen waren, 10:9 in der 27. Spielminute, gingen sie nun sofort mit 12:11 in Front und mussten ab diesem Moment nie wieder einem Rückstand hinterherlaufen.

Im Gegenteil, bis Mitte des zweiten Durchgangs hatten sie sich sogar einen Fünf-Tore-Vorsprung (20:15) erarbeitet, auch dank guter Paraden von Torfrau Johanna Gleumes, die der Coach neben der defensivstarken Anna-Lena Reese aus einer insgesamt passablen Teamleistung hervorhob.

Doch gegen Ende der Partie schienen die Gastgeberinnen noch einmal Angst vor der eigenen Courage zu entwickeln, auch wenn Kahyar ihre Coolness im Gegensatz zum Spiel gegen Wesertal in der Schlussphase lobte. Der Vorsprung schmolz Tor um Tor, 22:21 führte Twistetal, noch eine Minute war zu spielen, dann entschieden die Schiedsrichter schon wieder auf Siebenmeter… Tore für Twistetal: Meier 1, Isenberg 1, Judith Happe 2/1, Reese 3, Wilke 3, Hering 7/2, Hanna Happe 6/1.

Von Reinhard Schmidt

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