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Noch ungeschlagen: Twistetals A-Jugend steht im Halbfinale um die Hessenmeisterschaft

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Machte wie Beke Mehring viel Dampf von außen: Twistetals Lucy Lefringhausen (rechts), hier gegen Bachgaus Selin Basaran; links Hanna Happe.
Machte wie Beke Mehring viel Dampf von außen: Twistetals Lucy Lefringhausen (rechts), hier gegen Bachgaus Selin Basaran; links Hanna Happe. © Werner Spitzkopf

Die Oberliga der Nachwuchs-Handballer ist vorbei aus Sicht von Twistetal/Korbach – für die weibliche B-Jugend endete sie mit einem guten Gefühl. Für die A-Jugend mit einer Zugabe.

Mühlhausen – Die ältesten „Mädels“ der HSG haben den Sprung ins Halbfinale um die Hessenmeisterschaft sicher, nachdem sie auch das vierte Spiel gewonnen haben. Gegner wird der Nachwuchs des Bundesligisten HSG Bensheim/Auerbach sein.

Starke Leistung trotz Heimniederlage – so hieß das Fazit bei der weiblichen B-Jugend der JSG Twistetal/Korbach, die sich mit einer ansprechenden Vorstellung gegen den Top-Favoriten aus Bachgau sehr ordentlich aus der Oberliga verabschiedete.

Weibliche A-Jugend zählt zu Hessens Top vier

HSG Twistetal – HSG Bachgau 24:19 (12:7). Ohne vier Spielerinnen gingen die Gastgeberinnen hochmotiviert in die Begegnung. Doch beim Stand von 2:3 sah es nach acht Minuten noch nicht sorig aus, weil die Twistetalerinnen wie auch später in der gesamten Partie die stark aufspielende Amy Joy Blümel trotz verschiedener Deckungsvarianten nicht in den Griff bekamen. In der Folgezeit stand aber der Deckungsverband besser, und im Angriff fanden die Waldeckerinnen über den Kampf ins Spiel. Aus dem 2:3 wurde ein 6:2, doch daraus ließ sich noch gar nichts ableiten. Durch überhastete Abschlüsse und einige unnötige Zwei-Minuten-Strafen Twistetals kamen die kampfstarken Gäste zu einfachen Toren und waren beim 7:5 (18.) wieder dran. Dann kippten die Verhältnisse erneut: Die Heimmannschaft fand immer wieder Lücken in der gegnerischen Abwehr und zog bis zur Pause wieder auf 12:7 davon.

In der Halbzeitansprache machte das Trainerteam der Twistetaler Mannschaft klar, dass man weiterhin konzentriert und aggressiv spielen muss, um als Sieger vom Platz zu gehen. Doch bei der entstand nach 14:7-Führung ein unerklärlicher Bruch im Spiel. „Wir scheiterten mit freien Würfen mehrfach an der Gäste-Keeperin und mangels spielerischer Lösungen wurden unvorbereitete Würfe genommen. Da wir auch in der Abwehr keinen Zugriff mehr auf die schnellen und trickreichen Angreiferinnen der Gäste bekamen, schmolz der Vorsprung dahin“, fasste Jochen Isenberg vom Twistetaler Trainerteam diese Phase zusammen.

Beim Stand von 16:13 wehrte Twistetals Torfrau Johanna Gleumes einen Tempogegenstoß ab – und es ging nochmals ein Ruck durch die Mannschaft. Der Abwehrverband agierte wieder konzentrierter und vorne wurden die sich ergebenden Chancen endlich konsequenter verwertet. Ein Sonderlob verdient sich Jule Gleumes, die in dieser Phase drei blitzsaubere Treffer von der Linksaußenposition erzielen konnte. Spätestens nachdem Lucy Lefringhausen in der 54. Minute zum 23:17 einnetzte, war die Begegnung entschieden.

„Das war spielerisch mit Sicherheit nicht unsere beste Leistung. Aber wir haben die ganze Zeit kämpferisch dagegengehalten und nach dem Schlusspfiff war die Mannschaft einfach nur froh, dass es gereicht hat. Leider sahen nur wenige Zuschauer dieses Entscheidungsspiel, was für die Mannschaft schon ein wenig enttäuschend war“, sagte Trainer Isenberg.

Weibliche B-Jugend: „Mit allen Gegnern auf Augenhöhe“

JSG Twistetal/Korbach – HSG Bachgau 21:28 (12:15). Die Vorzeichen für die Waldeckerinnen waren wenig rheißungsvoll: Das Trainerteam musste improvisieren, da nicht nur die Kreisläuferinnen Leony Taubert und Catja Peschel fehlte, sondern eine Handvoll Spielerinnen angeschlagen waren. Lea Bangert sowie Mia Stracke übernahmen die schwierige Herausforderung am Kreis und setzten von dort aus immer wieder ihre Mitspielerinnen in Szene.

Die ersten Minuten bis zum 4:4 gestalteten die Gastgeberinnen das Match ausgeglichen, und auch von einem Zwischenspurt der Gäste zum 6:12 ließen sie sich nicht beirren – Auszeit, kurz erholt, auf 12:15 zur Halbzeit verkürzt.

Auch nach der Pause ließ sich Twistetal bis zum 16:18 nicht abschütteln und ärgerte die Bachgauerinnen, zum Beispiel dank starker Torhüterleistungen von Fritzi Göbel und Julia Peschel. Erst ein Dreierpack von der besten gegnerischen Spielerin Amy Joy Blümel zum 16:21 bedeutete nach knapp 40 Minuten die Vorentscheidung.

Ein paar zu hektische Torwürfe unsererseits wurden nun konsequent ausgenutzt und man konnte erahnen, wie stark das Tempospiel unserer Gäste in den meisten Spielen ist. Allein Caro Brida zeigte, dass sie nach ihrer langen Pause wieder in aufstrebender Form ist. Mit einigen exzellenten Aktionen spielte sie ihre Gegenspielerinnen in der Schlussphase schwindlig, erzielte drei Treffer und holte zwei Siebenmeter heraus. Für den gelungenen Abschluss sorgte Sekunden vor dem Abpfiff unsere Torhüterin Julia Peschel. Mit einem sicher verwandelten Siebenmeterwurf trug sie sich in der Torschützenliste ein und sorgte für reichlich gute Stimmung im Team.

„Trotz der Niederlage blicken wir somit erhobenen Hauptes auf unsere Oberligasaison zurück. Unsere Punkteausbeute war zwar leider nicht optimal, wir hatten auswärts etwas Pech und bei den letzten Spielen waren wir arg „coronagebeutelt“. Dennoch haben wir mit allen anderen Mannschaften auf Augenhöhe gespielt“, sagte Trainer Thomas Tönepöhl. (red)

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