Handball: Twistetaler bei B-Jugend-Final-Four um deutsche Meisterschaft

Unglückliche Halbfinalniederlage für Melsungen: Ben Backhaus lässt Tränen in Dormagen

Nicht auf Finalkurs: Ben Backhaus (Melsungen) taucht hier gegen die Rhein-Neckar-Löwen frei vor Torwart Jonas Riecke auf. Die Nordhessen verloren die Partie.
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Nicht auf Finalkurs: Ben Backhaus (Melsungen) taucht hier gegen die Rhein-Neckar-Löwen frei vor Torwart Jonas Riecke auf. Die Nordhessen verloren die Partie.

Die ein oder andere Träne hat Ben Backhaus schon in Dormagen gelassen. Der Twistetaler Handballer darf sich nicht Deutscher Meister nennen.

Melsungen/Twistetal – Dabei war er mit seinem B-Jugend-Team der JSG Melsungen/Körle/Guxhagen im Final-Four-Turnier so dicht dran an diesem begehrten Titel. Die Nordhessen fielen im Halbfinal-Krimi den Rhein-Neckar-Löwen mit 29: 30 zum Opfer. „Wir mussten nach diesem Spiel alle ein wenig gegen die Tränen ankämpfen“, beschreibt der 17-Jährige die Momente direkt nach dem Abpfiff. „Wir waren so fokussiert und so heiß auf dieses Spiel.“

Wenn jemand viel Herzblut und Energie in ein Projekt steckt und es dann misslingt, wandelt sich diese Energie in Enttäuschung um, die einen auch emotional hart treffen kann.

Der Frust über den knapp verpassten Finaleinzug konnten die Spieler binnen 24 Stunden nicht abschütteln. Er steckte auch am nächsten Tag noch in ihren Köpfen und Knochen. Dagegen hatte ihr Vorsatz „dann holen wir zumindest Bronze“ keine Chance. So ging auch das Spiel um Platz drei gegen Dormagen (22:29) verloren.

Ben Backhaus geht mit sich selbst auch recht kritisch um. „Ich hatte im Halbfinale von mir schon etwas mehr erwartet.“ Klar, er hätte gern mehr als nur dieses eine Tor geworfen, aber auch „ein Fehlwurf und Abspielfehler ärgern mich“, erzählt der Rechtsaußen. Er rätselt aber noch über die Gründe, warum er im wichtigsten Spiel der Saison seine Topleistung nicht abrufen konnte.

„Ich habe das gemacht, was ich immer mache“

Er habe darüber direkt nach dem Spiel auch mit seinen Eltern gesprochen, die ihren Sohn endlich mal wieder live in der Halle spielen sehen konnten. „Wir haben nichts Gravierendes entdeckt, eigentlich habe ich das gemacht, was ich immer mache, aber irgendwie hat es im Halbfinale nicht so geklappt wie ich es mir vorgestellt habe. Es gibt leider solche Tage.“

Der Linkshänder zeigte sich im Spiel um Platz drei mit drei Toren zwar treffsicherer, aber die seien für ihn nach einer Niederlage bedeutungslos.

Trotz dieser zwei verlorenen Spiele weiß der Gymnasiast aber schon jetzt, dass dieses Final-Four-Turnier nicht nur als Enttäuschung in seiner Erinnerung hängenbleiben wird. „Ich denke, wir haben trotzdem neue Erfahrungen bei diesem Turnier gesammelt.“ Die möchte er jetzt mit in die A-Jugend nehmen.

Er spielt dann erstmals nach der Sommerpause in der Handball-Bundesliga. 40 Mannschaften werden in vier Staffeln aufgeteilt. Die höchste deutsche Spielklasse bei den B-Junioren ist die Oberliga, in der nur Mannschaften aus einem Bundesland gegeneinander antreten und jeweils die zwei besten sich für die Spiele um die deutsche Meisterschaft qualifizieren.

Für Ben Backhaus beginnt die neue Saison bereits in der kommenden Woche. „Wir trainieren bis zum Sommerferienbeginn mit der neuen A-Jugend, haben dann drei Wochen frei bis zur Vorbereitungszeit.“ Vielleicht sind dem 17-Jährigen mit dieser Mannschaft auch einmal Freudentränen vergönnt. (rsm)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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