Deutsche Skispringer enttäuschen, Ski-Club überzeugt

Vier Siege beim Continental-Cup: Österreicher Wohlgenannt räumt in Willingen alles ab

Überflieger: Ulrich Wohlgenannt aus Österreich landete acht Mal jenseits der 140 Meter und holte alle vier Siegerpokale beim Continental-Cup in Willingen.
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Überflieger: Ulrich Wohlgenannt aus Österreich landete acht Mal jenseits der 140 Meter und holte alle vier Siegerpokale beim Continental-Cup in Willingen.

In zwei Tagen vier Wettkämpfe gewonnen – ob‘s das schon mal gab beim Skispringen? Wenn beim Continental-Cup auf der Mühlenkopfschanze Zuschauer zugelassen gewesen wären, hätten sie es erlebt.

Ein Österreicher mit dem klangvollen Namen Ulrich Wohlgenannt hat diesen Triumph vollbracht, den Stadionsprecher Gunnar Puk „Grand Slam“ nannte. Mancher mutmaßte, der 26-Jährige hätte auch rückwärts den Anlauf hinunter fahren könne, er hätte dennoch gewonnen. Wohlgenannt konservierte seine Form vom Freitag, fügte seinen zwei Siegen bei den Einzelkonkurrenzen zum Auftakt noch einmal zwei hinzu – und war dabei genauso unantastbar wie tags zuvor.

Während die Österreicher insgesamt sehr zufrieden sein konnten, fiel das Fazit aus deutscher Sicht negativ aus. Teilweise schaffte es im verlauf des Wochenendes nur ein Athlet ins Finale der besten 30. Von den Podestplätzen waren die am Samstag noch sieben Springer weit entfernt.

Starke Auftritte auf dem Weg zurück in den Weltcup: Cene Prevc aus Slowenien wurde am Samstag beim Continental-Cup in Willingen Zweiter und Fünfter.

Positiv hingegen verlief der COC aus Sicht des Ski-Clubs Willingen. Zumal durch frühzeitige Anpassung des Zeitplans alle vier Wettkämpfe bereits bis Samstagnachmittag durchgezogen werden konnten und man den wettermäßig sehr unsicheren Sonntag allen ersparen konnte.

So lief das 3. COC-Springen in Willingen

Erstmal wurde der Doppelsieg zum Hattrick für Ulrich Wohlgenannt, dem auch das frühe Aufstehen (Start 9 Uhr) nichts ausmachte am Samstag. Mit 141,5 und 145 Metern gewann der Austria-Adler das dritte Continental Cup-Springen überlegen mit 274,6 Punkten – das waren 20 mehr als die 254,5 von Cene Prevc aus Slowenien (/136+143,5m). Wohlgenanntes Landsmann Markus Schiffner (251,5/142+140), der am Samstag zwei Mal Zweiter gewesen war, hielt ebenfalls seine Form und wurde Dritter.

Lange Gesichter dagegen beim Deutschen Ski-Verband. Nachdem die nationale Gruppe ohnehin nur die beiden ersten Springen bestreiten durfte, schaffte nur Richard Freitag den Sprung in den Finaldurchgang. 126,5 und 127 Meter sowie 212,9 Punkte reichten aber nur zu Platz 19 – viel zu wenig, um wieder Ansprüche anzumelden.

Lokalmatador Paul Winter hebt ab – vor den Augen aller Trainer.

Vor ihm landeten in den Top ten wieder die bekannten Namen mit den beiden Polen Aleksander Zniszczol (247,2) und Pawel Wasek (246,2), dem Japaner Junshiro Kobayashi (244,0) dem überraschend starken Finnen Eetu Nousianen (241,5), Norwegens Anders Haare (237,5) und dem Slowenen Anze Semenic (236,7).

So lief das 4. COC-Springen in Willingen

Na, wie hieß wohl der Sieger am Mittag im vierten Einzel am Mühlenkopf? Richtig: Ulrich Wohlgenannt. Der Österreicher musste in beiden Durchgängen nicht einmal Bestweite springen, um letztlich mit satten 28 Punkten wieder haushoch zu gewinnen und sich mit den in Willingen maximal möglichen 400 Punkten auch an die Spitze der Gesamtwertung zu setzen. Wohlgenannt landete bei 143,5 und 142 Metern (291,5 Punkte) und setzte damit alle acht Sprünge des COC in Willingen über die 140-Meter-Marke – was freilich sonst niemand schaffte. „Willingen ist eine Flugschanze. Und ich bin eindeutig ein Flieger“, sagte Wohlgenannt.

Das Feiern ließ sich aber auch der Zweitplatzierte nicht nehmen. der US-Amerikaner Decker Dean erfreute sich anerkennenden Applauses vieler Mitstreiter, nachdem er mit 139 und 135,5 Metern (263,2 Punkte) aufs Podest sprang. Das gelang auch dem Norweger Anders Hare (133,5+146,5/259,9), der Dritter wurde vor Norwegens Robin Pedersen (256,9) und Cene Prevc (255,1).

Für die deutsche B-Mannschaft war das Abschluss-Springer das erfolgreichste, weil diesmal fünf Athleten im zweiten Durchgang standen. Im letzten Bewerb war David Siegel auf Platz 16 der beste. Kilian Märkl (17.) Adrian Sell (23.), Philipp Raimund (24.) und Richard Freitag (26.) landeten ebenfalls in den Punkterängen. (schä/be)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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