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Rückschlag: Stephan Leyhe verpasst in Innsbruck den zweiten Durchgang

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Innsbruck, Österreich, 04. Januar 2023: 71.internationale Vierschanzentournee, Skispringen, Herren, Weltcup, Innsbruck
Musste seine Sachen früh packen: Stephan Leyhe verpasste in Innsbruck den zweiten Durchgang. © IMAGO/Ulrich Wagner

Sechs Duelle vor Ende des ersten Durchgangs hatte Stephan Leyhe Gewissheit: Er kann die Tasche packen und ein Shuttle ins Hotel nehmen, ehe das Finale am Bergisel beginnt.

Der Schwalefelder verpasste am Mittwoch als einziger der sechs deutschen Skispringer die Entscheidung beim dritten Wettbewerb der Vierschanzentournee in Innsbruck, wo er 2019 noch Vierter geworden war. Sein Ausscheiden war mit ein Beleg dafür, dass es weiter nicht die Tournee der DSV-Adler ist.

Leyhe musste einen Rückschritt quittieren, wo eigentlich ein weiterer Schritt nach vorn eingeplant war. Danach sah es nach 122 Metern im Training auch aus. Doch während sein Duellgegner Domen Prevc (Slowenien) mit 119 Metern seinen Probesprung bestätigte, landete Leyhe schon bei 114,5 Metern. „Kaum technische Fehler, aber sehr flach im Hang“, sah ARD-Experte Sven Hannawald sofort. Aus der Liste der fünf „Lucky Loser“ war der Upländer auch relativ schnell herausgerutscht. Pius Paschke und Constantin Schmid kamen dagegen über diese Wertung gerade noch weiter.

Stephan Leyhe: „Muss weiter an mir arbeiten“

„Ausgeschieden. Doof gelaufen. Der Sprung war jetzt eigentlich nicht so schlecht, dass man damit ausscheidet. Aber es ist ein bisserl auf und ab bei mir“, kommentierte der Upländer, der bei herkömmlicher Wertung (ohne Duelle) als 30. das Finale erreicht hätte - ein schwacher Trost, ebenso wie die Tatsache, dass er prominente Gesellschaft hatte: Auch Vorjahres-Tourneesieger Ryoyu Kobayashi kam nicht weiter. Leyhe muss heute an seinem Geburtstag bei der Quali in Bischofshofen neu Anlauf nehmen.

Das gilt auch für den bereits tags zuvor in der Quali gescheiterten Karl Geiger, der aus dem Hotel verfolgte, wie die Deutschen erneut enttäuschten. Ihnen fehlen derzeit viele Meter zur Weltspitze. Nicht nur am Bergisel in Innsbruck.

Ski nordisch/Skispringen: Vierschanzentournee - Innsbruck - Philipp Raimund
Wieder musste er die deutsche Ehre retten: Youngster Philipp Raimund. © Daniel Karmann/dpa

Stephan Leyhe fiel mit nunmehr 595,1 Punkten in der Gesamtwertung auf Platz 20 zurück, rangiert dennoch sogar vor Geiger und will schon in der Qualifikation von Bischofshofen an seinem 31. Geburtstag und im letzten Wettbewerb der Tournee überhaupt Wiedergutmachung betreiben. Nicht nur er selbst weiß, dass er mehr kann, als er derzeit zeigt. „Ich muss weiter arbeiten und an mich glauben. Morgen ist schon die nächste Chance“, so der Wahl-Schwarzwälder, dessen Motor noch nicht rund läuft, aber eigentlich in die richtige Richtung gestartet war. Vielleiht helfen ihm die Geburtstagswünsche wieder auf die Sprünge.

Alle DSV-Adler wollen die Tournee nicht so stehen lassen. Es ist auffällig, dass der jüngste und unbekümmertste, Philipp Raimund (13.), der Tagesbeste war; noch vor Andreas Wellinger (18.), Markus Eisenbichler (22.), Schmid (26.) und Paschke (28.). Horngacher will aber nicht gelten lassen, dass Raimund aus dem Conti-Cup kommt. „Er hat die komplette Vorbereitung mit dem Nationalteam absolviert, ist einfach unbekümmerter als die anderen und denkt noch nicht so viel nach.“

Horst Hüttel vertraut dem Trainerteam

Am Bergisel gewann der Pole Dawid Kubacki (265,2) und verhinderte damit einen weiteren Grand Slam-Erfolg mit vier Siegen, den der in der Gesamtwertung weiter führende Halvor Egner Granerud (261,7) anstrebte. Der Norweger führt aber vor Bischofshofen weiter mit 877,8 zu 854,5 Punkten in der Tourneewertung vor Kubacki.

Keiner der DSV-Adler lag am Ende unter den Top ten, Andreas Wellinger ist als Achter Bester in der Gesamtwertung. Ein deutscher Gesamtsieg bleibt über 20 Jahre nach Sven Hannawald ein Traum. „Uns fehlt einiges. Ich bin aber nicht ratlos, Wir wissen, an welchen Schrauben wir drehen müssen und sehen, wie wir aus dem negativen Wasser herauskommen“, konstatierte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Horst Hüttel, Leiter Skispringen beim DSV, hat weiter in das Trainerteam und deutete an, dass es in den Weltcups nach der Tournee von Zakopane, über Sapporo, das Skifliegen in Bad Mitterndorf bis Willingen vielleicht auch die ein oder andere kurzzeitige Veränderungen im Team geben könnte. „Vielleicht tut dem ein oder anderen eine Pause gut.“ (be/schä)

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