Sein Ziel: Kinder auf richtigen Weg führen

Waldemar Maier: Mit 25 Jahren schon Boxtrainer im TSV Korbach

Waldemar Maier in Kämpferpose am Boxring
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Erst im Ring, jetzt am Ring: Waldemar Maiers Ding ist das Boxen.

No boxing, no life. Diese Einstellung bringt Waldemar Maier mit. Sie zog den Boxer vom TSV Korbach bis ins Traineramt.

Korbach – Am Anfang stand eine Entscheidung von Waldemar Maiers Vater. Ihm war der Bewegungsdrang des Sohnes aufgefallen und er meldete ihn im Alter von zehn Jahren in der Boxabteilung des TSV an. Sein Trainer Reinhard Jassmann sollte fortan eine Vorbildrolle für den Jungen übernehmen. Das klappte gut.

„Waldemar fiel durch Disziplin, Talent, seine Fairness und seinen Trainingsfleiß auf“, erinnert sich Jassmann. Mehr als 50 Kämpfe hat Maier bestritten, er gewann mehrere Titel als Hessenmeister, wurde südwestdeutscher Meister und holte zweimal Bronze bei den deutschen Meisterschaften. Doch schon mit 24 Jahren kehrte er dem Wettkampfsport den Rücken, weil er ihn mit seiner Schichtarbeit nicht vereinbaren konnte.

Aber Boxen ist ja sein Leben und daher gibt der Korbacher nun sein Wissen und seine Erfahrung an Kinder und Jugendliche als Trainer weiter. Seit einem Dreivierteljahr hat er die C-Lizenz beim Hessischen Boxverband in der Tasche mit der Option die B-Lizenz dranzuhängen. Das Mädchen- und Frauentraining hat er im vergangenen Jahr überwiegend selbst geleitet und sich auch für den Aufbau einer Wettkampfmannschaft engagiert.

Maier bekleidet zwar ein Ehrenamt, gibt aber auch unumwunden zu, dass es ihm bei seiner Trainerarbeit nicht ums ehrenamtliche geht. „Mir geht es eher darum, die Kinder und Jugendlichen auf den richtigen Lebensweg zu führen, dafür sollten alle in einen Verein eintreten, damit sie als Jugendliche nicht im Park sitzen und dort kiffen, rauchen, saufen.“

Waldemar Maier: „Ein Verein ist wie eine Familie“

Im Verein lerne man vor allem den respektvollen Umgang mit Menschen, meint Maier, und die Leitplanke für seinen Lebensweg heißt Selbstdisziplin. Das lerne man nur im Verein, findet der 25-Jährige, der sich noch genau an die Worte seines Vaters vor 15 Jahren erinnert: „Junge, geh in einen Verein, gib dort dein Bestes, trainiere und mache was aus deinem Leben.“ Er hat das geschafft. Und möchte genau diese Worte nun an die jüngere Generation weitergeben.

„Ein Verein ist wie eine Familie, du wächst ja mit deinen Teamkollegen, nur so kommst du voran.“ Er möchte in die Fußstapfen seines Trainers Reinhard Jassmann treten – auch aus Dankbarkeit. „Wie Reinhard es für mich gemacht hat, möchte ich es nun für andere machen. Ich habe mit ihm trainiert, gelacht, geweint, mich gequält und wenn ich nicht wollte, hat er mich in den Arsch getreten. Und nur so kam ich zum sportlichen Erfolg. Das ist zwar eine harte Schule, aber auch eine gute Schule.“

Für Maier ist das ganze Leben ein Kampf. Denn nicht nur im Ring oder im Sport müsse man sich ständig beweisen, auch in der Schule, in der Ausbildung, im Beruf. Allerdings ist nach Ansicht von Maier das Ehrenamt ernsthaft in Gefahr. „Wir suchen schon länger ehrenamtliche Trainer, aber alle wollen Geld dafür, das ist traurig.“

Unpünktlichkeit mag er gar nicht

Leute wie er, die einen Trainerjob aus Liebe zum Boxen ausüben oder weil der Boxsport in Korbach nicht verloren gehen darf, sind rar gesät. Man müsse auch nicht immer etwas zurückbekommen, wenn man etwas gebe, betont der Coach, der vor Corona fünf Tage in der Woche Training angeboten hat und derzeit auch in Medebach eine Boxabteilung aufbaut.

Seine Sportler verlieren bei ihrem Trainer an Anerkennung, wenn sie oft zu spät kommen. Unpünktlichkeit mag Maier nicht. Sportliche Ziele verfolgt der 25-Jährige natürlich auch mit seinen Schützlingen, aber sie stehen nicht an oberster Stelle: „Das wichtigste ist, dass jeder sicher in den Kampf hineingeht und auch sicher wieder aus dem Kampf herauskommt.“ (rsm)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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