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Stephan Leyhe zum Abschluss auf Platz 21

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Von: Gerhard Menkel

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Stephan Leyhe enttäuscht
Offensichtlich enttäuscht: Das Foto von Stephan Leyhe entstand zwar zuletzt in Zakopane, passt aber auch zum Weltcup in Sapporo. © IMAGO/Foto Olimpik

+ + + aktualisiert + + + Auch zum Abschluss des Weltcup-Tage in Sapporo ist Stephan Leyhe nicht die große Befreiung gelungen. Nach den Plätzen 24 und 17 in den ersten beiden Springen wurde er heute 21.

Sapporo - Mit 135 Metern im ersten Durchgang war der Springer vom Ski-Cliub Willingen gewohnt solide aufgetreten. Allerdings nutzte auch die Konkurrenz die oft guten Bedingungen bei dem Wettkampf am Vormittag (Ortszeit) zu weiten Flügen, und Leyhe fand sich auf Platz 16 wieder.

Im Finale fiel der 31-Jährige mit 121,5 Metern (217.2 Punkte) wieder zurück. Dass er sich in prominenter Gesellschaft befand - Vortagsgewinner Stefan Kraft aus Österreich landete bei 119,5 Metern und wurde auch nur 18. (222,6 Punkte) - dürfte ihn zwei Wochen vor dem Heimweltcup am Mühlenkopf wenig getröstet haben.

Eisenbichler Dritter, Geiger verpasst Finale

Einen versöhnlichen Abschluss bereitere Markus Eisenbichler dem deutschen Skisprung-Team. Der 31-Jährige sprang am Sonntag im Finaldurchgang mit 139,5 Metern noch vom siebten auf den dritten Platz vor. Am Vortag hatte der Oberbayer noch komplett enttäuscht und als 31. den zweiten Durchgang verpasst. 
Ähnliches erlebte am Sonntag auf der Olympiaschanze von 1972 Karl Geiger. Der Olympiadritte konnte sich mit einem Sprung auf 119 Metern als 34. nicht für den Finaldurchgang qualifizieren und sucht weiter vergeblich nach seiner Form.

Seinen Sieg vom Freitag wiederholte der Japaner Ryoyu Kobayashi vor dem norwegischen Vierschanzentournee-Gewinner Halvor Egner Granerud. Andreas Wellinger musste sich nach zwei Top-Ten-Plätzen in Sapporo diesmal aufgrund eines schwächeren ersten Sprungs mit dem zwölften Rang begnügen. 

Leyhe ließ am Samstag auf Top-Ten-Platz hoffen

Als Leyhe am Samstag im Finale bei nur 117,5 Metern nach längerem Warten und bei schwierigem Wind landete, war ihm die Enttäuschung direkt anzusehen. Er fasste sich an den Helm und schüttelte sacht den Kopf. Die prima Ausgangsposition als Rangzehnter nach dem ersten Sprung war futsch , an seine 131 Meter konnte der 31-Jährige bei weitem nicht anknüpfen. Die fehlende Konstanz bleibt weiter seine große Baustelle.

Er sei zufrieden, gab Leyhe dennoch zu Protokoll. „Der Quali-Sprung (126,5 m) war schon in Ordnung, der erste Wertungsdurchgang war wirklich gut“, sagte er: „Darauf muss ich aufbauen.“ Es spricht für den gebürtigen Schwalefelder, dass er den kurzen Finalsatz nicht allein auf den schlechten Wind zurückführen mochte. „Der Sprung war auch nicht gut genug. Fünf, sechs Meter weiter als K-Punkt sollte eigentlich immer rauskommen.“

Zwar blieb Leyhe mit 236,9 Punkten im Abschlussranking zweitbester Deutscher hinter Andreas Wellinger, der mit 251,2 Zählern auf Platz sieben wie schon am Vortag der einzige Top-ten-Springer aus dem Team des Deutschen Ski-Verbands war. Er verpasste jedoch eine Chance, sich nachhaltig für das WM-Aufgebot von Bundestrainer Stefan Horngacher ins Gespräch zu bringen. Als Trost bleiben 13 Weltcuppunkte.

Deutlich frustrierter war Markus Eisenbichler, nachdem er auf Platz 31 das Finale der besten 30 verpasst hatte. Auch Constantin Schmid (19.), Karl Geiger (22.) und Philipp Raimund (27.) hatten sich auf der Großschanze in Japan mehr versprochen.

Leyhe: Im dritten Springen noch mal angreifen

Den Sieg sicherte sich der Österreicher Stefan Kraft. Grundlage war sein guter erster Sprung, der ihn schon vor dem Finale einen komfortablen Vorsprung bescherte. Mit 283,5 Punkten landet er vor dem Norweger Halvor Egner Granerud (277,9).

Lokalmatador Ryoyu Kobayashi (276,1), der am Vortag überraschend triumphiert hatte, zeigte den besten Sprung im zweiten Durchgang, in den er als Elfter noch einen Platz hinter Leyhe gestartet war. Mit seinen 137,5 Metern und guten Haltungsnoten konnte er die meisten seiner Kontrahenten noch überflügeln und kam auf Platz drei. Als Rangvierter verteidigte der Pole Dawid Kubacki die Führung im Gesamt-Weltcup.

Skisprung-Oldie Noriaki Kasai (50) scheiterte bei seinem versuchten Weltcup-Comeback nach drei Jahren wie schon am Freitag in der Qualifikation. Diesmal verpasste der Japaner auf Rang 55 den Sprung unter die besten 50.

Eine weitere Chance bekommen Leyhe und Co. an diesem Sonntag. Der Willinger gab sich angriffslustig: „Es heißt jetzt, weiterarbeiten, das Gefühl vom ersten Durchgang aufnehmen und morgen noch mal angreifen.“ Das gelang ihm nur halb. (be/mn/dpa)

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