Keine Umlage für Umbau des Leistungszentrums

Verband spart im Lockdown: Weniger Belastung für die Schützenvereine

Gesamtvorstandssitzung des Hessischen Schützenverbandes
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Im vergangenen Oktober konnte die Gesamtvorstandssitzung des Hessischen Schützenverbandes noch als Präsenzveranstaltung abgehalten werden. Diesmal „traf“ man sich online.

Der Hessische Schützenverband hat in seiner Gesamtvorstandssitzung per Videokonferenz die Lage im zweiten Corona-Frühjahr skizziert und den Vereinen unter anderem finanzielle Erleichterungen zugesagt.

Präsidentin Tanja Frank (Baunatal) begrüßte mit ihren Präsidiumsmitgliedern aus einem Konferenzraum des Landessportbundes Hessen an den Bildschirmen insgesamt 57 Bezirksschützenmeister und Verbandsreferenten, moderiert wurde die Onlinesitzung vom designierte neuen HSV-Geschäftsführer René Ullrich.

„Es ist nichts wichtiger als unsere Gesundheit“, sagte Vizepräsident Thomas Scholl, der auf die Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens im Jahr 2021 hofft. „2020 war geprägt von Absagen und Verschiebungen.“ Auch angesichts dessen sprach er mit Blick auf die hessischen Schützenvereine von prekären Situationen.

Schützenverband: Coronahilfe kommt

Immerhin lieferte HSV-Schatzmeister Friedhelm Wollenhaupt (Rotenburg) gute Nachrichten: Der Verband habe im Vorjahr durch die Einstellung des Sportbetriebs weniger eingenommen, aber auch weniger ausgegeben. Die Rücklagen konnten aufgestockt werden; dadurch kann, wie Wollenhaupt ergänzte, die gesamte Modernisierung komplett aus eigenen finanziellen Mitteln und der öffentlichen Hand bestritten werden.

Damit wird der geplante Sonderbeitrag von 4,50 Euro pro Mitglied für den Einbau von 60 elektronischen Schießsportanlagen im Landesleistungszentrum in Frankfurt nicht benötigt. Beispiel: Somit bleiben einem verein mit 100 gemeldeten Mitgliedern 450 Euro Zusatzkosten erspart.

Ohnehin hätte die Umlage vorerst noch gar nicht eingezogen werden können, da bei der Delegiertentagung 2019 in Willingen schon die vorangestellte Satzungsänderung keine Mehrheit gefunden hatte. Eine neuerliche Abstimmung kam nicht zustande, weil die Versammlung 2020 aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen war.

Hatte gute Nachrichten: Landesschatzmeister Friedhelm Wollenhaupt.

Wollenhaupt kündigte zudem eine Coronahilfe für die Vereine in Höhe von 100 Euro an. Das Geld kann aber erst nach der Genehmigung des Verbandshaushaltes ausgezahlt werden.

„Die Hessenhalle in Alsfeld ist ein Impfzentrum, im Moment ist keine Aussage möglich, ob die Veranstaltung stattfinden kann“, stellte Präsidentin Tanja Frank mit Blick auf die am 11. April 2021 geplante 70. Ordentliche Delegiertenversammlung fest. „Gegebenenfalls erfolgt eine Verschiebung in den Sommer/Herbst oder sie findet auch als Videokonferenz statt.“

Sportleiter Otmar Martin sprach von einem durch die Corona-Pandemie geprägten Sportjahr, in dem nur einige Wettkämpfe geschossen werden konnten. Jugendleiter Stefan Rinke unterstrich dies und ergänzte, dass im Jugendbereich ein zehnprozentiger Mitgliederschwund festzustellen sei. Das Präsidium bekräftigte aber den Beschluss, auf die Hessenmeisterschaft in diesem Jahr zu verzichten. Stattdessen erhält der Breitensport den Vorzug – die Bezirksmeisterschaften sollen ausgetragen werden.

Ex-Vize ist jetzt Ehrenmitglied

Einstimmig durch den Gesamtvorstand beschlossen wurde eine Änderung der Ligaordnung, die unter anderem die Zehntelwertung beim Auflageschießen ab dem Sportjahr 2022 beinhaltet.

Quasi historisch war die erste Online-Ernennung eines Ehrenmitglieds: Dem ehemaligen Vizepräsident Hartmut Pfnorr wurde diese Ehre zuteil. Der Wiesbadener hatte nach einer Wahlperiode beim Hessischen Schützentag 2019 in Willingen vor allem aufgrund zunehmender Kritik von der Basis auf eine Fortführung seines Amtes verzichtet. (schä/red)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.
Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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