Ein besonderes Spiel in der Bezirksoberliga

Wenn alles klappt: Adorfer Tischtennisspieler Heiko Grebe erlebt in Ligaspiel eine Sternstunde

 Heiko Grebe  (Adorf)
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Die Rückhand kam und kam: Heiko Grebe hat gegen Bottenhorn ein Spiel auf die Tischtennisplatte „gezaubert“, für das ihn sogar der Gegner lobte.

Adorf – Das Gefühl, unbesiegbar zu sein - zumindest für einen Moment - hat ein Sportler nicht oft. Heiko Grebe vom VfL Adorf erlebte am vergangenen Samstag solch eine Sternstunde.

Der Tischtennisspieler brachte in der Bezirksoberligapartie seine Gegenspieler vom TTC Bottenhorn (9:7) schier zur Verzweiflung, weil er fast all ihre Bälle auf den Tisch zurückbrachte. Dafür musste sich der 38-jährige Industriemechaniker aus Twiste allerdings auch einige Sprüche gefallen lassen. „Mensch Heiko, was haben sie dir denn heute gegeben?“ Auch die Adorfer Teamkollegen schauten Grebes unschlagbar gutem Spiel bisweilen ungläubig zu. „Heiko hat an diesem Tag alles getroffen“, lobt Ralf Zauner. Offensiv wie defensiv. „Das war Regionalliganiveau.“

Doch das findet Grebe zu hoch gegriffen. „Einige meiner Bälle waren vielleicht mit einer regionalligareifen Härte geschlagen, mehr aber auch nicht“, gibt sich der 38-Jährige bescheiden. Regionalliganiveau besitze man erst, wenn man diese Leistung konstant abrufen könne.

Mit etwas zeitlichem Abstand, kommt in dem gebürtigen Heringhäuser bei einigen seiner unglaublichen Ballwechseln allerdings auch die erschrockene Frage auf: Huch, wie habe ich das gemacht?

Mehr als nur einen Riesen im Spiel

Doch in 26 Jahren Tischtennis beim VfL Adorf hat Grebe gelernt, dass es Tage gibt, „da trifft man auch schon mal einen Ball, den man so sonst nur im Fernsehen sieht“. Dennoch holte er am Samstag noch mehr aus sich heraus. „Normalerweise habe ich immer mal wieder solch einen Riesen in meinem Spiel, aber diesmal ging es mit den guten Schlägen einen ganzen Satz lang durch. Ich war wie im Tunnel.“ Ein schönes Erlebnis, aber wie fährt man im nächsten Spiel wieder dort hinein, wie holt man sich den Flow zurück? „Das weiß keiner, ich denke das geht nur mit trainieren, trainieren, trainieren.“

Gerade das hatte Corona aber lange Zeit verhindert und wenn es nicht die Pandemie ist, dann ist es der Beruf, der Grebe beim Tischtennisspielen immer wieder im Weg steht. „Regelmäßiges Training ist bei vier Schichten nicht so einfach.“

Er und seine Adorfer Teamkollegen sind selbst ein wenig erstaunt darüber, wie gut sie derzeit in Form sind. Grebe hat sich während seiner Sternstunde besonders über die gute Rückhand gefreut. „Die habe ich mit meinen Teamkollegen Axel Bumke auch viel trainiert, gerade auf Unterschnitt und im Blockspiel. Die Vorhand ist bei mir ein Selbstläufer.“

Dass Grebe nun auch etwas mehr ins Grübeln kommt ist normal. Eine Frage kommt automatisch in ihm hoch: Ist solch eine gute Leistung wiederholbar? Er gibt unumwunden zu: „Die Angst vor der nächsten Niederlage ist jetzt größer geworden und auch die Enttäuschung wird bei mir größer sein, wenn ich das nächste Mal verliere.“ Das Gute an diesen Gedanken ist: Heiko Grebe ist schon jetzt darauf vorbereitet. (rsm)

Dieser Artikel stammt aus der Waldeckischen Landeszeitung.

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