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Verwirrung um Ski-Nordisch-Stützpunkt Willingen und Winterberg: Förderung auch 2023 noch

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Biathlon
Die Nachwuchsarbeit im Biathlon und anderen Wintersportarten wäre mehr als gefährdet, wenn der Bundesstützpunkt Willingen/Winterberg aufgelöst würde. © Artur Worobiow

Am Freitagabend platzte die Meldung heraus, dass Willingen und Winterberg ihren Status als Bundesstützpunkt Ski Nordisch verlieren. Nun soll es doch eine Förderung geben – für ein Jahr.

+++ Aktualisiert+++ Der Bundesstützpunkt Ski-Nordisch und Biathlon in Willingen wird zumindest 2023 finanziell vom Bundesinnenministerium (BMI) unterstützt. Die Förderung sei um ein weiteres Jahr verlängert worden, teilte ein Sprecher des BMI mit.

Zuvor hatte das hessische Innenministerium mitgeteilt, dass der nordhessische Standort und das benachbarte Winterberg zum 31. Dezember dieses Jahres nicht mehr als Bundesstützpunkt anerkannt werden. Der Status als Bundesstützpunkt gilt stets für mehrere Jahre.

Ministerium „sicher, dass wir eine gute Lösung finden“

„Wir werden den Standort auch im Jahr 2023 unterstützen. Mit dem Bundesstützpunkt sind wir im sehr regelmäßigen Austausch zu einer dauerhaften Perspektive“, sagte ein BMI-Sprecher über Willingen. „Wir sind sicher, dass wir im Zuge der anstehenden Reform der Spitzensportförderung eine gute Lösung finden - besonders für die betroffenen Athletinnen und Athleten.“ Das Bundesinnenministerium fördere den Trainer am Olympiastützpunkt mit 26.500 Euro und die Trainingsstätte 2023 mit mindestens 37.000 Euro, heißt es aus dem BMI. Dazu komme ein Betrag aus der Verbandsförderung des Ministeriums. 

Das hessische Innenministerium sieht die Zukunft der Leistungssport GmbH, die zur Professionalität der Struktur vor Ort gegründet worden war, ohne Status als Bundesstützpunkt als existenziell gefährdet an.

Abgeordneter Dirk Wiese: „Foulspiel der Landesregierung“

Bei der Förderung für das kommende Jahr soll es sich um eine Übergangsfinanzierung handeln, wie ein Sprecher des hessischen Innenministeriums dem hr bestätigte. Das meldet die Hessenschau auf ihrer Onlineseite. Dies schließe Förderungen für Trainerinnen und Trainer sowie Athletinnen und Athleten ein. Dennoch verliert der Standort seinen Status zum Jahresende, erhält aber noch im kommenden Jahr Fördergelder.

Während in Willingen auch am Tag der Nachricht noch Verwunderung und Bestürzung vorherrschten, geraten einige Politiker wegen des Themas in Streit. Der aus dem Hochsauerland stammende Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese (SPD) sprach von einer „Falschmeldung“ und einem „Foulspiel“ der hessischen Landesregierung und forderte den Rücktritt von Innenminister Beuth, nach dessen Äußerungen vom Freitag.

Denn Ministerin Faeser und er selbst hätten sich dafür eingesetzt, die Förderung für Willingen und Winterberg noch um ein Übergangsjahr zu verlängern. „Ich bin guter Dinge, dass wir auch über den 31.12.2023 hinaus ein klares Bekenntnis zum Stützpunkt Winterberg/Willingen kommen werden“, sagte Wiese am Samstag dem hr.

Erstmeldung: Bundesinnenministerium beschließt Aus für Stützpunkt Willingen/Winterberg

Das ist ein Schock für das Upland: Der Standort Willingen und Winterberg verliert seinen Status als Bundesstützpunkt Ski-Nordisch. Das habe das Bundesinnenministerium entschieden, berichtete der Hessische Rundfunk. Am Samstag nahm die Causa noch einmal eine etwas andere Entwicklung, und die hiesigen Wintersportregionen scheinen ein wenig zum Spielball der Politik zu werden.

Hessens Innenminister Peter Beuth sagte am Freitag: „Das Bundesinnenministerium hat heute dem Leistungssport im Upland die Grundlage entzogen. Der Stützpunkt, der Stephan Leyhe in die Weltspitze geführt hat und auch Jochen Behle beheimatet, hat durch diese Entscheidung seine nationale Bedeutung verloren.“ Die Entscheidung mache „fassungslos“ und bedeute für die gesamte Region einen herben Rückschlag.

In Willingen zeigten sich die Verantwortlichen irritiert, denn Thomas Berghoff erfuhr davon in seiner Funktion als Leiter des Stützpunkts erst in einem Telefonat vom hr.

Stützpunkte wollen sich wehren

Am beiden Standorten entfällt somit künftig die finanzielle Unterstützung des Bundes für hauptamtlich Beschäftigte, die in den Schwerpunktdisziplinen Ski nordisch und Biathlon den Wintersportnachwuchs sowie die Kader-Athleten betreuen.

Laut Berghoff trainieren derzeit 40 Athletinnen und Athleten in Willingen in der Talentförderung und drei Bundeskaderathleten. Darin liege auch das Problem: Kürzlich habe eine handvoll Athleten aus dem Bundeskader den Standort verlassen. Damit sei Willingen knapp unter die für eine Förderung notwendige Grenze gerutscht, sagte Berghoff. Man habe also mit Problemen gerechnet.

„Wir hätten aber nicht gedacht, dass uns der Status als Stützpunkt entzogen würde.“ Die Stützpunkte wollen sie sich gegen diese Entscheidung wehren.  (dpa/red)

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