1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

WM-Ticket geholt: Goddelsheimer Tom Barbe vertritt deutsches Schießteam in Kairo

Erstellt:

Von: Dirk Schäfer

Kommentare

Tom Barbe bei der Hessenmeisterschaft Schießen mit dem Luftgewehr 2022. Der Goddelsheimer wurde Vierter.
Nimmt jetzt sozusagen die WM ins Visier: Tom Barbe, hier bei den den Hessenmeisterschaften mit dem Luftgewehr. ©  Hessischer Schützenverband

Auf dem Gipfel: Ein Foto vom letzten Lehrgang des hessischen Gewehr-Landeskaders zeigt Tom Barbe inmitten weiterer Sportschützen auf dem Risserkogel über dem Tegernsee.

Da wusste der Goddelsheimer noch nicht, dass er eine Woche später einen neuen Gipfel seiner Karriere erreichen würde: Er vertritt Deutschland bei der Weltmeisterschaft Ende Oktober in Kairo.

Damit erfüllten sich am Wochenende die Hoffnungen, die der 20-Jährige nach Teil eins der Qualifikation hegte. Anfang Juli hatte Barbe in Hannover mit einem Schnitt von mehr als 630 Ringen als Bester abgeschnitten. Nun folgten in München erneut zwei Programme mit je 60 Schuss mit dem Luftgewehr. Und wieder war der Lichtenfelser sehr zufrieden mit seiner Leistung: „Bei mirlief es echt gut. Ich bin auf den Punkt da gewesen.“

Tom Barbe Bester nach 240 Schuss

627,7 und 628,6 Ringe waren das zweitbeste Ergebnis der zwölf WM-Kandidaten; das reichte, um den Vorsprung von der ersten Sichtung zu verteidigen und zubestätigen, dass er erste Wahl für einen WM-Platz ist. Barbe gewann mit insgesamt 2517,8 Ringen letztlich recht deutlich die Ausscheidung vor David Koenders (2512,5); die beiden hatten sich nach Teil eins bereits ordentlich vom Rest abgesetzt.

Als Dritter und Tagesbester bei Teil zwei sprang Maximilian Dallinger (2505,8) noch auf den WM-Zug auf, wie Koenders kommt er vom bayerischen Verband. Der aus Ernsthausen stammende Robin Zissel, mittlerweile im Rheinland aktiv, verpasste mit einem schwachen vierten Programm eine bessere Platzierung und ist als Vierter der Hauptleidtragende, da nur drei Schützen nach Ägypten fliegen dürfen.

Mit Luftgewehr „einfach besser“

Erstmals hat sich Barbe nun für eine WM qualifiziert – eine Premiere freilich auch für die Waldecker Sportschützengilde. Was den Erfolg noch größer macht: Nachdem der Lichtenfelser in den vergangenen Jahren immer wieder knapp internationale Großereignisse verpasst hatte, gelang es ihm nun ausgerechnet nach dem Aufstieg zu den Erwachsenen in die Herrenklasse. Dort ist das Niveau höher als bei den Junioren.

Nicht zuletzt deshalb hat sich Barbe, der auch mit dem Kleinkaliber große Erfolge vorweisen kann. auf die Disziplin Luftgewehr spezialisiert. „Ich bin da einfach besser“, lautet die simple Erklärung des Goddelsheimers, der gerade in der Ausbildung zum Anlagenmechaniker ist. Für Ende Oktober muss er nun Urlaub einreichen. Bis dahin stehen die Deutsche Meisterschaft in drei Wochen und die fünftägige WM-Vorbereitung in Bologna als Formtest auf dem Programm.

Die WM-Erfolgsaussichten des deutschen Teams mit Barbe lassen sich noch nicht einschätzen. Allerdings hängen die Trauben noch einmal um einiges höher als bei der Europameisterschaft zu Jahresbeginn in Norwegen, die Barbe mit Gold im Teamwettkampf krönte. Das macht Mut; Weltweit gesehen sind jedoch die asiatischen Schützen oft tonangebend. Angesichts der starken Auftritte muss Bundestrainer Claus Dieter Roth aber nicht tief stapeln: „Es wäre sehr toll, wenn die Männer die Ergebnisse aus der Qualifikation auch im Finale des WM-Wettkampfs umsetzen können”, sagte er.  (schä)

Auch interessant

Kommentare