1. Startseite
  2. Waldeckische Landeszeitung
  3. Lokalsport

Zwei unerklärliche Schlussviertelstunden: Korbach und Külte geben Sieg noch aus der Hand

Erstellt:

Kommentare

Der könnte passen: Michel Pawelcyk (Korbach) hofft, dass Zwehrens Keeper Florian Wasmann ins Leere greift.
Der könnte passen: Michel Pawelcyk (Korbach) hofft, dass Zwehrens Keeper Florian Wasmann ins Leere greift. © bb

Wie schon in der Vorwoche gegen den TV Külte fühlte sich das 30:30 (18:14) der Handballer des TSV Korbach im Topspiel gegen die HSG Zwehren/Kassel wie eine Niederlage an.

Korbach – Lange Zeit dominierten sie die Begegnung und sahen wie die sicheren Sieger aus, ehe in den letzten zehn Minuten ein Leistungseinbruch folgte. „Wir waren die bessere Mannschaft und hätten mehr draus machen müssen“, sagte auch TSV-Trainer Robert Müller.

Die Gastgeber fanden gut in die Partie, nur die Chancenverwertung hätte besser sein können. Korbach stand sicher in der Abwehr und war in der Offensive sehr spielfreudig, die Zuschauer sahen einige schön herausgespielte Tore.

Die Vorteile der Korbacher wurden dann auch auf der Anzeigentafel immer sichtbarer. Über 4:2 (8.) und 7:3 (13.) baute der Gastgeber den Vorsprung auf sechs Treffer aus (18:12, 29.). Zur Halbzeit hieß es allerdings nur 18:14. Damit waren die Gäste, die vor allem über Lino Gerricke zu ihren Toren kamen, noch gut bedient.

Müller: Wir machen uns selber Druck

Auch im zweiten Durchgang hielten die Gastgeber in der Regel einen Drei- bis Vier-Tore-Vorsprung. Die Wende kam erst in der Schlussphase. Die Korbacher Deckung wurde löchriger, die Torhüter verloren an Sicherheit und vorn brachte der eingewechselte Torhüter Timo Jopp die Korbacher Werfer schier zur Verzweiflung.

Die Zwehrener kamen nun immer näher heran und sie gingen nach 56 Minuten sogar mit 29:28 in Führung. Es war das erste und einzige Mal in dieser Partie.

Doch gegen die drohende Niederlage stemmte sich die Müller-Mannschaft nun erfolgreich. Die Korbacher hatte sogar eine Minute Zeit, aus dem 30:30 doch noch einen Sieg zu machen, aber sie fanden keine Lücke mehr in der Abwehrformation der Zwehrener.

Müllers Spielanalyse fällt daher so aus: „Wir machen uns selber Druck, den wir gar nicht gebraucht hätten.“  tsp

Bad Wildungen erst in der zweiten Halbzeit stark 

Die Wildunger Handballer wurden ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie gewannen das Bezirksoberligaspiel bei der HSG Hoof/Sand/Wolfhagen mit 34:27 (16:17).

„Insgesamt haben wir ein gutes Spiel auf die Platte gebracht“, lobte Wildungens Trainer Sebastian Wrzosek. Doch einen Kritikpunkt hatte er schon: „17 Gegentore in der ersten Halbzeit sind zu viel.“ Im ersten Durchgang habe seiner Mannschaft die Grundaggressivität gefehlt, zu wenig Zweikämpfe gewonnen und zu viele einfache Tore kassiert. „Wir haben es anfangs verpasst, das Spiel breit zu machen und mehr die Außen einzubinden.“

Wildungen setzt die Außen erst spät ein

Die Gastgeber setzten sich zwar immer wieder etwas ab, aber davon ließen sich die Wildunger nicht demoralisieren. Nach dem Wechsel kamen sie besser in Spiel: „Kompliment, die Jungs haben es super umgesetzt, was wir in der Pause angesprochen haben, besonders die Veränderungen in der Defensive“, betont Wrzosek.

Wildungen verteidigte nun dynamischer, aggressiver, die Beinarbeit wurde besser. Das zeigte beim Gegner Wirkung, denn ihm gelangen nur noch zehn Treffer. Dennoch verspielten die Wildunger sogar noch ein 24:20 (44.) und mussten binnen fünf Minuten das 25:25 hinnehmen.

Doch sie ließen sich nicht mehr aus dem Konzept bringen, überzeugten defensiv wie offensiv. Und die Außenspieler kamen nun zum Zuge: Moritz Jungermann erzielte fünf und Jan Appel zehn Tore. Am Ende stand noch ein deutlicher Sieg. gos

Tor für Külter Werfer sechs Minuten lang wie vernagelt

Sieg verschenkt. Nach den drei Punkten vor acht Tagen gingen die Külter Handballer mit 27:30 (13:15) bei der HSG Fuldatal/Wolfsanger II am Samstag leer aus. Das musste nicht sein, meinte Trainer Carsten Neumann: „Wir haben ab der 43. Minute aufgehört Handball zu spielen.“ Warum? „Das ist für mich unerklärlich.“

Der TVK lag hier noch mit 24:20 vorn. Dann folgte das Unerklärliche: Fehlwürfe und leichte Ballverluste schlichen sich plötzlich in ihr Spiel ein, den Kültern glitt die Partie aus den Händen.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Külter führten nach elf Minuten 7:4, sie gaben den Takt vor und gingen mit Toren der starken Adrian Kann und Sven Ammenhäuser mit 15:13 in die Pause.

Nach dem Wechsel hielt zunächst die Külter Dominanz. Sie bauten die Führung auf 24:20 aus.

Dann brach die ominöse Schlussviertelstunde an: Fuldatal warf in sechs Minuten fünf Tore, Külte keins. Führung verloren, Spiel verloren. „Es fällt schwer, es zuzugeben, aber so wie wir zum Schluss aufgetreten sind, ist die Niederlage verdient“, gab Neumann zu. gos

Auch interessant

Kommentare