Gütesiegel für Pflanzengesundheit und Widerstandskraft

ADR-Experten prüfen neue Rosensorten auf Blatt und Blüte

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Rosen in verschwenderischer Fülle – doch welche Sorte ist die Richtige für den Garten? Als Entscheidungshilfe empfiehlt sich ein Blick aufs Etikett: Trägt es das ADR-Siegel, erwirbt man mit Sicherheit eine gartentaugliche und erprobte Rosensorte.

Neue Rosensorten kommen in unüberschaubarer Fülle jedes Jahr neu auf den Markt. Doch wer weiß schon, ob sich die Neuheit im Garten bewährt?  Orientierung bietet die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung mit ihrem  Gütesiegel „Anerkannte Deutsche Rose (ADR)“.

Seit Jahrhunderten betört uns die Rose mit ihrer einzigartigen Blüte. Die Königin der Blumen herrscht über ein riesiges Gartenreich und jedes Jahr kommen neue, begehrenswerte Sorten dazu. Diese Vielfalt ruft bei Rosenfans Begeisterung hervor, mitunter aber auch leichte Verzweiflung: Welche Rose ist für welchen Garten die Richtige? Und, schlimmer noch, wie soll man sich bei all der Pracht bloß entscheiden?

Rosen in verschwenderischer Fülle – doch welche Sorte ist die Richtige für den Garten? Als Entscheidungshilfe empfiehlt sich ein Blick aufs Etikett: Trägt es das ADR-Siegel, erwirbt man mit Sicherheit eine gartentaugliche und erprobte Rosensorte.

Qualitätsprüfung

Orientierung im Sortendschungel bietet die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung. Dahinter steckt ein Arbeitskreis aus Vertretern des Bunds deutscher Baumschulen, Rosenzüchtern und unabhängigen Experten, der Rosenneuheiten nach strengen Kriterien auf den Gartenwert hin prüft.

Burkhard Spellerberg,  ADR-Koordinator beim Bundessortenamt

Blüte und Blatt im Blick

Das Blühverhalten, also als wie reichblütig sich die Rose erweist, und die Winterhärte werden streng begutachtet. Das wichtigste Kriterium ist jedoch die Blattgesundheit, sagt ADR-Koordinator Dr. Burkhard Spellerberg vom Bundessortenamt Hannover. Rosen mit dem Gütesiegel „Anerkannte Deutsche Rose (ADR)“ besäßen stets eine hohe Widerstandskraft insbesondere gegenüber pilzlichen Schaderregern.

Duftrosen im Kommen

Zunehmend im Fokus stehe aber auch der Duft: „Erfreulicherweise wurden in den letzten Jahren mehr duftende Sorten prämiert.“ Die Rosen werden in elf Sichtungsgärten in ganz Deutschland angepflanzt, um das sogenannte ADR-Prädikat zu erhalten. Dabei passen die Fachleute ihre Prüfkriterien immer wieder an. Veraltete Auszeichnungen können auch aberkannt werden, wenn die Sorte die Kriterien nicht mehr erfüllt. So wurde zum Beispiel der Weltrose „Schneewittchen“ (Kordes 1958) das Prädikat 2004 nach 44 Jahren wieder aberkannt. Je besser das Sortiment wird, desto strenger vergeben die Experten die Punkte.

Test in Sichtungsgärten

Seit die ADR-Prüfung Mitte der 1950er-Jahre auf Betreiben von Rosenzüchter Wilhelm Kordes eingeführt wurde, werden jedes Jahr maximal 50 Sorten aller Rosenklassen geprüft, wobei es sich um Rosenneuheiten aus ganz Europa handelt. Weil nur Mitgliedsbetriebe des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) Sorten einsenden, können, reichen ausländische Züchter ihre Neuzüchtungen über einen BdB-Mitgliedsbetrieb ihrer Wahl ein, sagt Spellerberg. Nur Sorten, die mindestens 75 von 100 möglichen Punkten erzielen, erhalten die begehrte Auszeichnung. 2018 schafften das nur sechs von 40 geprüften Sorten, dieses Jahr sind es zwölf.

Damit ADR-geprüfte Rosen in Hamburger Gärten ebenso zuverlässig blühen wie in Hannover, Dresden oder München, gibt es insgesamt elf über ganz Deutschland verteilte Prüfstandorte. An jedem einzelnen werden alle zu testenden Rosen drei Jahre lang genau unter die Lupe genommen – natürlich komplett ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und ohne Winterschutz.

ADR-Rose 2019 "Alexander von Humboldt"

Rosen in allen Formen

Die Bandbreite an Wuchsformen ist enorm: Da gibt es opulente Strauchrosen und handliche Beetrosen, kompakte Kleinstrauchrosen, bodendeckende Sorten und ´Zwergrosen – nicht zu vergessen die imposanten Edelrosen mit ihren zum Kussmund geformten Blüten sowie die üppigen wuchernden Kletterrosen. Gefüllt blühende Sorten sind ebenso vertreten wie halb- und ungefüllte, wobei Letztere als Nektar- und Pollenspender immer stärker gefragt sind. Sie erfreuen neben zahlreichen Insekten auch die Vogelwelt, denn nur aus befruchteten Blüten entwickeln sich ebenso attraktive wie nahrhafte Hagebutten. 

Info: Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfungund auf Facebook unter adr-rosenprüfung.

ADR-Rose 2019 "Domaine de Chantilly"

Diese 12 Rosensorten erhielten 2019 das ADR-Gütesiegel:

Anfang Oktober wurden zwölf Rosensorten mit dem Gütesiegel 2019 ausgezeichnet, teilt Dr. Burkhard Spellerberg, Referatsleiter beim Bundessortenamt mit. Zwei der zwölf Sorten sind noch namenlos – sie kommen erst 2021 in den Handel. Veröffentlicht wurden diese zehn Sorten:

Lilac Wine, gefüllt, Beetrose, zartrosa, leicht duftend (von Dickson/Rosenunion).

Peach Melba, gefüllt, Kletterrose, apricot-rosa, leicht duftend (Kordes, im Handel seit 2018).

Cayenne, halb gefüllt, Beetrose, rot, kein Duft (Kordes 2020).

Impala, halb gefüllt, Beetrose, aprikot, leicht duftend (Kordes 2019).

Stefan Rumpf von der Baumschule Steuber in Kassel mit der ADR-Rose 2019 "Freifrau Caroline".

Freifrau Caroline, gefüllt, Beetrose, violett-rosa, stark duftend (Kordes, 2018).

Kiba, gefüllt, Beetrose, apricot mit karminrosafarbener Rand, kein Duft (Kordes 2020).

Alexander von Humboldt, einfache Blüte, Kleinstrauchrose, leuchtend rot, kein Duft (Kordes 2018).

Moscalbo, halb gefüllt, Kletterrose, weiß, leicht duftend (Davide Dall Libera/Dräger 2017).

Maxim, gefüllt, Edelrose, leuchtend karminrosa mit silbrig-weißer Außenseite, mittel duftend (Tantau 2016).

Domaine De Chantilly, gefüllt, Beetrose, rosa-apricot, mittel duftend (Delbard/Hallen 2017).

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