Alliumgewächse passen in jede Beetlücke und machen Insekten im Frühsommer satt

Majestätische Blütenkugeln

Gartenhummel beim Schlemmer-Frühstück auf der Blütenkugel einer Blüte der Sorte Allium Ambassador: Alle Arten und Sorten des Zierlauch sind nahrhafte Weiden für Bienen und andere Insekten.
+
Gartenhummel beim Schlemmer-Frühstück auf der Blütenkugel einer Blüte der Sorte Allium Ambassador: Alle Arten und Sorten des Zierlauch sind nahrhafte Weiden für Bienen und andere Insekten.

Jede Blütenkugel ist ein perfekt komponiertes Gesamtkunstwerk der Natur – zusammengesetzt aus zahllosen filigranen Sternblüten: Mit seinen oftmals riesigen Blütenbällen auf kräftigen Stielen gehört der Zierlauch, besser bekannt unter seinem botanischen Namen „Allium“ zu den imposantesten und wirkungsvollsten Zwiebelblühern.

Die Farbpalette, die renommierte Blumenzwiebelanbieter wie der Wehretaler Blumenzwiebelhändler Horst Gewiehs und der holländische Onlineversand Fluwel in ihren Shops anbieten, reichen von reinem Weiß über zartrosa, Weinrot und Gelb bis zum tiefen Violett und etlichen Blauschattierungen. Neben Sorten mit dichtgefüllten Blütenbällen gibt es auch solche mit filigranen Glöckchenblüten an feinen Stängeln, die an Medusas Schlangenhaupt erinnern.

Sonnengelb: Allium moly Jeannine wird nur 20 bis 30 Zentimeter hoch.

Blütezeit ab Mai

Die Blütezeiten der Zwiebelblumen liegt je nach Art zwischen April und September, wobei die am häufigsten gepflanzten Arten zwischen Mai und Juni erscheinen. Die Gewächse thronen auf meist meterhohen, geraden, hohlen Stielen, was ihnen eine erstaunliche Standfestigkeit verleiht. Allerdings gibt es auch niedrige Arten, wie etwa den Blauzungen-Lauch (Allium karataviense), der anders als die meisten Allium- Verwandten nur einen kurzen Stiel besitzt und insgesamt eine Höhe von 20 Zentimetern erreicht.

Ein echter Gigant ist im Vergleich dazu der Himalaja-Riesenlauch giganteum, der violettrosa Blütendolden mit einem Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern entwickelt, die auf 1,50 Meter hohen Stängeln sitzen und quasi auf Augenhöhe betrachtet werden können. Nach dem Verblühen verblassen zwar die herrlichen Blütenfarben, doch es entwickelt sich ein nicht minder attraktiver, strohfarbener bis goldgelber, bizarrer Samenstand, der standfest bis in den Winter bleibt und an Schmuckwert der Blüte in nichts nachsteht.

Zarte Glöckchen: Allium siculum mit filigranen rosa Blüten.

Ergänzung zu Stauden

Allium bieten sich besonders für Kombinationen im Staudenbeet an, empfiehlt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel: „In Gesellschaft von sanft wiegenden Gräsern vermitteln sie ein herrliches Bild von Leichtigkeit, mit niedrigen Stauden können kontrastreiche Farbwelten geschaffen werden.“ Halbsträucher wie Lavendel oder blühende Bodendecker in Violett und Lila ergeben als Duo mit dem Zierlauch ein harmonisches Gartenbild mit spannenden Höhenunterschieden. Auch mit anderen Zwiebelpflanzen wie etwa der ab Mai blühenden weißen Leichtlins Prärielilie (Camassia leichtlinii), kommt Allium wunderbar zur Geltung.

Burgunderrot: die Alliumsorte amethystinum „Red Mohican“.Fluwel

Laub vergilbt früh

Begleitpflanzen sind für die royalen Blütenzepter, die sofort alle Blicke auf sich ziehen, wichtig, denn das Laub der Zwiebelpflanzen ist leider weniger elegant und attraktiv. Es zeigt sich schon früh und vergilbt bereits während der Blütezeit. Deshalb ist es wichtig, dass Allium im Beet von anderen Pflanzen sozusagen umschmeichelt wird. Diese kaschieren nämlich das vertrocknende Blatt des Zierlauchs. Selbst im kleinsten Beet findet sich daher immer noch Platz für ein paar Allium-Zwiebeln – zumal Pflanze früh austreibt, wenn die anderen Stauden noch kaum gewachsen sind.

Pflanzzeit im Herbst

Die Zwiebeln des Zierlauchs werden im Herbst in die Erde gesetzt (Faustregel: Pflanztiefe etwa dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Außerdem gilt: je größer die Zwiebel, desto sonniger sollte ihr Standort sein). Um die gefürchtete Winterstaunässe zu vermeiden, die den Zwiebeln den Garaus machen könnte, sollte der Boden im Pflanzloch mit etwas grobem Sand oder gebrochenem Kies durchlässiger gemacht werden, eine Schicht von fünf Zentimetern reicht aus. Für Nährstoffe zum besseren Anwachsen sorgt etwas Kompost im Pflanzloch. Nach dem Pflanzen sollte angegossen werden, später braucht Allium keine Bewässerung mehr, es sei denn, dass Frühjahr ist besonders trocken.

Blüten-Pompons in reinem Weiß: Allium „Mount Everest“.

Begehrte Bienenweide

Die markanten Blütenbälle ziehen nicht nur die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich. Auch wichtige Bestäuber-Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge „fliegen“ geradezu auf das Zwiebelgewächs. Alliumgewächse tragen nämlich in der ansonsten recht blütenarmen Zeit von Mitte Mai bis Mitte Juni, welche die Imker auch „Trachtlücke“ nennen, dazu bei, den Mangel an Nektar und Pollen auszugleichen. Dann herrscht besonders lautstarkes Summen und Brummen am fürstlich gedeckten „runden Tisch“.

Service: Die schönsten Sorten

Perfekt geformte Blütenkugeln, die scheinbar schwerelos über dem Beet schweben: Zierlauch (Allium) ist ein Hingucker im Frühlings- und Sommergarten. Hier eine Auswahl besonders interessanter Sorten:

Allium scorodoprasum (Schlangen-Lauch): Spektakuläre Neuheit mit kleinen, wirren Blütenbüscheln (ähnlich A. Hair), 1,10 Meter, blüht Mai/Juni.

A. Purple Sensation (Purpurvioletter Iranlauch), tiefpurpurviolette Blüten im Mai/Juni, 90 Zentimeter.

A. ampeloprasum (Ackerlauch), essbar auch als Ur-Lauch, Sommerknoblauch, oder Elefantenknoblauch , 60-90 Zentimeter, blüht weiß von Juni bis August.

A. nevskianum (Blauzungen-Lauch), aus Tadschikistan stammend, dunkelrosa Blütenbälle über blaugrünen Blättern, blüht Mai/Juni, 20 bis 25 Zentimeter.

Die vielseitige Zwiebel aus Asien mit 800 Arten

Die Gattung Allium umfasst etwa 800 Arten, die ursprünglich in Zentralasien beheimatet sind, und dort kommen noch heute große Populationen am natürlichen Standort vor.

Allium gehören zur weitverzweigten Familie der Lauch- und Zwiebelgewächse, deren bekannteste Vertreter die Speisezwiebeln (Allium cepa), Schnittlauch (Allium schönoprasum), Knoblauch (Allium sativum) und Bärlauch (Allium ursinum) sind und die heute aus der heimischen Küche nicht mehr wegzudenken sind. Alle Alliumarten lieben durchlässigen, kalkhaltigen Boden ohne Staunässe und bevorzugen sonnige Standorte.

(Von Gisela Busch)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.