Herbstwochen

Bäumchen wechsel dich

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Die Kraft steckt in den Wurzeln: Der Herbst ist der beste Zeitpunkt im Jahr, um Gehölze an neue Standorte zu verpflanzen.

Der Herbst ist der beste Zeitpunkt im Jahr, um Gehölze an neue Standorte zu verpflanzen. Über die Blätter kann nun kein Wasser, und damit Lebensenergie, durch Verdunstung mehr verloren gehen, die Pflanzen sind bereit, längere Zeit ohne Versorgung zu überleben.

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Das bedeutet, dass sie jetzt gerodet und transportiert werden können. Am neuen Standort haben die Gehölze im noch relativ warmen Boden die Möglichkeit, neue Feinwurzeln zu bilden. Sie sind dann schon im Frühling mit maximaler Energie für das kommende Jahr ausgestattet.

Für Gartenbesitzer ist nun nicht nur der biologisch günstigste Zeitpunkt für Neupflanzungen gekommen, es ist auch gestalterisch sinnvoll, denn jetzt ist der prachtvolle Sommer noch gut in Erinnerung und man weiß, wo genau die Lücken sind, die man mit Gehölzen – zum Beispiel mit einer Hecke oder einem Obstbaum – füllen möchte. Eine Pflanzung lässt sich auch ideal an den herbstlichen Rückschnitt anschließen, so ist die Freude im Frühjahr umso größer.

In Baumschulen und Gartencentern ist im Herbst die Auswahl am größten. Hunderte Arten und Sorten von Nadelbäumen, Laub- und Obstgehölzen sowie Heckenpflanzen und Bodendecker, die über mehrere Jahre, oft Jahrzehnte, fachmännisch kultiviert worden sind, haben dann ihr Triebwachstum abgeschlossen. Sie werden jetzt aus der Baumschule „entlassen“ und können an ihrem endgültigen Standort im Garten weitergedeihen. Wer sich nicht ganz sicher ist, welches Gehölz wohin gepflanzt werden kann, oder wer noch keine Erfahrungen mit Neupflanzungen gemacht hat, findet in einer Baumschule die bestmögliche Beratung und Auswahl.

Pflanzen nicht zu lange zwischenlagern

Die Zeit zwischen dem Kauf der Pflanze und dem Einpflanzen sollte möglichst kurz sein. Auch wenn die Sonne nicht scheint, besteht die Gefahr, dass die Gehölzwurzeln austrocknen, wenn Pflanzen zu lange zwischengelagert werden. Generell werden neu erworbene Gehölze entweder mit einem Erdballen, der von einem Drahtkorb, einem Ballentuch oder einem Plastiktopf umschlossen wird, oder mit freiliegenden Wurzeln, also wurzelnackt, angeboten. Tuch und Korb sollten der Stabilität des Wurzelballens wegen an der Pflanze bleiben, da sie im Boden verrotten – lediglich die Verknotung auf dem Ballen muss geöffnet werden. Bei wurzelnackten Gehölzen ist es nützlich, die Wurzelenden vorher noch einmal anzuschneiden, um die Neubildung von Wurzeln anzuregen.

Gründlich angießen

In jedem Fall ist es wichtig, dass ein junger Baum oder Strauch an seinem neuen Standort die Möglichkeit hat, gut einzuwurzeln, deshalb sollte er gerade am Anfang gründlich angegossen werden. Baumschulgärtner sprechen hier vom „Einschlämmen“. Hilfreich ist es zudem, einen Gießring aus Erde um den Stamm oder die Triebe anzulegen, damit das Gießwasser in den Wurzelbereich einwirkt.

Bei Bäumen ist es – je nach deren Größe – außerdem ratsam, die Standfestigkeit mit einem Pflanzpfahl zu verstärken, der gegen den Wind aufgestellt wird. So wird für ein gerades, arttypisches Wachstum und für solide Wurzeln gesorgt, und der junge Baum kann bestens gedeihen. (nh)

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