Bäume – treue Begleiter durchs Leben

Am 25. April ist „Tag des Baumes". Ein guter Anlass, um Bäumen einmal näher auf den Grund zu gehen.

An heißen Sommertagen zeigt sich deutlich, wie wertvoll Bäume sind, denn ihre dichten Kronen bieten wohltuenden Schatten. Zu Zeiten, als es weder Autos noch Klimaanlagen

gab und die Menschen nur zu Fuß oder mit langsamen Pferdewagen unterwegs waren, wurden aus diesem Grund viele Alleen gepflanzt. Ihr Blätterdach schützte vor Regen, Schnee und sengender Sonne. Auch bayrische Bierbrauer nutzten Bäume als Schattenspender: Untergäriges Bier konnte früher nur in der Winterzeit produziert werden, weil für den Produktionsprozess niedrige Temperaturen notwendig waren und moderne Kühltechnik noch nicht zur Verfügung stand. Außerdem beeinträchtigte Wärme die Haltbarkeit des Bieres. Um das Bier möglichst lange kühl lagern zu können, pflanzten die Brauer über die Bierkeller große, schattenspendende Bäume. Kastanien waren dafür wegen ihrer dichten Kronen und wegen des flachen Wurzelwerks ideal. Im Laufe der Zeit dienten die Bierkeller nicht mehr nur der Lagerung. Im 19. Jahrhundert wurde das Bier immer häufiger direkt vor Ort verkauft und manches Mal auch gleich dort getrunken. Unter den Bäumen standen deshalb für die Gäste einfache Tische und Bänke. Dies war der Beginn der Biergärten, die sich seitdem zu beliebten Ausflugs- und Feierabendzielen in der warmen Jahreszeit entwickelt haben und die am schönsten sind, wenn mächtige Bäume schöne Sitzplätze im Schatten bieten.

Eine Idee trägt Früchte - weltweit!

Auch der amerikanische Journalist und Landbaufachmann Julius Sterling Morton wusste Bäume zu schätzen. Er war 1854 mit seiner Frau auf eine Farm ins karge Nebraska gezogen. Beide vermissten die Pflanzenwelt ihrer alten Heimat Michigan und begannen, ihre Farm mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen. Die Bäume boten den Siedlern Schutz vor Wind und lieferten Holz als Bau- und Brennmaterial.

Morton schlug 1872 einen „Arbor Day" als Feiertag für Baumpflanzaktionen vor. Als Redakteur der „Nebraska City News" konnte er eine große Zahl anderer Siedler erreichen und über den vielfältigen Nutzen von Bäumen für die Region informieren. Seine Idee eines „Arbor Day" fiel auf fruchtbaren Boden. Sie begeisterte so viele Menschen, dass am 10. April 1872, dem ersten „Arbor Day", in Nebraska mehr als eine Million Bäume gepflanzt wurden. Von dort aus verbreitete sich die Idee über ganz Nordamerika.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die UNO Mortons Idee auf und rief den 25. April als internationalen „Festtag des Baumes" aus. Seitdem pflanzen am „Arbor Day" weltweit Schulen, Firmen, Vereine und Privatpersonen Bäume. Am 25. April 1952 gab es den „Tag des Baumes" zum ersten Mal auch in Deutschland. Unterstützt wurde die Initiative vom damaligen Bundespräsidenten Prof. Dr. Theodor Heuss, der selbst an diesem Tag in Bonn symbolisch einen Ahorn pflanzte.

Bäume sichern die Zukunft

Überall auf der Welt tragen Bäume dazu bei, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. In Südafrika und im australischen Bundesstaat Victoria wurde deshalb aus der Idee des „Arbor Day" sogar eine „Arbor Week", eine ganze Baumpflanzwoche.

Bäume sind nicht nur wertvolle Schattenspender, sie übernehmen noch viele andere wichtige Aufgaben: Sie mindern die Windgeschwindigkeit, reduzieren Temperaturspitzen, binden Schadstoffe, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sichern das Überleben der Menschen, denn sie wandeln Kohlendioxid in den lebensnotwendigen Sauerstoff um. Außerdem bieten Bäume Tieren Schutz und Nahrung, sie schützen vor Erosion, indem sie verhindern, dass durch Wind oder Wasser fruchtbare Erde davongetragen wird, und sie liefern seit Jahrtausenden Holz, das als Baustoff und als Material für Gebrauchsgegenstände und Möbel nicht wegzudenken ist.

Dazu kommen noch viele weitere wertvolle Eigenschaften: Bäume verschönern unsere Umwelt, sie schlagen eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und in die Zukunft, sie sprechen unsere Sinne an,... - kurzum: Sie verbessern und bereichern unsere Lebensqualität auf vielfältige Weise.

Am 25. April selber pflanzen

Bäume sind zuverlässige Begleiter durchs ganze Jahr. Immergrüne Bäume bieten auch im Winter Schutz und Farbe, sommergrüne lassen die Jahreszeiten besonders intensiv miterleben: Im Frühling mit ihrem frischen Austrieb oder ihrem reichen Blütenschmuck, im Sommer mit ihrem dichten grünen Blätterdach und schließlich mit ihrer fast magischen Verwandlung im Herbst, wenn sich die laubabwerfenden Bäume auf die Winterruhe vorbereiten und viele mit ihrer prachtvollen Herbstfärbung oder farbenfrohen Beeren Gärten und Parks verschönern.

Wer einen Obstbaum gepflanzt hat, kann dann sogar eigene Früchte ernten.

Auch im Winter sind die sommergrünen Bäume reizvoll, zum Beispiel, wenn sich Schnee auf ihre Äste legt und ihre Silhouette akzentuiert.

Der „Tag des Baumes" am 25. April ist also aus vielen Gründen ein guter Anlass, um im eigenen Garten, vielleicht zusammen mit Freunden, einen Baum zu pflanzen. Falls nur wenig Platz zur Verfügung steht - es gibt in den Baumschulen und im Facheinzelhandel mittlerweile viele Bäume, die klein bleiben und nur wenig Fläche benötigen. (IBZ/nh)

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