Von Vordach bis Zugbewehrung

Baulexikon: Begriffe rund um Haus und Garten einfach erklärt

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Vordach

Ein Vordach ist ein Bauteil, das zum Schutz vor Regen und Schnee an einem Gebäude angebracht wird. Sinnvollerweise wird auf der Seite der Hauptwindrichtung ebenfalls ein Element angebracht, da sonst zwar der Kopf trocken bleibt, aber die Füße nass werden. Vordächer können aus verschiedenen Materialien erstellt werden. Dabei werden Holzkonstruktionen meist mit Ziegeln oder Schindeln gedeckt. Immer mehr setzen sich aber leichte Konstruktionen aus Glas und Alu oder Edelstahl durch, die zwar häufiger gereinigt werden müssen, aber durch ihre Transparenz ausreichend Licht durchlassen.

Verkehrswert

Der Verkehrswert eines bebauten oder unbebauten Grundstücks gibt den aktuellen Wert einer Immobilie zum Zeitpunkt der Ermittlung an. Er wird von Sachverständigen, aber auch von Liegenschafts- und Katasterämtern ermittelt. Zudem ist der Verkehrswert wichtig bei Erbauseinandersetzungen, aber auch bei der Ermittlung der Höhe, bis zu der ein Grundstück mit oder ohne Bebauung beliehen werden kann. Dazu lassen die Banken Grundstücke von ihren eigenen Gutachtern bewerten. So kann es vorkommen, dass für ein und dasselbe Grundstück völlig unterschiedliche Werte ermittelt werden, unabhängig davon was der von den Gemeinden jährlich ermittelte Bodenrichtwert aussagt. Der Verkehrswert eines bebauten Grundstücks richtet sich nämlich auch nach der Lage und dem Umfeld sowie nach dem Zustand des Gebäudes und des Grundstücks.

Versiegelung

Versiegelung ist ein Begriff, der im Bauhandwerk vielfältig verwendet wird. So kann man, um Materialien wie Parkett, Naturstein, Marmor oder Terracottaplatten vor Verschleiß und Verschmutzung zu schützen, diese mit geeigneten Lacken und anderen Mitteln versiegeln. Aber auch der Installateur versiegelt, wenn er beispielsweise den Anschluss zwischen Duschwand und Fliesen mit dauerelastischem Material verschließt. Von einer Versiegelung spricht man auch dann, wenn zur baulichen Befestigung einer Erdoberfläche undurchlässige Materialien verwendet werden.

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Wärmedämm-Verbundsystem

Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist ein System zur Wärmedämmung, bei dem die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Es findet überwiegend bei Neubauten Anwendung, ist aber auch zur nachträglichen Dämmung von Altbauten geeignet. Das WDVS besteht aus wärmedämmenden Materialien wie Styropor oder Holzwolle-Leichtbauplatten, die mit Klebemörtel, Dübeln und Halteleisten auf den Außenwänden eines Gebäudes befestigt werden. Danach wird eine Beschichtung aufgebracht, die aus einer Armierungsschicht als Unterputz und einer Schlussbeschichtung aus Putz oder Riemchen besteht. Diese sollte möglichst Wasser abweisend aber wasserdampfdurchlässig sein.

Walmdach

Ein Walmdach ist ein Dach, das an allen Seiten heruntergezogene Dachflächen hat und somit an allen Seiten eine Traufe besitzt. In seiner Grundform ist es mit dem Satteldach verwandt. Es gibt unterschiedliche Formen des Walmdaches, die je nach Anordnung und Stärke der Abschrägung als Vollwalmdach, Krüppelwalmdach, Halbwalmdach und Fußwalmdach bezeichnet werden.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe entzieht über eine Wärmeträgerflüssigkeit der Luft, dem Wasser oder der Erde Wärme und leitet diese an das Heizsystem weiter. Dabei funktioniert sie wie ein umgekehrter Kühlschrank. Die aufgenommene Wärme wird mittels Energiezufuhr erhöht. Dies geschieht mittels Verdampfer, Verdichter und Verflüssiger, die die wichtigsten Bestandteile jeder Wärmepumpe sind. Wärmepumpen funktionieren allerdings nur mit Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizung, da sie nur niedrige Vorlauftemperaturen von etwa 35 Grad Celsius erreichen. Mit modernen Wärmepumpen kann der CO2-Ausstoß im Vergleich zu einer Gasheizungsanlage deutlich gesenkt werden, da die zum Betrieb der Anlagen benötigte Energie deutlich geringer ist als die von ihnen bereitgestellte.

Z

Ziegel

Ein Ziegel wird aus Ton, Lehm oder tonigen Massen mit oder ohne Zusatzstoffe hergestellt. Die Steine werden aus der Rohmasse geformt, getrocknet und dann gebrannt. Die Zusatzstoffe, wie beispielsweise Sägemehl, sollen die Rohdichte der Steine herabsetzen, da sie sich beim Brennvorgang zersetzen und auf diese Weise Hohlräume entstehen. Die Länge des Brennvorgangs und die Höhe der Brenntemperatur haben Auswirkung auf die Steine, da diese mehr oder weniger sintern. Dadurch wird der Kapillarporenanteil beeinflusst. Vollgesinterte Steine bezeichnet man als Klinker. Ziegel haben besonders positive diffusionsfähige, schall- und wärmedämmende Eigenschaften.

Zementestrich

Zementestrich ist universell einsetzbar und verfügt über gute Materialeigenschaften. Er besteht aus Wasser, Sand und Normzement. Zementestrich kann im Innen- und Außenbereich verwendet werden, da er unempfindlich gegen Feuchtigkeit ist, hat gute Festigkeitswerte und kann auch als Heizestrich verwendet werden. Der Nachteil am Zementestrich ist, dass er lange Trocknungszeiten hat und erst nach etwa zwanzig bis dreißig Tagen belegreif ist.

Zugbewehrung

Eine Zugbewehrung wird bei Stahlbeton benötigt. Da der Beton selbst keine großen Zugkräfte aufnehmen kann, müssen dies Stahleinlagen übernehmen. Als Zugbewehrung kommen Stabstahl oder Stahlmatten, aber auch Körbe aus Stahl zum Einsatz. Wird die Zugbewehrung zu niedrig bemessen, reißt zunächst der Beton und im schlimmsten Fall auch der Stahl, sodass der Stahlbeton versagt. Aus wirtschaftlichen Gründen darf aber auch nicht zuviel Stahl verwendet werden, da dieser sehr teuer ist. Wie groß die Zugbewehrung sein muss beziehungsweise wie viel Stahl verwendet werden muss, berechnet der Statiker.

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