Von Grundriss bis Immission

Baulexikon: Begriffe rund um Haus und Garten einfach erklärt

G

Grundriss

Der Grundriss ist die maßstabsgerechte Darstellung einer Gebäudefläche in der Aufsicht. Die gedachte Schnittlinie in der Horizontalen liegt in etwa einem Meter Höhe über der jeweiligen Geschossdecke oder Bodenplatte. Zudem zeigt der Grundriss die geplante Nutzung der einzelnen Räume. Zu den Bauunterlagen gehören die Grundrisse aller Stockwerke.

Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine Gemeindesteuer auf Grundvermögen in jeglicher Form. Die Grundsteuer wird nach einheitlichen Grundsätzen berechnet, aber je nach Gemeinde in unterschiedlicher Höhe erhoben. Die Höhe ist abhängig von dem Einheitswert und dem jeweiligen Hebesatz der Gemeinde. Grundlagen bei der Berechnung des Einheitswertes bei bebauten Grundstücken sind unter anderem die Quadratmeter Wohn-/Nutzfläche, die Bauart, das Baujahr, die bauliche Ausstattung sowie die Förderungsart (öffentliche Mittel/frei finanziert).

Gaube

Wenn Giebelfenster nicht für die Dachbelichtung ausreichen, werden Dachfenster oder Gauben angelegt. Eine Gaube ist ein aus der Dachfläche herausragender eckiger, runder oder gewölbter Dacheinbau mit Fenster. Gauben werden in verschiedenen Formen ausgeführt. Die Breite der Gaube sollte dem Sparrenfeld entsprechen, um teure Sparrenauswechslungen zu vermeiden.

H

HOAI

Die Honorare für Architekten und Bauingenieure sind in der HOAI - der Honorarordnung für Architekten und (Bau)Ingenieure - geregelt. Der Gesetzgeber schreibt in der HOAI nicht nur vor, für welche Leistungsphasen welche Prozentsätze am Gesamthonorar fällig werden. Die HOAI gibt auch Honorarzonen vor, wonach das Mindesthonorar steigen kann, wenn statt eines einfachen Bauwerks ein sehr aufwendiges erstellt werden muss. Das Honorar für Architekten und Bauingenieure ist daher nicht frei aushandelbar. Verhandlungsspielraum besteht aber bei der Frage, wie ein Bauwerk hinsichtlich der Honorarzonen einzuordnen ist.

Hochparterre

Unter Hochparterre versteht man ein Geschoss, das nicht wie das normale Erdgeschoss auf ungefähr einer Ebene mit der Oberfläche des Baugrundstücks liegt, sondern meistens etwa ein halbes Geschoss höher. Mietshäuser mit Hochparterre-Geschossen wurden vor allem in den Weltstädten zwischen den Jahren 1880 und 1910 bevorzugt gebaut, um im Untergeschoss – auch Souterrain genannt - Wohnraum für Dienstboten oder Familien mit geringerem Einkommen zu schaffen. Heutzutage können Gründe für Gebäude mit Hochparterre ein hoher Grundwasserspiegel, der es notwendig macht, den Keller höher zu legen, ein repräsentativer Eingang mit einer Freitreppe oder auch Einbruchsschutz sein, da man die Fenster einer Hochparterre-Wohnung nur mit einer Leiter erreichen kann.

Handlauf

Der Handlauf schließt als Teil des Geländers die so genannte Geländerfüllung ab und dient vor allem der Sicherheit. Er muss von der vorderen Stufenkante aus gemessen mindestens neunzig Zentimeter hoch sein und zur Wand einen Abstand von vier Zentimetern haben, damit man den Handlauf umfassen kann und sich nicht die Finger einklemmt.

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Innendämmung

Neben der Außen- und der Kerndämmung gibt es noch die Möglichkeit der Innendämmung. Diese wird vor allem bei Fachwerkhäusern oder denkmalgeschützten Gebäuden angewendet, die beispielsweise aus denkmalpflegerischen Gründen keine nachträgliche Außendämmung erhalten können. Bei der Innendämmung muss besonders die Taupunktproblematik beachtet werden. Durch die Innendämmung wird das Mauerwerk kälter und die Feuchtigkeit ausströmender Luft kann leichter im Mauerwerk kondensieren. Daher sollte unbedingt auf eine luftdichte Ausführung geachtet werden.

Isolierglas

Isolierglas besteht aus zwei oder mehr Scheiben, deren Zwischenräume mit Luft, Edelgas oder Gasgemischen gefüllt sind. Je nach Art der Scheibe, der Abstände zwischen den Scheiben und der Füllung kann Isolierglas eine hohe oder niedrige Isolierwirkung erzielen. Dabei ist nicht jede Isolierverglasung auch gleich eine Wärmeschutzverglasung. Sie kann auch dem Sonnen- oder Schallschutz dienen.

 

Immission

Immissionen sind Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme, Strahlung und ähnliche Umwelteinwirkungen, die auf Menschen, Tiere, Pflanzen oder Sachen einwirken. Die Quelle dieser Einwirkungen ist die Emission, das Ziel die Immission. Das Ausmaß der Immission hängt von ihrer Konzentration am Ort der Einwirkung und der Dauer dieser Einwirkung ab. Sie wird daher als Menge Schadstoff pro Menge Wasser, Boden oder Luft gemessen.

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