Von Ausbauhaus bis CE-Zeichen

Baulexikon: Begriffe rund um Haus und Garten einfach erklärt

A

Ausbauhaus

Unter einem Ausbauhaus versteht man ein Fertighaus, dessen Innenausbau teilweise oder ganz vom Bauherren selbst ausgeführt wird. Dabei gibt es keine Festlegung, welchen Umfang die Leistungen des Herstellers haben müssen. Grundsätzlich sollte aber ein regendichtes und wärmegedämmtes Haus geliefert werden, bei dem üblicherweise Leerrohre für die elektrischen Leitungen, sowie die Rohre für Wasser-, Abwasser und Gasanschlüsse bereits vormontiert sind.

 

Annuitätsdarlehen

Annuitätsdarlehen werden meist langfristig von Banken an Bauherren vergeben und machen meist den größten Teil der Baufinanzierung aus. Als Annuität bezeichnet man die Jahresleistung, die der Darlehensnehmer über die gesamte Laufzeit für Zins und Tilgung erbringen muss. Dabei verringert sich im Lauf der Jahre der Zinsanteil der regelmäßigen Raten, während der Tilgungsanteil durch die ersparten Zinsen zunimmt.

 

Aufmaß

Bei einem Aufmaß werden Fläche, Länge oder Volumen einer Baumaßnahme ermittelt. Das Aufmaß dient dann als Grundlage für die Abrechnung der erbrachten Leistungen. Es wird aber auch zur Aufnahme einer Bestandssituation genutzt, und dient als Vorbereitung für geplante Um-, An- oder Ausbaumaßnahmen.

 

B

Bebauungsplan

Bebauungspläne werden von Städten und Gemeinden entwickelt um festzulegen, wie ein bestimmtes Gebiet bebaut werden darf. Sie werden von den Stadt- oder Gemeinderäten beschlossen und müssen öffentlich ausgelegt werden. Bebauungspläne berücksichtigen die Landesbauordnungen, die einzelnen Bundesgesetze und die örtlichen Begebenheiten. Sie bestehen in der Regel aus einer zeichnerischen Darstellung die durch textliche Festsetzungen ergänzt wird. Im Bebauungsplan sind mindestens das Maß der baulichen Nutzung festgesetzt sowie die überbaubaren Grundstücksflächen und die örtlichen Verkehrsflächen. Dazu können für die einzelnen Grundstücke Festlegungen über die Zahl der mögliche Vollgeschosse, der GRZ (Anteil der überbaubaren Grundstücksfläche), der GFZ (Anzahl der Geschossflächensumme je Grundstück), der Bauweise (offen oder geschlossen) sowie der Dachform und Neigung gemacht werden.

Blower-Door-Test

Beim Blower-Door-Test wird die Luftdichtigkeit von Gebäuen gemessen. Dabei soll geklärt werden, ob die Gebäudehülle dem natürlichen Windanfall standhält. Bei geschlossenen Fenstern und Türen wird in eine Fenster- oder Türöffnung ein Ventilator eingesetzt, der bei konstantem Unterdruck Raumluft aus dem Haus bläst. Die Druckdifferenz beträgt dabei 50 Pascal, das entspricht ungefähr der Windstärke fünf. Durch die Messung des von dem Gebläse geförderten Volumenstroms bei unterschiedlichen Druckdifferenzen zwischen innen und außen wird die Luftwechselzahl n50 ermittelt. Diese darf bei Gebäuden mit Fensterlüftung (ohne ablufttechnische Einrichtungen) den Wert 3 und bei Gebäuden mit raumlufttechnischen Anlagen (mit ablufttechnischen Einrichtungen) 1,5 nicht überschreiten. Ein n50-Wert von 2 pro Stunde (in Zeichen 2/h) bedeutet z.B., dass bei 50 Pa Differenzdruck das Luftvolumen des Gebäudes zweimal pro Stunde ausgetauscht wird.

Bauzeitenplan

Der Bauzeitenplan stellt den gesamten Zeitablauf eines Bauvorhabens dar. Die Zeitabschnitte für die einzelnen Gewerke werden zumeist als Balken in einem Diagramm dargestellt. Der Bauzeitenplan zeigt, wann der eine Handwerker aufhört und wann der nächste anfängt. So kommen sich die einzelnen Gewerke nicht ins Gehege. Der Bauzeitenplan wird vom Bauleiter aufgestellt und entwickelt sich dynamisch über die Zeit, da es im Bauablauf immer wieder zu Störungen kommen kann, die dann eine Verschiebung des Zeitplans nach sich ziehen.

C

Carport

Ein Carport ist ein überdachter Stellplatz, der frei auf einem Grundstück stehen, aber auch einseitig an ein Haus angebaut werden kann. Er ist seitlich meistens nicht oder nur teilweise geschlossen. In der Mehrzahl werden Carports als Holzkonstruktion ausgeführt, es gibt aber auch Aluminiumkonstruktionen. Die Dachform ist überwiegend als Flachdach ausgeführt, es gibt aber auch Carports mit Sattel-, Pult-, Tonnen- und auch Gründach.

Courtage

Die Courtage ist die Provision die ein Makler erhält, wenn er im Auftrag des Eigentümers Interessenten ein Objekt anbietet oder dieses mit ihnen besichtigt und es zum Vertragsabschluss kommt. Die Höhe der Courtage ist regional unterschiedlich. Sie errechnet sich anteilig aus dem Verkaufserlös des Objektes und ist erst nach der Unterzeichnung des Notarvertrags fällig. Die Parteien können individuell festlegen, ob nur eine von ihnen die gesamte Courtage zahlt oder jeder die Hälfte.

CE-Zeichen

Das CE-Zeichen ist kein Prüfzeichen. Es wurde vorrangig geschaffen, um im freien Warenverkehr dem Endverbraucher sichere Produkte innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und der darin befindlichen Europäischen Gemeinschaft (EG) zu gewährleisten. Die CE-Kennzeichnung wird häufig als „Reisepass“ für den europäischen Binnenmarkt bezeichnet. Es ist ein Verwaltungskennzeichen und dokumentiert die Konformität des Produktes mit den geltenden EG-Richtlinien. Damit erklärt der Hersteller des Produktes eigenverantwortlich, dass die Anforderungen europäischer Richtlinien erfüllt sind.

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