Von Sparren bis Unterzug

Baulexikon: Begriffe rund um Haus und Garten einfach erklärt

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Sparren

Sparren sind massive Balken, die für die Dachkonstruktion verwendet werden. Sie führen parallel zum Ortgang von der Traufe bis zum First und tragen die wesentlichen Lasten von Dacheindeckung, Gauben und Dachfenstern. Je nach Konstruktion können Sparren aus massiven Holzbalken (Kanthölzern), Brettschichthölzern, Stahlprofilen, Aluminiumprofilen oder Stahlbetonträgern bestehen.

Statik

Die Statik oder Baustatik ist die Lehre vom Gleichgewicht des Tragwerks eines Gebäudes. Um die Standsicherheit eines Gebäudes rechnerisch nachzuweisen, werden alle auf das Gebäude einwirkenden Kräfte erfasst. Dazu gehören neben der Eigenlast der Bauteile auch durch die Nutzung des Gebäudes zu erwartende Verkehrslasten sowie von außen wirkender Druck durch Wind und Niederschläge. Der Statiker muss anhand statischer Formeln nachweisen, dass alle Kräfte vom Tragwerk sicher auf den Baugrund übertragen und dort aufgenommen werden können.

Stellplatz

Ein Stellplatz ist eine Fläche auf dem Grundstück, die zum Abstellen eines Fahrzeuges dient. Die Anzahl der erforderlichen Stellplätze auf einem Grundstück legt die jeweilige Landesbauordnung fest. Darüber hinaus können auch Städte und Gemeinden Vorgaben in ihren Bebauungsplänen machen. Wird ein Stellplatz überdacht, spricht man von einem Carport, aber auch eine Garage zählt als Stellplatz. Zudem wird die Zufahrt zur Garage als Stellplatz angerechnet, sodass bei einem Einfamilienhaus zumeist die Vorgaben – in der Regel 1,5 bis 2 Stellplätze je Wohneinheit - leicht eingehalten werden können.

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Traufe

Eine Traufe ist der untere Abschluss eines Steildaches, also die Stelle, an der die Regenrinne angebracht wird. Die Länge der Traufe wird als Dachflächenbreite bezeichnet. Die Traufe geht zumeist in Form eines Dachüberstandes über das Mauerwerk hinaus, sodass bei starkem Regen keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen kann. An der Traufe müssen zur richtigen Belüftung des Daches Lüfterdachziegel oder Traufelemente angebracht sein. Um zu verhindern dass Vögel durch die Lüftungselemente fliegen und unter dem Dach nisten, kann ein Traufentlüftungskamm eingebaut werden.

Tilgung

Neben den anfallenden Zinsen muss für ein Darlehen auch die Tilgung bezahlt werden. Standardmäßig liegt die Tilgung bei einem Prozent. Allerdings sollte sie so hoch wie möglich angesetzt werden, um die Ablösung des Darlehens zu beschleunigen. So verändert sich beispielsweise während der Laufzeit eines Annuitätendarlehens mit fortschreitender Tilgung das Verhältnis von Zins- zu Tilgungsanteil. Daher wird die (zunehmende) Tilgungs- und die (abnehmende) Zinszahlung so errechnet, dass die regelmäßige Gesamtbelastung gleich bleibt. Ein Tilgungsplan liefert dazu die genauen Zahlen.

Trittschall

Als Trittschall bezeichnet man den Schall, der durch die Bewegung von Menschen oder den Betrieb von Geräten über den Fußboden, die Decke oder Treppen übertragen wird. Um die Übertragung zu vermindern und somit Streit mit den Nachbarn zu vermeiden, muss besonders in Mehrfamilienhäusern auf eine ausreichende Trittschalldämmung geachtet werden. Durch den Einbau spezieller Dämmmaterialien wie beispielsweise Weichfaserplatten oder Schaumfolien soll erreicht werden, dass die begangene Fläche von der eigentlichen Decke getrennt wird, sodass die Schallübertragung vermindert wird.

 

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Umbauter Raum

Der umbaute Raum ist ein altes Maß, das in der DIN 277 aus dem Jahr 1950 definiert wurde. Diese wurde allerdings überarbeitet, sodass heute der Brutto-Rauminhalt (BRI) den umbauten Raum ersetzt. Der Brutto-Rauminhalt ist der Rauminhalt eines Gebäudes, der nach unten hin von der Unterfläche der Sohle und im Übrigen von den äußeren Begrenzungsflächen des Bauwerks begrenzt wird. Nicht zum Brutto-Rauminhalt zählen die Rauminhalte untergeordneter Bauteile wie beispielsweise Kellerlichtschächte, Außentreppen, Außenrampen, Eingangsüberdachungen und Dachgauben oder auch Fundamente.

Umkehrdach

Als Umkehrdach bezeichnet man ein unbelüftetes Flachdach, das einen völlig anderen Schichtenaufbau aufweist als konventionelle Flachdächer. So liegt in diesem Fall die Dämmung oberhalb der Dachhaut und ist Witterungseinflüssen wie Regen stärker ausgesetzt. Daher werden nur wasserunempfindliche Dämmungen wie Polystyrol, Polyurethan oder Schaumglas verwendet. Damit die Dämmung nicht wegfliegen kann, müssen Kies oder Gehwegplatten aufgebracht werden. Insgesamt ist die Konstruktion sehr sinnvoll, da keine Gefahr von Tauwasserbildung besteht.

Unterzug

Ein Unterzug ist ein Träger, der die Lasten aus über ihm liegenden Wänden oder Decken aufnimmt und diese an Stützen, Pfeiler oder Wände weiterleitet. Unterzüge kommen besonders dann zum Einsatz, wenn statt einer schmalen Tür eine breite Öffnung in der Wand erstellt werden soll, da durch den Unterzug die Tragkraft beziehungsweise die Spannweite einer Decke erhöht werden kann. Unterzüge können entweder unter der Decke oder deckengleich angeordnet werden.

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