Von Jahresarbeitszahl bis Laibung

Baulexikon: Begriffe rund um Haus und Garten einfach erklärt

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Jahresarbeitszahl

Die Arbeitszahl oder auch Jahresarbeitszahl ist die wichtigste Kenngröße zur Beurteilung der Effizienz einer Wärmepumpe. Sie bezeichnet über ein Jahr hinweg das Verhältnis zwischen abgegebener Wärmemenge (Heizwärme) und zugeführter Energie (Antriebsenergie). Sie kann als Anlagennutzungsgrad verstanden werden, denn je höher die Jahresarbeitszahl ist, desto höher ist auch der Wirkungsgrad der Wärmepumpe. Dabei enthält die Jahresarbeitszahl auch anteilig die Leistungen von Heizungsumwälzpumpen und Grundwasser- beziehungsweise Sole-Förderpumpen. Um Primärenergie und damit das schädliche Kohlendioxid einzusparen, ist eine Arbeitszahl von beträchtlich über 2,7 erforderlich, um die hohen Zusatzinvestitionen gegenüber einem Brennwertkessel zu rechtfertigen und um überhaupt einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Moderne Luft/Wasser-Wärmepumpen sollten die Jahresarbeitszahl von 3,5 übertreffen.

Jahresheizwärmebedarf

Der Jahresheizwärmebedarf ist die Wärmemenge, die ein Heizsystem jährlich für die Gesamtheit der beheizten Räume eines Hauses bereitstellen muss. Die Kenngröße des Jahresheizwärmebedarfs ist für den Wärmeschutznachweis eines Gebäudes erforderlich und wird in der Planungsphase der Heizungsanlage für die zu beheizenden Räume berechnet. Als Ergebnis der Wärmebedarfsberechnung wird die erforderliche Wärmeleistung der Heizkörper und des Wärmeerzeugers festgelegt. Der Begriff Jahresheizwärmebedarf stammt aus der Energieeinsparverordnung und ist dort die als die maßgebliche Kenngröße des jährlichen Wärmebedarfs eines Gebäudes definiert. Er setzt sich zusammen aus dem Transmissionswärmebedarf und dem Lüftungswärmebedarf und wird durch interne und solare Wärmegewinne reduziert. Interne Gewinne entstehen durch elektrische Geräte wie Computer oder Lampen, solare Gewinne erzielt man durch Solar- und Photovoltaikanlagen sowie Fensterflächen.

Jalousie

Jalousien dienen dem Sonnen- und Sichtschutz. Sie können als Außen- oder Innenjalousien angebracht werden. Jalousien bestehen aus horizontal angeordneten Lamellen aus Aluminium oder Kunststoff und sind in vielen Farben erhältlich. Die Lamellen sind beidseitig an Schnüren befestigt und können über einen Schnurzug hochgezogen oder heruntergelassen werden. Die Lamellen sind um 180 Grad drehbar und können zur Regulierung des Lichteinfalls in Schrägstellung gebracht werden. Aufwändig ist zumeist die Reinigung, vor allem bei Außenjalousien.

 

K

Keller

Ein Keller wird nicht von jedem Bauherrn als sinnvoll erachtet. Vielmehr geht der Trend zum Bauen ohne Keller, da die Kosten für einen Keller relativ hoch sind. In Zeiten immer teurer werdenden Baulands kann der Keller allerdings als zusätzliche Wohnfläche genutzt werden. Das funktioniert besonders gut bei Hanggrundstücken, da hier eine natürliche Belichtung und Belüftung gegeben ist. Aber auch bei ebenen Grundstücken kann beispielsweise durch Abböschung die Belichtung und Belüftung gewährleistet werden. Kellerräume, die als Wohnraum dienen sollen, müssen eine Mindesthöhe haben, die je nach Landesbauordnung verschieden ist, mindestens aber 2,30 Meter betragen sollte.

Keller können aus verschiedenen Materialien hergestellt werden wie Mauersteinen, Betonfertigteilen, Ortbeton oder Schalungssteinen. Bei sehr bindigen Böden oder drückenden Grundwasser muss der Keller besonders gegen Feuchtigkeit geschützt werden. In diesem Fall wird meistens eine „weiße Wanne“ (aus wasserundurchlässigem Beton) betoniert.

Kniestock

Die an der Längsseite eines Hauses über die oberste Decke hochgezogenen Mauern (aus Mauersteinen oder Beton) nennt man Kniestock oder Drempel. Er dient als Auflage für die Dachsparren, die auf ihm verankert werden. Die zulässige Höhe des Kniestocks ist meist im Bebauungsplan vorgeschrieben. In der Regel liegt sie zwischen vierzig und achtzig Zentimetern. Je höher der Kniestock ist, desto mehr nutzbare Fläche steht im Dachgeschoss zur Verfügung, da so auch die Fläche unter der Dachschräge genutzt werden kann.

Kabelkanal

Ein Kabelkanal ist ein konstruktiver Leerraum für die Verlegung von Kabeln. Er kann aus Aluminium, PVC oder Stahl bestehen. Sie können an der Wand, an Decken oder im beziehungsweise auf dem Fußboden verlegt werden. Kabelkanäle sind eckige Leerrohre mit unterschiedlichen Nennweiten und Nenntiefen, die nach der Kabelverlegung mit Abdeckungen versehen werden. Trennstege gewährleisten eine übersichtlichere Verlegung ohne gegenseitige Beeinflussung.

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Luftdichtheit

Im Innenbereich eines Hauses muss ein ausreichender Schutz gegen unkontrolliertes Eindringen von Feuchtigkeit in die Konstruktion gegeben sein. Dafür sorgt die Luftdichtheitsschicht, die auf der Innenseite der Bauteile angebracht wird und Nähte und Stöße luftdicht abschließt. Im Massivbau übernimmt der Innenputz diese Funktion, im Holz- und Fertigbau kommen meist Dampfbremsen zum Einsatz. Die Luftdichtheit muss auch an Anschlüssen, Abschlüssen und Durchdringungen gegeben sein, da sonst viel Energie entweicht, was zu Bauschäden und Schimmel führen kann. Die Luftdichtheit eines Gebäudes kann mit dem Blower-Door-Test ermittelt werden.

Loggia

Eine Loggia – selten auch auch Negativgaube oder Dacheinschnitt bezeichnet - ist im Gegensatz zum Balkon in den Baukörper eingezogen. Sie ist allseitig fest ummauert bis auf die Seite, die zur Straße oder zum Garten zeigt. Diese Seite ist nur durch ein Geländer oder eine niedrige Mauer begrenzt. Häufig werden in Loggien Glasfalt- oder
-schiebewände eingebaut, um diese auch bei schlechtem Wetter nutzen zu können. Da die Glasbauten aber die Form des geschlossenen Baukörpers verändern, ist für sie zumeist eine Baugenehmigung erforderlich.

Laibung

Als Laibung bezeichnet man die Fläche zwischen dem Fensterrahmen und der Außenseite der Innen- oder Außenwand. Je nach Laibungstiefe muss diese beim Aufmaß für Malerarbeiten berücksichtigt werden. Die untere Seite der Laibung muss im Außenbereich mit einer Fensterbank versehen werden, sofern das Fenster nicht bündig mit der Fassade abschließt.

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