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Garten-Tipp: Die Hyazinthe begeistert mit intensivem Duft und Blütenpracht

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Von: Gisela Busch

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Duo in Gelb: Hyazinthen in der Farbe von Narzissen findet man nur selten. Die Sorte Yellowstone hat einen kurzen, stabilen Stiel und gedeiht auch im Topf gut.
Duo in Gelb: Hyazinthen in der Farbe von Narzissen findet man nur selten. Die Sorte Yellowstone hat einen kurzen, stabilen Stiel und gedeiht auch im Topf gut. © Fluwel

Die Hyazinthe fällt mit ihren farbenfrohen Blüten und intensivem Duft auf. Diese Fakten wussten Sie über die beliebte Pflanze aber bestimmt noch nicht.

Kassel – Der Duft der Hyazinthe kann einen im Garten schon mal vom Weg abbringen, besonders wenn der Frühling gerade erst in Schwung kommt.

Allerdings kennen die meisten Menschen die Zwiebelblume aber weniger aus dem Garten, sondern von der Fensterbank im Wohnzimmer.

Die Hyazinthe: eine farbenfrohe Zimmer-Zwiebel

Dort thronen die präparierten dicken Hyazinthenzwiebeln zumeist ohne Erde auf hohen Glasvasen, wobei ihre Wurzelspitzen gerade so ins Wasser eintauchen – immer ein etwas wackeliger Anblick, weil es so scheint, als ob die durchaus kräftigen Stängel kaum in der Lage seien, das Gewicht der pompös wirkenden Blütenstände zu tragen.

Die prallen, bis zu 15 Zentimeter langen Blütentrauben gibt es in Weiß, Gelb, Rosa, Apricot, Rot, Violett und Blau. Was wie eine einzige Blüte wirkt, sind in Wirklichkeit mindestens 50 sternenförmige Einzelblüten, die sich zu einem dichten Pompon formen.

Hyazinthe löst in den Niederlanden Hype aus - Heimat sind die Türkei und der Libanon

Von der sogenannten Tulpomanie haben die meisten schon einmal gehört: Im 17. Jahrhundert waren Tulpenzwiebeln in den Niederlanden zu Spekulationsobjekten geworden. Als die Blase platzte und der Markt zusammenbrach, standen viele Menschen vor den Trümmern ihrer Existenz. Doch die Begeisterung für exotische Pflanzen war ungebrochen. Einige Jahrzehnte später bahnte sich ein ähnlicher Hype an, als ein Schiff an der holländischen Küste anlegte – an Bord neue, faszinierende Frühlingsblüherinnen: Hyazinthen.

Ursprünglich stammt die blaublühende Hyacinthus orientalis aus Syrien, der Türkei und dem Libanon, wo sie an felsigen Hängen in Höhen von bis zu 2000 Metern wächst. Nachdem die ersten Hyazinthenzwiebeln nach Europa kamen, züchteten holländische Gärtner bald viele neue Sorten. Besonders für gefüllte und zweifarbige stiegen die Preise schnell in schwindelerregende Höhen. Zeitweilig kostete eine Zwiebel der weiß-roten ‘King of Great Britain’ 1715 umgerechnet rund 4000 Euro – ehe auch dieser Markt anno 1737 – genau 100 Jahre nach Ende der Tulpomanie – kollabierte.

Die Züchter setzten ihre Arbeit jedoch unverdrossen fort. Am Ende des Jahrhunderts sollen im Katalog eines holländischen Blumenzwiebelgärtners tatsächlich 1227 verschiedene Hyazinthensorten beschrieben worden sein. Heute sind die meisten davon nicht mehr erhältlich. Grund dafür ist die Mode in der spätviktorianischen Zeit: gefüllte, pompöse Blüten waren plötzlich out, einfachblühende lagen im Trend. Hyazinthen waren somit weniger gefragt, wurden nicht mehr vermehrt und verschwanden.

Eine Hummel labt sich im Garten an einer blauen Blüte der Hyazinthe.
Eine Hummel labt sich im Garten an einer blauen Blüte der Hyazinthe. © Fluwel

Die Hyazinthe: Blüten in vielen Farben

Zum Glück muss sich das aktuelle Züchter-Sortiment hinter dem damaligen aber nicht verstecken: es gibt wieder Hyazinthen in Blau, Violett, Rosa und Weiß, in Gelb, Apricot und sogar Rot. Als Zimmerpflanzen füllen sie im Winter ganze Räume mit ihrem intensiven Duft, im Frühlingsgarten sorgen sie mit ihren imposanten Blütenständen für eine wahre Farbexplosion.

Ruhephase nach der Blüte ist wichtig

Während Hyazinthen, die draußen im Frühlingsgarten blühen sollen, schon im Oktober eingepflanzt werden müssen, können im Zimmer kultivierte Exemplare, regelmäßig gegossen, während der ganzen Winterzeit lange Freude bereiten. Wenn die lang anhaltende Blüte im späten Winter endgültig vorbei ist, lässt man die Blätter einziehen und welken.

Wichtig: Das Laub darf keinesfalls abgeschnitten werden. Die Wassergaben werden nach und nach reduziert und dann ganz eingestellt, weil die Zwiebelpflanze jetzt Ruhe braucht und Kraft für die nächste Blütensaison sammeln muss. Der Topf ist den Sommer über an einem möglichst trockenen, kühlen Platz auf der Terrasse oder am hellen Kellerfenster gut aufgehoben. Im Herbst kann die Hyazinthenzwiebel wieder in frische Erde in den Topf oder direkt ins Freiland gepflanzt werden.

Soll sie erneut im Zimmer austreiben, braucht die Zwiebel zuvor einen mehrtägigen Kältereiz. Dazu kann sie bei Minusgraden für einige Tage nach draußen gestellt werden, wobei man die Knolle mit einem Vlies abdecken sollte. Im Gartenbeet ist die Zwiebel winterhart und braucht keinen besonderen Schutz. 

Zum Glück muss sich das aktuelle Züchter-Sortiment hinter dem damaligen aber nicht verstecken: es gibt wieder Hyazinthen in Blau, Violett, Rosa und Weiß, in Gelb, Apricot und sogar Rot. Als Zimmerpflanzen füllen sie im Winter ganze Räume mit ihrem intensiven Duft, im Frühlingsgarten sorgen sie mit ihren imposanten Blütenständen für eine wahre Farbexplosion.

Große Zwiebeln der Hyazinthe bringen Stabilität

Der holländische Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek von Fluwel weiß, weshalb die Schönheiten dennoch eher selten in den Garten gepflanzt werden: „Oft sind die kompakten Blütenstände der Hyazinthe zu schwer für die Stiele, die dann leider unter der Last einknicken. Das sieht weniger schön aus.“ Daher sollte man beim Kauf unbedingt auf die Größe der Blumenzwiebeln achten: Bei einem Umfang von 16 bis 17 Zentimetern, stünden Blütenstand und Stiel in einem guten Verhältnis zueinander und die Hyazinthe knicke nicht um.

Interessante Tipps und Tricks finden Sie auf der Garten-Themenseite der HNA.

Allerdings verringere sich in der Freilandkultur im Laufe der Jahre die Anzahl der Einzelblüten: Während der üppige Blütenstand im ersten Frühling aus mindestens 50 Blüten besteht, werden es später nur noch etwa 15 bis 20 Blüten sein, was der pompösen Hyazinthe zwar einen etwas verwilderten Look beschert, ihren Charme aber keineswegs mindert. (Gisela Busch)

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