Bei Betriebskostenabrechnung entscheidet Hauptwasserzähler

+
Ein Hauptwasserzähler misst mehr als alle anderen Wasserzähler eines Hauses zusammen. Zeigt er über 20 Prozent zu viel an, wird nach dem Wohnungszähler abgerechnet. Foto: Ralf Hirschberger

Auch wenn alle Wohnungen mit Wasserzählern ausgestattet sind: Bei der Betriebskostenabrechnung gilt der Hauptwasserzähler. Zeigt dieser allerdings unrealistisch viel an, wird nach dem Wohnungszähler abgerechnet.

Berlin (dpa/tmn) - Für die Betriebskostenabrechnung ist in der Regel die Anzeige des Hauptwasserzählers entscheidend - selbst wenn in einem Mietshaus alle Wohnungen mit Wasserzählern ausgestattet sind.

Differenzen zwischen den beiden Zählern sind dabei normal, sofern es sich um Abweichungen von bis zu 20 Prozent handelt. Darauf weist der Deutsche Mieterbund (DMB) hin und beruft sich auf ein Urteil des Amtsgerichts Rheine (Az.: 10 C 331/14).

Der Hauptwasserzähler zeigt in aller Regel mehr an als alle Wohnungswasserzähler im Haus zusammen. Deshalb werden die Gesamtwasserkosten anteilig je nach Wert der Wohnungsmesser auf die Mieter im Haus verteilt. Zeigt der Hauptwasserzähler jedoch über 20 Prozent mehr an als die Summe aller Wohnungszähler, ist das nicht mehr mit Messtoleranzen zu erklären. Abgerechnet wird dann nach dem Ergebnis der Wohnungszähler.

Der Hauptzähler ist technisch aufwendiger konstruiert. So muss der Kaltwasserzähler nach sechs Jahren nachgeeicht werden. Bezweifelt der Mieter nach Ablauf dieser Frist den abgelesenen Verbrauch, muss der Vermieter nachweisen, dass die Werte zutreffend sind. Das entschied der Bundesgerichtshof (Az.: VIII ZR 112/10). Den Nachweis kann eine staatlich anerkannte Prüfstelle bescheinigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.