Der Heilige Abend ist da: So feiern Nordhessen und Amerikaner Weihnachten

Besinnlichkeit statt Kitsch

Dezentes Licht: Der Markplatz in Fritzlar erstrahlt zu Weihnachten in goldenem Glanz. Archivfoto: Dellit

Heute feiern wir den Heiligen Abend. Der Baum ist geschmückt, überall im Haus brennen die Kerzen und der Duft von frisch gebackenen Plätzchen strömt durch die Zimmer. Familien kommen zusammen und verbringen den festlichen Abend nach eigener Tradition. Kirchgang, Bescherung und Weihnachtsessen gehören bei den meisten Familien dazu.

Würstchen oder Karpfen?

Während bei den einen die Wiener Würstchen und der Kartoffelsalat auf dem gedeckten Tisch stehen, bereiten andere lieber den Karpfen oder die Weihnachtsgans zu. In vielen Familien gehört auch der Kirchgang zum Fest: Entweder am Nachmittag, verbunden mit dem Krippenspiel, oder in der Nacht zur Christmette.

In jedem Fall begeht man den Heiligen Abend besinnlich – was besonders deutlich wird, wenn man am Abend durch die Straßen fährt. Gedämpftes Licht, hier und da ein Lichterbogen im Fenster oder eine Lichterkette am Balkon, vereinzelt trifft man sogar auf leuchtende Rentiere oder Schneemänner die den Vorgarten erleuchten. Aber im Großen und Ganzen umgibt uns an Weihnachten eine ruhige, gemütliche Atmosphäre.

Etwas schriller und bunter geht es zu, wenn man den Blick aus Europa hinaus, Richtung USA schweifen lässt. Denn wenn die Dämmerung einsetzt, beginnt in den amerikanischen Vorgärten die Lichtershow. Bestückt mit Plastik-Nikoläusen, Lichterketten und funkelnden Figuren wetteifern die Nachbarn scheinbar jeder Straße um die prächtigste Dekoration. So auch das Haus von Lucy Spata in New York. Seit über 30 Jahren schmückt sie in Brooklyn ihren Vorgarten. Darin wimmelt es von lebensgroßen Engeln und Nussknackern, glitzernden Sternen und grellen Leuchtschriften. Von Ruhe und Besinnlichkeit keine Spur.

Für Kathy Rombiero beginnt Weihnachten schon im August. Dann verwandeln sich der Garten und die Zimmer ihres Einfamilienhauses in Novato, nördlich von San Francisco, nach und nach in eine knallbunte „Christmas“-Glitzerwelt: Plastikschneemänner auf dem Dach, Krippen im Garten, eine künstlich verschneite Eisenbahn mit Nikoläusen, 150 000 Lichter und zigtausend Figuren.

Stress und hohe Rechnungen

Und wofür der ganze Stress? „Wenn ich die Kinder und mehr noch die Erwachsenen wie Zehnjährige strahlen sehe, dann ist das mein größtes Geschenk“, versichert Kathy Rombiero. Dafür nimmt sie gerne in Kauf, dass die Stromrechnung im Dezember in schwindelerregende Höhen steigt. Auch wenn sich hierzulande scheinbar immer mehr Menschen das amerikanische Weihnachten zum Vorbild nehmen – noch bleiben die meisten Gärten der Region vom stromfressenden Kitsch verschont. (ebi/tmn)

E Gewinnspiel: Wir möchten sehen, wie Sie Ihr Haus geschmückt haben. Senden Sie eine E-Mail mit einem Foto an rdm@HNA.de und gewinnen Sie mit etwas Glück eine edle Weindekantierkaraffe. Einsendeschluss ist heute, 24. Dezember. Abgestimmt wird auf www.HNA.de/wohnen noch bis zum 31. Dezember.

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