Todesurteil für Bienenvölker

Bienensterben: Einfacher Trick kann ganze Völker retten

Bienen eines Bienenvolkes sind auf einer Wabe auf dem Gelände des Fachbereichs Veterinärmedizin der Freien Universität (FU) in Düppel zu sehen. Die Freie Universität Berlin bildet seit Jahrzehnten angehende Imker, Veterinärmediziner und Amtstierärzte aus.
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Wer Honiggläser zu Hause hat, kann mit einem einfachen Trick ganze Bienenvölker retten. (Symbolbild)

Weltweit wird das Bienensterben immer mehr zum Problem. Doch mit ganz simplen Handgriffen können Menschen zumindest einer Todesursache der nützlichen Tierchen verhindern ...

Sie gelten als nützlich, sammeln Pollen und leisten somit einen essenziellen Beitrag zur biologischen Vielfalt: Bienen gehören wohl zu den wichtigsten Tierarten für den Menschen. Denn erst durch ihre Blütenbestäubung können an vielen Pflanzen Früchte wachsen. Ohne Bienen gäbe es also viele Sorten von Obst und Gemüse gar nicht. Außerdem werden Bienen sogar immer häufiger in der Medizin benötigt - auch im Kampf gegen Corona*. Doch der Mensch macht es den fleißigen Insekten nicht leicht. Wie echo24.de* berichtet, sterben durch Unachtsamkeit sogar ganze Bienenvölker.

Dem kann allerdings praktisch jeder, der Honig zu Hause hat, jetzt entgegenwirken. Der Hohenlohekreis rief kürzlich dazu auf, Honiggläser vor dem Wegwerfen auszuspülen. Denn Bienen, die auf der Futtersuche keine Blumen mehr finden, von deren Nektar sie sich ernähren können, sammeln gerne Honigreste aus dem menschlichen Müll. Genau diese Honigreste, die sich oft im Altglascontainer oder auf Plastikverpackungen finden, sind oft verunreinigt. Besonders schlimm wird es, wenn die sogenannte „Amerikanische Faulbrut“ in den Resten sitzt.

Amerikanische Faulbrut tötet ganze Bienenvölker - der Mensch trägt eine Mitschuld

Denn die Amerikanische Faulbrut ist extrem gefährlich für den Bienennachwuchs. Sebastian Damm, der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises, erklärt: „Werden diese Bakterien in die Bienenstöcke getragen, ist das oft das Todesurteil für ein ganzes Bienenvolk oder sogar den gesamten Bestand eines Imkers.“ Der Erreger befällt die Bienenlarven und zersetzt sie - hat das Bienenvolk dann keinen Nachwuchs mehr, wird es immer schwächer.

Wie der Hohenlohekreis weiter erklärt, ist hier das angerichtete Unheil aber noch nicht vorbei - denn geschwächte Bienenvölker werden immer wieder von anderen Völkern ausgeräubert und sogar übernommen - so wird der Erreger sogar noch auf andere Bienenvölker übertragen. Imker können befallene Stöcke nur sehr schwer behandeln.

Und das, obwohl das Problem menschengemacht ist. Denn der weltweite Honighandel gilt als häufigste Ursache für die Ansteckung von Bienenvölkern mit der Faulbrut. Laut Schätzungen befinden sich sogar in bis zu 90 Prozent des importierten Honigs Sporen der Amerikanischen Faulbrut. Laut Hohenlohekreis liegt das daran, dass infizierte Bienenvölker außerhalb der EU oft mit Antibiotika behandelt werden - dadurch bleiben die erwachsenen Bienen zwar symptomfrei, doch die Sporen des Erregers werden nicht bekämpft und befinden sich dann vermehrt im Honig.

Bienenvölker sterben an Amerikanischer Faulbrut - so kann man ganz einfach helfen

Um diese Verbreitung jetzt nicht weiter voranzutreiben, kann man zwei unterschiedliche Maßnahmen ergreifen. Zum einen hilft es sehr, Honiggläser vor der Entsorgung gründlich auszuspülen, damit die Bienen bei der Nahrungssuche nicht mit Sporen der Amerikanischen Faulbrut in Berührung kommen. Zum anderen kann man ganz einfach Honig bei regionalen Imkern kaufen und die gebrauchten Gläser anschließend auch wieder dorthin zurückbringen.

Diese Blumen gelten als besonders bienenfreundlich:

Schafgarbe

Ungefüllte Dahlien

Verbene

Löwenmäulchen

Lavendel

Wandelröschen

Kapuzinerkresse

Kornblume

Sonnenblume

Außerdem kann jeder den heimischen Bienen dabei helfen, wieder mehr Nahrung zu finden - damit die fleißigen Insekten nicht mehr auf Honigreste aus dem Altglascontainer angewiesen sind. Zum Beispiel helfen Blumenkästen mit bienenfreundlichen Blumen am Fenster, auf dem Balkon oder im Garten. Diese sind in Bau- und Gartenmärkten häufig schon deutlich gekennzeichnet. Auch fertige Samenmischungen für wunderschöne Wildblumenbeete, die Bienen lieben, werden immer populärer.

Eine weitere Möglichkeit, Bienen zu unterstützen ist es, Insektenhotels aufzustellen oder selbst Imker zu werden. In Heilbronn war der Andrang bei Jungimker-Kursen zuletzt enorm noch. Teilweise musste der Bezirksimkerverein sogar schon Interessierte abweisen. Wie wichtig die Biene für den Menschen ist, zeigt übrigens auch ein internationaler Feiertag: Jedes Jahr seit 2014 feiern Menschen rund um den Globus am 20. Mai den Weltbienentag. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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